Mein Leben als Rezitatorin

Arbeit an der Hausseite

Montag, 8. Februar 2010 · Hinterlasse einen Kommentar

Warum eine Unterseite meiner Hausseite nach einem Update sich plötzlich in weißes Schweigen hüllte, begreife ich nicht, ebenso wenig, warum es nach dem Kopieren und seitenentsprechenden Ändern des Quelltextes einer anderen Unterseite plötzlich wieder funktionierte.
Das war nur ein kleiner Abschnitt der Arbeit an meiner Hausseite – jetzt aber ist sie auf neuestem Stand, die Navigation funktioniert wieder.
Ich habe keine Ahnung, was ich zuerst falsch und dann richtig gemacht habe, aber jetzt ist das gute Stück schön, funktionstüchtig und informativ. Allerdings habe ich vermutlich eckige Pupillen und sollte mal auf etwas anderes gucken als auf einen Monitor.

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Hundert Bücher

Montag, 8. Februar 2010 · 3 Kommentare

Ein Stöckchen geistert seit einiger Zeit durch das Netz; ich habe es bei Piri und Sterntau liegen sehen und nehme es heute auf.
Eine Liste der hundert beliebtesten Bücher in Deutschland ist es. Fett markiere ich, was ich gelesen habe, kursiv, was ich sehr gerne noch lesen will, und durchgestrichen, was ich nur bei Androhung von körperlicher Gewalt lesen werde.

