Protz, Prunk und Pracht – es nimmt kein Ende!

Der Einband meiner nun dreißigjährigen Einheitsübersetzung sah noch nie schön aus, jetzt aber wahrlich schäbig. Das mußte anders werden – und ich hatte noch Material, um die Schäbigkeit radikal zu beheben. Jetzt erfüllt der Bibeleinband den Tatbestand der Vortäuschung – es ist keine karolingische Handschrift und auch keine Inkunabel, aber wenigstens sieht das gute Stück jetzt wieder fein aus.
Ja, so sindse, die protzigen Katholiken. Sogar die Frauen!

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Ein vatikanisches Osterwunder

Im November letzten Jahres fand ich in der vatikanischen Netzausgabe der lateinischen Bibel einen wahrlich albernen Tippfehler.

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Ich mailte den Zuständigen vom PCCS (Pontificale Consilium pro communicationibus socialibus; Päpstliches Amt für soziale Medien). Nichts geschah, ich mailte wieder und wieder (und zwar immer in der vatikanischen Staatssprache Latein). Ich schrieb Briefe, zunächst sehr demütig und höflich, dann zunehmend grantig, bis hin zu wirklich schlechtgelaunten Worten.
Am Karfreitag war der Fehler immer noch nicht berichtigt.

Und nun – Wunder über Wunder! – steht da ganz richtig hic statt Chic.

Und der Brief, den ich schon vorbereitet habe und in dem dieser Satz vorkommt:

egomet si tale agerem, Domini Iudicis iustam timerem iram! (Wenn ich so handeln würde, würde ich den gerechten Zorn Gottes, des Richters, fürchten!)

… der bleibt nun virtuell – bis zum nächsten Fehlerfund.

Es hat ja ein bißchen gedauert, aber sage nun keiner, die hören da nicht auf Frauen. Très chic.

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Jesus hat das letzte Wort!

Auch wenn alles sinnlos scheint, wie der Tod dieses 19jährigen Kriegsbegeisterten im I. Weltkrieg.


Selbst wenn die Toten vergessen werden.


Christian Fürchtegott Gellert

Jesus lebt, mit ihm auch ich!
Tod, wo sind nun deine Schrecken?
Er, er lebt und wird auch mich
von den Toten auferwecken.
Er verklärt mich in sein Licht;
dies ist meine Zuversicht.

Und nicht vergessen: Die Osterfreude beschränkt sich nicht auf wenige Tage im Jahr.

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Beiheft zum Gotteslob

Die Gemeinde Maria unter dem Kreuz hat ein Beiheft zum Gotteslob herausgegeben, in dem elf Liedtexte von mir enthalten sind (einer davon meine Übersetzung eines Liedes von Alfonso Maria de Liguori, die anderen ganz mein).

Als Buße für meine Eitelkeit wird es hier nur im Rahmen eines Vanitasbildes gezeigt, mit Schädel, Kerze, Taschenkalender (Weinglas und Tulpen hatte ich gerade nicht).


Und hier der volle Titel:
Beiheft zum Gotteslob. Katholisches Gebet- und Gesangbuch, Ausgabe für die kath. Pfarrgemeinde Maria unter dem Kreuz, Berlin Friedenau-Wilmersdorf
Zusammenstellung: Dirk Elsemann, 2013
benedict müller verlag, Berlin 2014

Ob das gute Stück – das ausschließlich dieser Gemeinde dient – allerdings im freien Handel erhältlich ist, weiß ich nicht; bei Interesse bitte ich, den Verlag zu fragen.

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Emmaustag

Einmal werden alle Gräber leer sein.
Keine Türen, Tore, Schranken wird es geben,
keine Mauern oder Zäune mehr,
keine Ängste, keine Schmerzen,
keine Ghettos und Asyle,
frei wird jedes Wesen sein.
Denn durch Todesnacht und Grabeskälte
hat die Sanftmut uns den Weg gebahnt.

© Claudia Sperlich

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Hochfest der Auferstehung

Jesusritornell

Mit Palmenzweigen
gehen wir dem entgegen,
vor dem die Mächte sich neigen.

Mit Dornen kränzen
wir den, der trägt unsre Sünden,
der niederreißt unsre Grenzen.

Es blühn Narzissen,
da Jesus liegt begraben,
im Foltertod zerrissen.

In Lilienhelle
ist frei der Heiland erstanden,
lebendige Lebensquelle.

