Wasserspiegel und Entenweibchen

Berlin überrascht immer wieder – hier mit einem zauberhaften langgestreckten Wasser mit umgebendem Park zwischen großen, stark befahrenen Straßen und Läden mittlerer Preisklasse.
Stockenten sind ja “ganz normale Vögel”, auch in der Großstadt – umso schöner, wenn man in aller Ruhe bemerken kann, was für schöne Tiere sie sind mit ihren hell umrandeten Federn. Auch die Spiegelungen im Wasser finde ich bemerkenswert. Es ist übrigens ein reiner Weiberzirkel, die Männer sind irgendwo anders, und Mesdames Stockenten scheinen ganz froh darüber zu sein.

weibliche Stockentenweibliche Stockenten
weibliche Stockenten
WasserspiegelWasserspiegel
weibliche Stockente
weibliche Stockenteweibliche Stockente
Wasserspiegel
WasserspiegelWasserspiegel
weibliche Stockenten

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Allen Monicas zum Namenstag

… und allen Monikas, Moniques, Mônicas und Mengias: Gott segne und behüte Euch alle. Und besonders für die Mütter von Sorgenkindern: Heilige Monika von Thagaste, bitte für sie.

Monica

In ihrer Jugend brannte
In Herz und Seele schon
Ein Licht, da sie bekannte
Sich zu dem Gottessohn.
Von Demut und von Güte
War Monica beseelt,
Und wo der Hader glühte,
Hat nie ihr Trost gefehlt.

Sie weinte im Gebete
Für ihren wilden Sohn,
Und für den Gatten flehte
Sie oft vor Gottes Thron.
Den überreichen Segen
Hat Gott ihr spät gewährt:
Zu Jesu Wort und Wegen
Sich Mann und Sohn bekehrt.

Wenn Traum und Bilder schweigen
Und auch die Seele schweigt,
Dann werden wir uns neigen
Vor dem, der uns gezeigt
In einem Atemholen,
In Augenblickes Zeit,
Daß Er uns anbefohlen
Die frohe Ewigkeit.

© Claudia Sperlich

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Das Schulfach Französisch

Lieber Schüler, liebe Schülerin,

nach meinen Maupassant-Übersetzungen wird in der Schulzeit fast täglich gegoogelt, aber in den Schulferien nur selten. Vermutlich bist Du auf diese Seite gekommen, weil Du in Französisch Maupassant lesen sollst und eine Übersetzung suchst.
Ich kann Dich nicht hindern, meine Übersetzung als Orientierungshilfe zu benutzen, nicht einmal, sie zu kopieren und als Dein Werk auszugeben. Bedenke dabei allerdings, dass das nicht nur ein Verstoß gegen das Copyright und also illegal ist, sondern dass zudem Dein Lehrer ebenso gut googeln kann wie Du.
Vor allem aber bedenke, dass man sich mit Schummeln um die eigene Leistung, das eigene Lernen betrügt. Du kannst Dich entweder über das Ergebnis Deiner eigenen Ackerei freuen – auch wenn es ein mangelhaftes Ergebnis sein sollte, auch wenn Du manches falsch oder gar nicht verstehst – oder Du kannst eine Übersetzung lesen und in der Schule so tun, als hättest Du die Geschichte durch eigene Anstrengung erschlossen. Dann aber wirst Du Dich kaum freuen und nicht ein bisschen stolz sein, denn Du wirst wissen, dass Du ganz einfach faul warst und geklaut hast.

Übrigens habe ich das Übersetzen der schönen, klangvollen französischen Sprache nicht durch Mogeln gelernt. Ich habe Französisch gelernt, habe Vokabeln und Grammatik gepaukt, bescheuerte Fehler gemacht, mich überschätzt, einen starken Akzent gehabt, vollkommen unverständliche Sätze gebildet und gedacht, sie wären genial, immer wieder französisch gelesen, geredet, geschrieben – und schließlich konnte ich gut genug Französisch, um Maupassant zu übersetzen. So geht das, nicht anders.