1. Der Herr der Ringe, JRR Tolkien – das hat mich vor über dreißig Jahren sehr begeistert.
2. Die Bibel – tatsächlich habe ich sie ganz gelesen; auszugsweise gern immer wieder. Zu meinen Favoriten der biblischen Bücher gehört Kohelet.
3. Die Säulen der Erde, Ken Follett
4. Das Parfum, Patrick Süskind – schaurig und eindrucksvoll, wenn auch m.E. literarisch nicht die oberste Kategorie.
5. Der kleine Prinz, Antoine de Saint-Exupéry – vielleicht ist es ein wenig kitschig, aber ich habe es mehrfach verschlungen.
6. Buddenbrooks, Thomas Mann – Ganz großes hanseatisches Epos in Prosa.
7. Der Medicus, Noah Gordon
8. Der Alchimist, Paulo Coelho
9. Harry Potter und der Stein der Weisen, JK Rowling – sehr gute und intelligente Unterhaltung; mit höchst britischem Witz geschrieben. Glücklicherweise kann ich ausreichend Englisch für das Original, was bei der Fülle an Wortspielen viel wert ist.
10. Die Päpstin, Donna W. Cross
11. Tintenherz, Cornelia Funke
12. Feuer und Stein, Diana Gabaldon
13. Das Geisterhaus, Isabel Allende
14. Der Vorleser, Bernhard Schlink
15. Faust, Johann Wolfgang von Goethe – immer wieder. Faust I konnte ich mal von vorn bis hinten auswendig.
16. Der Schatten des Windes, Carlos Ruiz Zafón
17. Stolz und Vorurteil, Jane Austen – ein herrlicher Schmöker, intelligente Gesellschaftskritik und ein feines Sittenbild.
18. Der Name der Rose, Umberto Eco – spannend und klug geschrieben, ein farbiges und glaubwürdiges Bild mittelalterlichen Klosterlebens.
19. Illuminati, Dan Brown
20. Effi Briest, Theodor Fontane – eine traurige, realistische Geschichte, ein hervorragendes Portrait des späten 19. Jhs. und ein Plädoyer für die Emanzipation.
21. Harry Potter und der Orden des Phönix, JK Rowling –> 9.
22. Der Zauberberg, Thomas Mann – Freude an Sprachkunst, an Fabulierlust und an beklemmenden Geschichten wird hier hervorragend bedient.
23. Vom Winde verweht, Margaret Mitchell – nicht gelesen, aber den Film gesehen. Schöner Schinken, aber mehr muß für mich nicht sein.
24. Siddharta, Hermann Hesse – in meiner Hesse-Zeit schon nicht das wichtigste Buch des Meisters; mir allzu bedeutungsschwanger. Trotzdem ein Lesegenuß für die hessetrunkene Jugend.
25. Die Entdeckung des Himmels, Harry Mulisch
26. Die unendliche Geschichte, Michael Ende – ein schöner, phantasievoller Märchen- und Entwicklungsroman, mit großem Genuß mehrmals gelesen, auch wenn ich heute Ende nicht mehr so gut finde wie einst.
27. Das verborgene Wort, Ulla Hahn – der Titel macht Lust aufs Lesen.
28. Die Asche meiner Mutter, Frank McCourt
29. Narziss und Goldmund, Hermann Hesse – einst mein Leib- und Magenbuch, Trost, Bestätigung und literarisches Besäufnis.
30. Die Nebel von Avalon, Marion Zimmer Bradley – ich gestehe, das habe ich auch mal gelesen. Kitsch hoch drei.
31. Deutschstunde, Siegfried Lenz
32. Die Glut, Sándor Márai
33. Homo faber, Max Frisch – hat keinen großen Eindruck bei mir hinterlassen, was nicht unbedingt an Frisch liegen muß.
34. Die Entdeckung der Langsamkeit, Sten Nadolny
35. Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins, Milan Kundera – solide und politisch absolut integre Literatur, die bei mir aber keine Spuren hinterläßt.
36. Hundert Jahre Einsamkeit, Gabriel Garcia Márquez
37. Owen Meany, John Irving
38. Sofies Welt, Jostein Gaarder – ein kluges und informatives Buch für junge Philosophie-Interessierte, das leider am Schluß stark abfällt.
39. Per Anhalter durch die Galaxis, Douglas Adams
40. Die Wand, Marlen Haushofer – beklemmend, erschütternd; ein Buch, das mich sehr nachdenklich machte.
41. Gottes Werk und Teufels Beitrag, John Irving
42. Die Liebe in den Zeiten der Cholera, Gabriel Garcia Márquez
43. Der Stechlin, Theodor Fontane
44. Der Steppenwolf, Hermann Hesse – in Sturm- und Drangzeiten gelesen; m.E. eines der literarisch besten Bücher von Hesse.
45. Wer die Nachtigall stört, Harper Lee