© Claudia Sperlich

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Grabesruhe

Alfons Petzold
Gott duldet in mir

Tag und Nacht lauscht er in mir nach einem Ruf der Liebe
aus meinem Herzen,
umspäht meine Hände nach einer Handlung der Güte.
Mit dem grindigen Bettler steht er vor dem Tore,
taumelt an der Seite des Betrunkenen an mir vorbei.
In den Augen der syphilitischen Dirne
wacht angstvoll auf mein Tun sein Blick.
Denn mein Abscheu, mein Ekel und meine Verachtung
rollen aus meinem Blute in seines und dann durch alle Dinge und Wesen. -
Meine bösen Worte der Abweisung, des Zornes und Schimpfes
sind Feuerpfeile in sein Herz;
doch wie von ihm selbst geschleudert.
Manchmal sehe ich ihn im Rahmen eines Traumes
vor mir stehn.
Wehevoll zittern seine Lippen
und aus den ehernen Falten seines Gesichtes
fallen blutige Tränen.
Dann braust im gewaltigen Schmerz die Welt um mich auf
und mein Herz schreit, schreit durch die Nacht:
Gott duldet in mir!

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Nasskalte Hummel

Eine Hummel saß heute früh sehr leichtsinnig auf dem Bürgersteig, noch fast unbeweglich von leichter Nässe und Kälte. Soll ja keiner drauftreten, dachte ich und setzte sie auf den nächsten Efeu, damit sie trocknet, sich wärmt und fliegt. Ich finde Hummeln nett, und soweit diese überhaupt etwas finden kann, findet sie mich wahrscheinlich auch nett.



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Ein Unfallchirurg erklärt die Passion Christi

Dr. David Lee Acuna, ein Unfallchirurg aus Wichita, Kansas, beschreibt die Passion Christi und gibt am Ende ein sehr persönliches und anrührendes Zeugnis. Für die vollständige Richtigkeit meiner Übersetzung gebe ich keine Gewähr, aber im Großen und Ganzen stimmt sie.