Lieber Schüler, liebe Schülerin, wenn Du zum Mogeln hier bist, verlasse diese Seite, setz Dich woanders hin und mach Deine Hausaufgaben. Sei im übrigen versichert, dass ich eine katastrophale Schulkarriere hatte, Schule zeitweise abartig nervend fand, zeitweise auch Angst vor ihr hatte – und dass ich trotzdem alles, was ich gut kann, selbst gelernt habe und nicht kopiert.

Denn Lernen und Kopieren sind zwei ganz verschiedene Dinge.

Herzliche Grüße
Claudia Sperlich

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Pracht auf kleinstem Raum

Manch einer hat einen küchentuchgroßen Vorgarten oder nicht einmal den, aber doch Platz für Pracht. Immer wieder schön zu sehen, wie sich in dieser Gegend Menschen auf jede mögliche Weise wenigstens einen Miniaturgarten schaffen.

Sonnenblume
Nachtschattengewächs
Chrysanthemen

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Leerer Spielplatz

Leere Rummelplätze und leere Spielplätze finde ich gruseliger als alle Draculaverfilmungen zusammen.
Dieser ist glücklicherweise nur deswegen verödet, weil wenige Meter weiter ein größerer und schönerer ist, der gut besucht wird. Trotzdem denke ich bei diesem Anblick: Leere Spielplätze dürfte es gar nicht geben.

Spielplatz
Spielplatz
Spielplatz

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Spätsommer im Volkspark

Ein kleiner Spaziergang zeigte mir diese Fülle an Blüten und schönem Laub.

Dahlien
Im VolksparkIm Volkspark
Im VolksparkIm Volkspark
Im VolksparkIm Volkspark
Im VolksparkIm Volkspark
MauerpfefferMauerpfeffer
SonnenhutZierrhabarber

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Auf die Straße – für das Leben!

Am Samstag, 20. September, ab 13.00 Uhr, findet in Berlin der Marsch für das Leben statt. Auch ich werde wieder dabei sein – wenn nichts dazwischenkommt, was einer Pflegehelferin natürlich immer mal geschehen kann.
Warum ich strikt gegen Abtreibung bin, habe ich auf diesem Weblog schon oft gesagt – und werde es weiterhin sagen, so lange abgetrieben wird. Josef Bordat schreibt aus philosophischer Sicht sehr differenziert zu diesem Thema.

Menschenleben ist auch dann Menschenleben, wenn es beeinträchtigt ist, wenn es anderes Leben beeinträchtigt (grundsätzlich gilt: Alle Kinder sind auch lästig!) und wenn es sehr viel Geld kostet. Menschenleben ist von der ersten Entwicklungsstufe – der befruchteten Eizelle – an ohne Abstriche schützenswert.
Fanatismus jeder Art ist mir zuwider, und ich werde Fanatismus von einem Haufen krakeelenden Gegendemonstranten ertragen müssen – hoffentlich, wie beim letzten Mal, mit einem Lächeln. Fanatismus von Lebensschützerseite ist mir hierzulande noch nie vorgekommen (wohl aber eindeutiges Engagement, Mitgefühl und Hilfsbereitschaft gegenüber Frauen in Not – und zwar nach Abtreibungen ebenso wie vorher).
Leider gibt es in den USA neben zahlreichen friedfertigen Pro-Life-Aktivisten auch einige gewalttätige Wirrköpfe, die bis zum Mord an Abtreibungsärzten und Pro-Choice-Verfechtern gehen, um den Mord an Kindern zu verhindern. Das ist schrecklich, ist eine schwere Sünde – und zwar haargenau so schwer wie der Mord an einem Kind, denn Mensch ist Mensch. Ich bin gegen die Vernichtung von Menschen in jedem Lebensstadium, unabhängig wie schwere Schuld sie auf sich geladen haben. Schuld macht keine Schuld gut.
Nun wird von zahlreichen Verfechtern eines angeblichen Rechtes auf Abtreibung gern behauptet, daß die gewalttätigen Wirrköpfe, die sich Lebensschützer nennen, sehr zahlreich sind und daß ihr Tun von allen oder doch den meisten Pro-Life-Aktivisten gebilligt wird. Das ist eine von vielen Lügen, die in diesem Zusammenhang über Lebensschützer verbreitet werden, und nicht einmal die schlimmste. (Das Verschweigen von Gewalt gegen Lebensschützer geht übrigens in der Regel Hand in Hand mit dieser Unterstellung.)