46. Joseph und seine Brüder, Thomas Mann – eindrucksvoll plastische und bunte Schilderung einer sehr fernen Zeit in Manns hocheleganter Sprache.
47. Der Laden, Erwin Strittmatter
48. Die Blechtrommel, Günter Grass
49. Im Westen nichts Neues, Erich Maria Remarque
50. Der Schwarm, Frank Schätzing
51. Wie ein einziger Tag, Nicholas Sparks
52. Harry Potter und der Gefangene von Askaban, JK Rowling – –> 9.
53. Momo, Michael Ende – ein sanftes, bilderreiches Märchen über die Zeit und ein kleines Mädchen, mit viel Wortwitz geschrieben. Heute finde ich Ende ein wenig zu verklärend.
54. Jahrestage, Uwe Johnson
55. Traumfänger, Marlo Morgan
56. Der Fänger im Roggen, Jerome David Salinger
57. Sakrileg, Dan Brown
58. Krabat, Otfried Preußler – die bald düstere, bald hoffnungsvolle Fassung einer sorbischen Sage um einen bösen Zauberer und seinen Lehrling. Nicht nur für Jugendliche ein großer Lesegenuß.
59. Pippi Langstrumpf, Astrid Lindgren – die kleine rothaarige Anarchistin mit dem liebevollen Herzen wird mit Recht zu den Klassikern der Kinderliteratur gezählt.
60. Wüstenblume, Waris Dirie – literarisch unbesonders, aber ein erschütternder Tatsachenbericht über die Verstümmelung von Frauen.
61. Geh, wohin dein Herz dich trägt, Susanna Tamaro
62. Hannas Töchter, Marianne Fredriksson
63. Mittsommermord, Henning Mankell
64. Die Rückkehr des Tanzlehrers, Henning Mankell
65. Das Hotel New Hampshire, John Irving
66. Krieg und Frieden, Leo N. Tolstoi – ich habe die Lektüre schon mehrmals angefangen; warum ich dies wunderbar geschriebene Werk bis jetzt nicht durchgelesen habe, weiß ich selbst nicht.
67. Das Glasperlenspiel, Hermann Hesse – kluge und schöne Lektüre; vielleicht etwas zu sehr um schöne Worte bemüht, was die Aussage manchmal eher verschleiert als erklärt. Trotzdem ein feines Buch.
68. Die Muschelsucher, Rosamunde Pilcher
69. Harry Potter und der Feuerkelch, JK Rowling – –> 9.
70. Tagebuch, Anne Frank – ein erschütterndes Dokument; besonders hat mich beeindruckt, daß Anne Frank ein gerüttelt Maß an schwarzem Humor besaß. Mir blieb das Lachen in der Kehle stecken.
71. Salz auf unserer Haut, Benoîte Groult
72. Jauche und Levkojen , Christine Brückner
73. Die Korrekturen, Jonathan Franzen
74. Die weiße Massai, Corinne Hofmann
75. Was ich liebte, Siri Hustvedt
76. Die 13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär, Walter Moers
77. Das Lächeln der Fortuna, Rebecca Gablé
78. Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran, Eric-Emmanuel Schmitt
79. Winnetou, Karl May – den dritten Band fand ich in dem von meinem ältesten Bruder übernommenen Nachttischchen. Am Schluß heulte ich und fand das furchtbar peinlich, weil mir durchaus klar war, daß das Buch reichlich kitschig ist.
80. Désirée, Annemarie Selinko
81. Nirgendwo in Afrika, Stefanie Zweig
82. Garp und wie er die Welt sah, John Irving
83. Die Sturmhöhe, Emily Brontë – schaurig-düstere Familiensaga, guter Schmöker!
84. P.S. Ich liebe Dich, Cecilia Ahern
85. 1984, George Orwell – furchtbar realistische Schilderung des totalen Überwachungsstaates.
86. Mondscheintarif, Ildiko von Kürthy – seicht.
87. Paula, Isabel Allende
88. Solange du da bist, Marc Levy
89. Es muss nicht immer Kaviar sein, Johannes Mario Simmel
90. Veronika beschließt zu sterben, Paulo Coelho
91. Der Chronist der Winde, Henning Mankell
92. Der Meister und Margarita, Michail Bulgakow
93. Schachnovelle, Stefan Zweig – die faszinierende und traurige Geschichte eines Menschen, der wider Willen zum Schachgenie wurde.
94. Tadellöser & Wolff, Walter Kempowski
95. Anna Karenina, Leo N. Tolstoi – ich weiß wirklich nicht, warum ich das Buch noch nicht gelesen habe.
96. Schuld und Sühne, Fjodor Dostojewski – der Anfang ist psychologisch einleuchtend; gegen Ende wird es arg sentimental.
97. Der Graf von Monte Christo, Alexandre Dumas
98. Der Puppenspieler, Tanja Kinkel
99. Jane Eyre, Charlotte Brontë – wundervoller Schmöker.
100. Rote Sonne, schwarzes Land, Barbara Wood