Ja, ich glaube, daß Christi Leiden, wie es sich in einer Art körperlicher Anspannung zeigte, der Sein menschlicher Leib unterworfen war, sich im Garten von Gethsemane zeigte. Die Schrift beschreibt, daß er Blut schwitzte. Es gibt ein gut dokumentiertes Krankheitsbild, bei dem Menschen, die unter schrecklich großem emotionalem und physischem Druck stehen, in der Tat Blut schwitzen können, weil kleine Blutgefäße zwischen den Drüsen platzen und das Blut austritt.
Bei der Geißelung wurde eine kurze Peitsche benutzt, in die typischerweise Metallstücke, manchmal Knochen, manchmal Porzellanscherben eingeflochten waren in diese Lederriemen, und die wurde in der Regel auf Rücken, Schultern und Beinen des Opfers angewandt. Und die ersten paar Hiebe auf ein bestimmtes Körperteil zerstören bereits Haut und Fettgewebe, endlich wurden die Hautschichten weggerissen, die Geißel drang dann in die Muskeln ein. Und natürlich, zum großen Teil auch in all diese Blutgefäße, die all dies Gewebe versorgen. Und also verliert man die ganze Zeit Blut.
Die verwendete Pflanze hatte tatsächlich sehr lange Dornen, nicht die kleinen Dornen, an die wir bei einem Rosenstrauch denken. Dies waren Dornen mit einer Länge von normalerweise zweieinhalb bis dreieinhalb Zentimeter Länge. Die Kopfschwarte ist eine der gefäßreichsten Körperstellen mit einer sehr großen Blutzufuhr. Also, da nun diese Dornen bis auf die Schädeldecke eindrangen, gingen sie durch die ganze Kopfschwarte, und das allein mußte einen sehr großen Blutverlust erzeugen. Ich habe gesehen, daß Menschen einfach zu Tode bluteten nur durch Kopfschwartenverletzungen. Also, das ist eine Menge kleiner Verletzungen, sehen Sie, Dutzende dieser Dinger, die durch die Kopfschwarte dringen, das bedeutet natürlich mehr Blutverlust.
Wenn ein Opfer das Kreuz tragen muß, wird das typischerweise in der Literatur, also zeitgenössischer römischer Literatur, so beschrieben, daß es das Querholz des Kreuzes trägt. Und dies Querholz ist ein Balken, also ein Gewicht von etwa 50 kg.(1) Und natürlich sind die Arme so ausgestreckt, angebunden an den Kreuzbalken, und wenn man hinfällt, braucht man Hilfe zum Aufstehen. Man kann einfach nicht alleine aufstehen, weil es unmöglich ist, ohne Zuhilfenahme der Arme aufzustehen. Er hat also Hilfe beim Aufstehen gebraucht, wenn Er hinfiel, und es ist gut möglich, daß er auf die Brust fiel, was wiederum zu einer Verletzung des Herzens führen könnte.
In der Anatomie sehen wir das Handgelenk als Teil der Hand. Wenn also die Nägel zwischen Elle und Speiche plaziert werden, an dieser Stelle, paßt das immer noch zu der Beschreibung, daß sie in der Hand waren. Und das ist die Stelle, an der die Nägel nicht ausreißen könnten; da braucht man einen festen Punkt für die Fixierung geben. Ein weiterer interessanter Punkt bei dieser Stelle der Nägel ist der Mittelarmnerv an dieser besonderen Stelle des Handgelenks, und also mußte es entweder zur Zerstörung des Nervs kommen oder zu einer Reizung des Nervs, also zu einem schrecklichen Ausmaß an Schmerzen, so daß man bei jedem Versuch zu atmen Todesqualen leidet. Man stößt sich ab mit durchbohrten Füßen, was natürlich wehtut, und dann hängt man an durchbohrten Armen. Und also wechselt man von Folterqual zu Folterqual bei jedem Atemzug.
Nun, selbst wenn Er die Kreuzigung tatsächlich überlebt hätte, so hätte er nicht die tödliche Speerwunde überlebt, als sie herausfinden wollten, ob er noch lebte oder nicht. Beschrieben ist der Verlust von Wasser und Blut, und das heißt, Wasser entweder aus Lungenflüssigkeit oder Herzbeutelflüssigkeit(2), Blut entweder von der Lungenarterie oder der Lungenvene, oder aus dem Herzen selbst. Wenn man nicht sofort von einem Unfallchirurgen, wie ich selbst, mit aller vorhandenen modernen Ausrüstung behandelt wird, kann man bereits nach wenigen Minuten keine dieser Verletzungen überleben.
Als Sohn Gottes hätte Christus alles überleben können. Er hat zu diesem Zeitpunkt gewählt, sich als ein Mensch zu zeigen, und Er erlaubte sich, zu sterben. Und da er zu diesem Zeitpunkt Mensch war, hätte Er diese besondere Serie von Verletzungen nicht überleben können, das ist nicht möglich. Christus als Gott hätte alles überleben können, und Er wählte zu der Zeit, Christus als Mensch zu sein, um für unsere Sünden zu sterben. Und wegen dieser Selbstbeschränkung, ein Mensch zu bleiben, starb Er. Er überlebte das Ereignis nicht.
Ich bin tief beeindruckt von Ihm. Ja, ich mache mir klar, daß der Preis, den Er gezahlt hat, etwas war, das ich wohl für niemanden jemals hätte tun wollen. Für mich ist es sehr schwer, Lieder über das Kreuz zu singen, selbst im Gottesdienst, weil ich wirklich verstehe, was Er gezahlt hat, den Preis, den Er gezahlt hat.

(1) ist vermutlich etwas zu hoch gegriffen. Ein Fichtenbalken von 20x20x150 cm wiegt knappe 30 kg; härtere Holzarten sind schwerer, aber man wird kaum das edelste Hartholz für ein Kreuz genommen haben. Schlimm genug!
(2) Übersetzung unsicher, der Doktor nuschelt, und ich bin kein Mediziner, aber Flüssigkeitsansammlungen im Herzbeutel kommen wohl vor.

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Karfreitag

Zyklus: Vergebung

Buße

Zu wohlfeil scheint mir, was mir auferlegt -
Ein leichtes Tun, ein Beten voll Vertrauen.
Doch läßt es mich den Weg von neuem schauen,
Auf dem mich Deine Gnade führt und trägt.

Ich sehe noch mit Staunen und mit Grauen,
Wie fleißig ich hab Angst und Zorn gehegt.
Nun bin ich hoffnungsvoll, bin neu bewegt,
Will lieben und will helfen, aufzubauen.

Mit Deiner Hand, Herr, stärke meine Hände,
Mit Deinem Geist erleuchte meinen Geist.
Durch Deinen Tod für mich zum guten Ende.

Ich will vor allen Menschen Dich bekennen,
Dir dienen, bis die Silberschnur zerreißt,
In Tat und Wort mich nie mehr von Dir trennen.

© Claudia Sperlich

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