Der Preis für die Teilnahme am Marsch für das Leben beschränkt sich nicht auf Fahrtkosten und Schuhsohlenabrieb. Es werden auch einige Nerven strapaziert und viel Geduld. Aber es hat in Berlin niemals Ausschreitungen von Teilnehmern dieser Aktion gegeben – und von ihren Gegnern bisher keine lebensgefährlichen Taten, sondern nur Pöbeln, Schubsen, Drängeln, Hauen und Wegreißen von Kreuzen. Vielleicht noch ein paar zertrümmerte Schaufensterscheiben. Also alles ganz normal.

Meine Arbeit mit Dementen lehrt mich täglich neu Geduld und Nachsicht mit pöbelnden, kratzenden, beißenden und hauenden Menschen. Ich hoffe, diese Geduld auch mit Menschen zu haben, die nicht dement, sondern bloß doof und unfreundlich sind. Und ich vertraue darauf, daß sich viele geduldige und mutige Lebensschützer einfinden werden.

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Kindstötung mag ich nicht so.

Mein erster Grund, Kindstötung abzulehnen, ist die natürliche Abscheu vor der Tötung von Menschen (gleich ob Mord oder Totschlag). Ich mag es einfach nicht, und ich halte es für natürlich, Tötung nicht zu mögen. Das hat auch mit Erziehung zu tun. Das tut man nicht – diese in Kinderzeiten gelegentlich gehörte Mahnung passt auch hier. Kindstötung ist pfui, darüber braucht man nicht zu diskutieren.
Trotzdem wird genau dies seit Jahren immer heftiger und kontroverser diskutiert, und zwar nicht von irgendwelchen armseligen Würstchen, die es nicht besser wissen können, sondern von Lehrstuhlinhabern wie Singer, Giubilini und Minerva sowie Dawkins, die es besser wissen müssen, wenn sie intellektuell noch ernst genommen werden wollen.

Zweitens, weniger naiv, behaupte ich, daß eine befruchtete, entwicklungsfähige menschliche Eizelle mit vollständiger DNA bereits Mensch ist. Sie ist noch lange nicht allein lebensfähig und entwickelt sich im Idealfall über mehrere Jahre hinweg zu einem selbständig lebensfähigen Menschen. In aller Regel findet der erste dramatische Einschnitt und Sprung in dieser Entwicklung nach neun Monaten (manchmal früher) statt; danach dauert es im Regelfall noch etwa fünfzehn bis achtzehn Jahre, bis ein Mensch grundsätzlich imstande ist, in einem komplizierten sozialen Gefüge ohne ständige Hilfe längere Zeit zu überleben. Daraus ergibt sich, daß jede Frist, innerhalb der ein Mensch beseitigt werden “darf”, willkürlich gesetzt ist – und um das zu begreifen, braucht man weder Religion noch irgendwelche ethischen Vorstellungen, sondern nur Biologieunterricht der Sekundarstufe.

Drittens hat die vorhandene oder vermutete oder fehlende Leidensfähigkeit eines Menschen mit seinem Recht auf Leben rein gar nichts zu tun. Wäre es anders, dürfte (oder sollte oder müßte) man jeden Menschen umbringen, da das Leben ohne Leiden nun einmal nicht mehr zu haben war. (Auch für diese Erkenntnis ist Religion noch nicht nötig. Es langt, seekrank zu werden oder Zahnweh zu bekommen.)

Viertens darf das Lebensrecht eines Menschen nicht von einer wirtschaftlichen Bilanzierung seines Lebens abhängen. Josef Bordat äußert sich wie gewohnt sehr differenziert dazu.

Und das sind nur einige meiner Gründe, die Tötung von Menschen gleich in welchem Lebensstadium abzulehnen. Man wird mich nicht eines Schlechteren belehren.