Ich habe von der Bestenliste nur wenig mehr als ein Drittel gelesen und finde nicht, daß von diesem Drittel alles in eine Bestenliste gehört. Meine private Favoritensammlung sähe anders aus. Trotzdem bin ich froh über diese Aufstellung, erinnert sie mich doch an große Lesefreuden und mahnt mich an noch ausstehende Buchgenüsse.

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Weiß und Grün in Wald und Garten

Sonntag, 7. Februar 2010 · 1 Kommentar

Zwar liegt noch dicker Schnee.
Verschneiter Garten 3

Das schwärzliche Grün des Efeu hält sich das ganze Jahr über.
Efeubäumchen im SchneeEfeu im Schnee

Auch der Rhododendron ist immergrün – aber die Knospe ist neu!
Rhododendronknospe im Februar

Der Engel des Gartens, von dem kürzlich nur ein halber Flügel herausschaute, kann wieder sehen.
Engel im Schnee

Einiges Künstliche ragt aus der verharschten Schneedecke.
Steinerne Schleife im SchneeVerschneiter Garten 6
Verschneiter Garten 4Verschneiter Garten 5

Ebenso Natürliches.
Verschneiter Garten 7Physalis im Schnee
Silberblatt im Schnee 1Silberblatt im Schnee 2

Anderes steht oder hängt darüber – oder darunter, je nach Betrachtungsweise.
Diana im SchneeBezugsfertiges Vogelhaus

Der Sargbeschlag ist durch die leicht geneigte Eiche vor dem Schnee geschützt.
Sargbeschlag

Der Weg zum Einkaufen führt mich diesmal nur durch den Wald – und lieber nicht über die Havelseen.
Großer Wannsee bei Tauwetter

Die Böschung am Kanal begrünt sich.
Grün im WinterwaldErstes Grün

Andere Gehölze knospen – sogar ein gebrochener Baum, wohl eine Robinie.
Knospen im WinterwaldGebrochener knospender Baum

Manches Menschengemachte wirkt skurril.
Bank im WinterwaldSchild im Winterwald

Außer mir sind hier noch andere unterwegs, die nicht überall gern gesehen werden.
Wildschweinfährte im SchneeArme Schweine

Der Wechsel von Frost und Tauwetter läßt unter einer Regenrinne den Rhododendron leiden.
Unter der Regenrinne

Die Lärche ist noch behängt mit vorjährigen Zapfen und bildet Knötchen, aus denen die Nadelbüschel sprossen werden.
Lärche im Februar

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Bald beginnt die Fastenzeit

Freitag, 5. Februar 2010 · 16 Kommentare

… und wieder gibt es hier einen lyrischen Fastenkalender mit Eigenem und Fremdem.
Der Index ist in der Kopfzeile aufzurufen, von dort kommt man auf jeden Tag der vorösterlichen Fastenzeit.
Wie immer ist Mogeln ausgeschlossen, die Seiten sind auf Termin gesetzt.

Fastenzeit ist in noch stärkerem Maße als Silvester eine Zeit der guten Vorsätze. Entgegen einem dämlichen Sprichwort glaube ich nicht, daß diese den Weg zur Hölle pflastern – sondern den zum Himmel, oder doch wenigstens den zu einem guten Umgang mit sich selbst und anderen. Denn ohne Vorsätze gäbe es kein planvolles Handeln; jeglicher Fortschritt wäre nur Zufallsprodukt.
Ob ein Vorsatz lautet “Ich setze mich jetzt hin und zähle Erbsen” oder “Ich lese jetzt endlich mal Krieg und Frieden vollständig durch” oder auch “Ich höre mehr zu und krittele weniger” – ob er also zur Entdeckung der Vererbungsgesetze führt, zu einem Gewinn an Bildung oder zu einem sanfteren Miteinander, ist dabei jedem selbst überlassen.
Selbst wenn man an der Durchführung eines Vorsatzes scheitert, ist das besser, als sich gar nichts mehr vorzunehmen.

(Nota bene: Hier ist selbstverständlich nur von moralisch vertretbaren Vorsätzen die Rede. Sollte jemand den Vorsatz haben, sich oder jemand anders zu schädigen, wünsche ich ihm frohes Mißlingen.)

Falls unter meinen Lesern jemand den Vorsatz gefaßt hat, jeden Tag der Fastenzeit ein Gedicht zu lesen, biete ich hiermit meine Hilfe gern und unentgeltlich an.

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Das zwölfte Jahrhundert kehrt wieder

Donnerstag, 4. Februar 2010 · 2 Kommentare

… und mit ihm Hildegard von Bingen und der Archipoeta.

Im Februar und im März kommen jeweils beide zu Wort.
Hildegards Visionen und ihre ergreifend schönen Gedichte stelle ich am 18. Februar und am 9. März jeweils um 19.00 Uhr im Anno Domini vor, jenem charmanten Laden für Liebhaber des Mittelalters, in dem ich schon im vorigen Jahr rezitiert habe.
Ihrem wilden Zeitgenossen, den Erzpoeten, gebe ich meine Stimme ebendort und zur gleichen Uhrzeit, am 25. Februar und am 16. März.

Beide Veranstaltungen finden in dem in den Laden eingebundenen kleinen Café statt, wo man sehr lecker essen und trinken kann. Ein Rollstuhleingang ist vorhanden.

Am 28. Februar feiert das Anno Domini sein einjähriges Bestehen; mit einer kurzen Lesung ist am Nachmittag zu rechnen.

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Ein Anflug von Tauwetter

Mittwoch, 3. Februar 2010 · 3 Kommentare

Nicht daß dem schon wirklich zu trauen ist. Noch ist der Boden hart gefroren, die Schneemassen halten sich gut, und nachts wird es frieren – auch kann es noch eine ganze Menge Neuschnee geben.
Aber gerade ist es sonnig bei molligen 2°C. Der angetaute Schnee bildet zerklüftete Landschaften.
Vom Tauwetter zerklüfteter Schnee 1Vom Tauwetter zerklüfteter Schnee 2
Rhododendron im Tauwetter 2

Stilbewußte Eiszapfen bilden einen weiteren Spitzbogen an einer neugotischen Kirche.
Kirche im Tauwetter

Die vom Winter noch struppigen Hecken zeigen sich wieder; die mein Vorgärtchen umhegende ist vom Schnee niedergedrückt.
Hecke im Tauwetter 1Hecke im Tauwetter 2
Schneeschaden
Radfahren wird vielleicht demnächst wieder attraktiver. Das Schild könnte man inzwischen als Fahrräder abstellen geboten interpretieren; die Vorsilbe ist nicht lesbar. Nach dem nächsten Schneeräumen wird dort vermutlich der barsche imperativische Infinitiv Fahrräder abstellen stehen.
Lang nicht mehr gefahrenabstellen geboten - steht da doch!

Hagebutte im Schnee mit Wassertropfen: Das putzt ungemein.
Hagebutte im Tauwetter 1

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Jede Menge Sonette

Dienstag, 2. Februar 2010 · Hinterlasse einen Kommentar

Da ich an Sonettophilie erkrankt bin – was nicht therapierbar ist -, bin ich unter dem Namen Sonettista einer Selbsthilfegruppe beigetreten.
Es handelt sich um ein kleines, feines Forum, in dem es wirklich ausschließlich um konzentrierte Arbeit an Sonetten geht – neben dem Verfassen hat auch das Übersetzen und Interpretieren fremder Sonette dort Raum.
Spannend finde ich, daß mir auch zu dem vorgegebenen Monatsthema Deutscher Impressionismus recht schnell etwas eingefallen ist.

Seit ich dichte, dichte ich vorzugsweise formal. Sonette sind mir in der letzten Zeit immer lieber geworden. Dabei ist das Deutsche ja keine besonders reimfreudige Sprache; die romanischen Sprachen haben es da wesentlich leichter. Aber die formale Schönheit dieser Gedichtform reizt mich, und zahlreiche Barockdichter haben bewiesen, daß die Form nicht starr sein muß und daß sie sich für alle Inhalte eignet, sofern sie nur irgendein Eigengewicht haben.

Der Index meiner Gedichtseiten ist schon ziemlich lang; wo es sich um ein Sonett handelt, steht das neben dem Titel. Wer mag, kann nachschauen.

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Es wird nicht weiß bleiben!

Montag, 1. Februar 2010 · 2 Kommentare

Zwar wird es diese Ringeltaube nicht mehr erleben.
Tote Ringeltaube

Aber der Umschwung wird kommen, er bereitet sich schon vor, auch wenn die Magnolie noch eine Weile jede Knospe mit einem Pelzchen schützen wird.
Magnolie im Januar 4
Magnolie im Januar 2Magnolie im Januar 3

Andere Knospen tragen einen blanken bräunlichen Panzer; wieder andere sind schon grün.
Januarknospen 1Januarknospen 2
Januarknospen 4Januarknospen 3

Emanuel Geibel
Hoffnung

Und dräut der Winter noch so sehr
Mit trotzigen Gebärden,
Und streut er Eis und Schnee umher,
Es muss doch Frühling werden.

Und drängen die Nebel noch so dicht
Sich vor den Blick der Sonne,
Sie wecket doch mit ihrem Licht
Einmal die Welt zur Wonne.

Blast nur, ihr Stürme, blast mit Macht,
Mir soll darob nicht bangen,
Auf leisen Sohlen über Nacht
Kommt doch der Lenz gegangen.