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Mail aus Paris

Kürzlich hatte ich an deutsche Politiker einen Brief über meine Bedenken wegen ungenügender Hilfeleistung für die irakischen und syrischen Christen geschickt. Ein ähnliches Schreiben hatte ich der französischen Regierung gemailt.
Nun fand ich in der Mailbox dies (draufklicken zum Vergrößern):

persecution

Also: Frankreich kümmert sich. Verfolgte irakische Christen sollen aufgenommen werden. Der Premierminister spricht von Verantwortung des französischen Staates. Und all das wird mir mit weit größerer sprachlicher Eleganz mitgeteilt, als sie bei deutschen Politikern üblich ist.

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Die ersten fünfzehnTage

Vor zwei Wochen habe ich in der neuen Arbeitsstelle, einer wirklich schönen und freundlichen Seniorenresidenz, die Arbeit angetreten. Der erste Tag bestand noch im Zugucken und Zuhören. Ich bekam einen Arbeitsplan für die kommende Zeit, auf dem vermerkt ist, bei welchen Bewohnern ich was zu tun habe.

Sechs Bewohner mit verschiedenen Pflegestufen sollte ich im Frühdienst versorgen. Dazu gehört Waschen, Anziehen, Mobilisieren, Essen anreichen. Einige sind noch ganz oder zum guten Teil orientiert, andere nicht; einige brauchen Hilfe in allem, andere in wenigem. Heute ist mir zum ersten Mal ohne Schwierigkeiten gelungen, eine bettlägerige und sprachlos gewordene Frau ohne Probleme und ohne Angst, ihr die Knochen zu brechen, zu waschen, anzuziehen und in den Rollstuhl zu setzen. (Die Knochen brechen nicht – aber bei einem alten Menschen mit sehr starken Kontrakturen teile ich diese Angst mit allen Anfängern.)

Ich habe damit zu schaffen, daß ich in praktischen Dingen die Schnellste nicht bin, und daß ich mich zur leicht von eigenen Fehlern aus der Ruhe bringen lasse. Das ursprünglich geplante Pensum schaffe ich nicht, und ich glaube nicht, daß ich das mit der Zeit besser hinbekomme. Das alles ist für die Kolleginnen enttäuschend und läßt sich nicht schönreden, und es bleibt eine ernste Bedrohung meiner Arbeitsstelle. Die Angst, sie zu verlieren, hat mich noch nicht verlassen – die Probezeit mit der Möglichkeit fristloser Kündigung dauert ein halbes Jahr, und der Vertrag ist auf ein Jahr befristet, kann, muß aber nicht verlängert werden. Ich weiß nicht, wie meine berufliche Zukunft ist, ob ich überhaupt eine solche habe, oder ob ich schon nächste Woche wieder arbeitslos bin – aber ich freue mich über jeden Tag, an dem ich bezahlte und versicherte Arbeit habe.

Was ich immer besser kann, ist, die Bewohner zu verstehen, soweit das möglich ist, und mich auf die verschiedenen Menschen einzustellen. Ich bin ein ungeduldiger und bei Verständnisschwierigkeiten oft unleidlicher Mensch, meine Freunde wissen das – und ich merke mit Staunen, daß diese Charakterfehler mich am Pflegebett schlagartig verlassen, ohne daß ich mich darum bemühe. Nach der Arbeit denke ich manchmal: Warum machen mich Leute, die nicht halb so anstrengend sind, mehr als doppelt so ungeduldig?

In einem anderen Pflegeheim, wo ich das Praktikum absolviert habe, bin ich mindestens einmal wöchentlich, um zwei Frauen zu besuchen. Die beiden habe ich während des Praktikums kennengelernt und kann ihnen nun ein wenig Freude machen, indem ich vorlese, einfach bei ihnen sitze, Händchen halte; die eine freut sich auch, wenn ich mit ihr bete. Ihre Tochter hat mir den Hinweis gegeben, daß sie Märchen und Gedichte liebt – da teilen wir ein Interesse!

Wenn ich von diesen Krankenbesuchen komme, bin ich einfach froh und dankbar, daß ich dort sein durfte. Wenn ich von der Arbeit komme, ist diese Freude und Dankbarkeit noch mit Angst vor neuer Arbeitslosigkeit untermischt. Sollte ich die Arbeit verlieren, will ich auch in diesem Pflegeheim einige Bewohnerinnen weiterhin besuchen. Ich fühle mich dadurch beschenkt.

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