Da wacht die Erde grünend auf,
Weiß nicht, wie ihr geschehen,
Und lacht in den sonnigen Himmel hinauf
Und möchte vor Lust vergehen.

Sie flicht sich blühende Kränze ins Haar
Und schmückt sich mit Rosen und Ähren
Und lässt die Brünnlein rieseln klar,
Als wären es Freudenzähren.

Drum still! Und wie es frieren mag,
O Herz, gib dich zufrieden;
Es ist ein großer Maientag
Der ganzen Welt beschieden.

Und wenn dir oft auch bangt und graut,
Als sei die Höll’ auf Erden,
Nur unverzagt auf Gott vertraut!
Es muss doch Frühling werden.

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Ein Blatt im Wald und Zäune

Sonntag, 31. Januar 2010 · 3 Kommentare

Ein durchscheinender Rest vom Herbst, ein Ahornblatt, hat es nicht nach unten geschafft und hängt im kahlen Gestrüpp über dem verschneiten Waldboden.
Welkes Ahornblatt im Winter

Hier eine kleine Galerie mit Schnee geschmückter Zäune.
Zaun 2Zaun 3
Zaun 4Zaun 17
Zaun 5Zaun 6
Zaun 7Zaun 12
Zaun 8Zaun 9
Zaun 1Zaun 11
Zaun 13Zaun 14
Zaun 15Zaun 16

Christian Morgenstern
Der Lattenzaun

Es war einmal ein Lattenzaun,
mit Zwischenraum, hindurchzuschaun.

Ein Architekt, der dieses sah,
stand eines Abends plötzlich da -

und nahm den Zwischenraum heraus
und baute draus ein großes Haus.

Der Zaun indessen stand ganz dumm,
mit Latten ohne was herum,

ein Anblick gräßlich und gemein.
Drum zog ihn der Senat auch ein.

Der Architekt jedoch entfloh
nach Afri – od – Ameriko.

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Justitia siegt!

Donnerstag, 28. Januar 2010 · 5 Kommentare

Endlich ist ein überflüssiger, tendenziös geführter, langwieriger Prozess zu einem glücklichen Ausgang gekommen – Yunus und Rigo wurden heute freigesprochen.

Bei aller Freude und Erleichterung bleibt ein bitterer Nachgeschmack.
In der Urteilsbegründung wurde im wesentlichen das Plädoyer des Staatsanwaltes in anderen Worten wiederholt (wenn auch ohne dessen wahrhaft abenteuerliche Konstruktion des Tatherganges). Es ist ein Freispruch aus Mangel an Beweisen, obwohl dem Gericht reichlich entlastende Beweise vorlagen. Polizei, Gericht und Staatsanwaltschaft wurden in langer Rede sorgfältig reingewaschen.
Kein Wort wurde geäußert über die nach Jugendgerichtgsgesetz § 72 (5) unzulässige Verzögerung der Verhandlung. (Ich erinnere: Der Tatvorwurf betrifft ein Geschehen am 1. Mai 2009; die Verhandlung begann am 1. September 2009; vom 1. Mai bis zum 17. Dezember blieben Yunus und Rigo in Untersuchungshaft.) Kein Wort verlor die Richterin an Yunus und Rigo persönlich; ihre vorbildliche Haltung während und nach der Haft wurde nicht einmal in einem Nebensatz erwähnt.

Die Forderung der Verteidigung nach Aufklärung der mit diesem Prozeß zusammenhängenden sonderbaren Vorkommnisse wurde auf diese Weise beiseitegewischt.

Gefreut hat mich auch der Anblick des Oberstaatsanwaltes, der die anderthalb Stunden von der Urteilsverkündung bis zur Schließung des Verfahrens keinmal lächelte. Ich bin gewiß kein besonders rachsüchtiger Mensch, aber sein Dauergrinsen war mir auf die Nerven gefallen, und ich gönne ihm seinen Ärger.

Ich hoffe sehr, mich gemeinsam mit anderen Prozeßbeobachtern auch künftig auf meine Art für Gerechtigkeit in Gerichten einsetzen zu können.
Yunus und Rigo wünsche ich alles Gute.

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