Der Gedichtband ist so gut wie fertig

… nur der Klappentext noch nicht.
Und ich mag es überhaupt nicht, Klappentexte für meine eigenen Bücher zu schreiben.
Statt eines sinnvollen Textes fiel mir nur dies ein:

Klappentextsonett

Die Sperlich ist katholisch, und sie dichtet -
Nur Klappentexte kann sie nicht gut schreiben.
Sie muß es tun – und ließe es gern bleiben,
Hat Schmierpapier auf Schmierpapier geschichtet,

Läßt, selbst getrieben, die Gedanken treiben,
Verwirft Notizen, kaum daß sie gesichtet.
Der Klappentext bleibt ewig unverrichtet…
Nun muß sie sich was Süßes einverleiben.

Sie schriebe gern: Dies Buch ist genial!
Sonettenkränze! Ah, phänomenal!
Hier zeigt sich Gottes Größe, Seine Güte!

Es ist der religiösen Dichtkunst Blüte!
Stattdessen schreibt sie: Na, es ist halt Lyrik.
Jetzt kauft und lest. Dann bitte Panegyrik.

© Claudia Sperlich

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Schutz vor Zwiebeldieben

Nachdem kriminelle Eichhörnchen sämtliche Blumenzwiebeln von meinem Balkon entwendet und – vermutlich – vertilgt haben, habe ich nun zwei alte Einkaufnetze geopfert. Wenn alles gut geht, werden hier im Frühjahr Krokusse und Zwergiris blühen.

Schutz vor Zwiebeldieben

Salatrauke mögen sie zum Glück nicht, die darf ich essen. Was blüht, ist ebenfalls uninteressant für Hörnchen.

Salatrauke
November auf dem Balkon

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Was Petrus zu Silvanus sagte

… habe ich aus geheimer Quelle erfahren.
Die Übersetzung (aus einem mit altaramäischem Slang durchsetzten, grammatisch nicht einwandfreien Koiné-Griechisch) hat Prof. Phil Ollock aus Oxford übernommen. Zum heutigen Fest Petri Kirchweih hat er mir freundlicherweise die Veröffentlichung gestattet.
Die Streitfrage, wer denn nun den 1. Petrusbrief verfasst hat, dürfte hiermit geklärt sein.

Silvanus, schreiben Sie bitte an die Presbyter in Pontus: Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, Er hat uns in Seinem großen Erbarmen neu geboren, damit wir auf Jesus hoffen – nein, streichen Sie die letzten Worte – lieber so: damit wir durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten eine lebendige Hoffnung haben.
Dann bitte ein Hinweis auf die ewige Herrlichkeit nach dieser Zeit. Die sollen nicht so trübe dreinschauen – ach nein, formulieren Sie das irgendwie positiv.

Dann bitte höflich, aber bestimmt: Keine Revolte! (Wieder irgendwie positiv formulieren.) Obrigkeit respektieren. Gilt im Kleinen auch für Sklaven, und für Frauen. Sollen sich nicht so auf Tüddelkram konzentrieren, Gott allein ist wichtig. Na, und die Familie isses auch. Über Weltsachen bestimmen die Männer, isso, aber die Frauen sollen den Glauben bewahren. (Vielleicht bringt ja die eine oder andere ihren Mann zur Umkehr.) Die Männer sollen sich aber auch nicht so aufspielen vor den Frauen, die einen sind nicht mehr wert als die anderen.

Achja, und die Presbyter. Gibt ja einige, die führen sich auf wie die Kleinkönige. Klarstellen, daß sie keine Sonderrechte haben.
Und dann, machen Sie Mut, Silvanus. Der Herr wird ja kommen! Und sie sollen nicht aufgeben, zu beten, gut zu sein, zu dienen. Die Heiden werden dann schon sehen, daß wir kein krimineller Haufen sind. Und wenn sie es doch nicht sehen und die Schikane und Verfolgung geht weiter, Kopp hoch! Jesus hat für uns gelitten, wir sind auf Seinen Tod getauft, also nicht so anstellen. Alle werden sich vor Gott verantworten müssen.
Übrigens bald, nehm ich an. Demütig sollen wir sein, vor Gott und voreinander. Gut sein sollen sie vor allem – also alle, nicht bloß die Presbyter, versteht sich.
Schreiben Sie irgendwas in der Richtung, und fassen Sie es als Weisung, nicht bloß als Empfehlung. Diese resignierten Streithammel kapierens sonst nicht.

Silvanus, Sie machen das schon. Ich hab volles Vertrauen zu Ihnen.
Kopien bitte nach Kappadozien, Asien und Bithynien.
Danke. Und nehmen Sie sich einen Kaffee.

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Kultur des Schenkens

Wie ich bereits bemerkte, und wie man in der Seitenleiste und der neu angelegten Seite Auszeichnungen in der Kopfleiste sieht, bin ich Robusta-Preisträgerin in der Kategorie Kultur.

Aus diesem Anlaß habe ich meinen ebenfalls oben und in der Seitenleiste sichtbaren Wunschzettel ein wenig modifiziert. Um es ganz überdeutlich zu machen, schreibe ich es hier noch einmal:

Meine Heimatgemeinde, die katholische Pfarrgemeinde Maria unter dem Kreuz, freut sich über Spenden, besonders für die gut frequentierte Suppenküche (Sach- und Geldspenden) und die Abzahlung der Renovierungskosten für die schöne Marienkirche.

Kathki.Gem.Maria u.d. Kreuz
Pax Bank eG
BLZ: 370 601 93
Konto: 6000 738 024

Vermerk: “Suppenküche” oder “Renovierung St Marien” (oder ein Spendenzweck eigener Wahl, etwa “Orgel Heilig Kreuz”, oder “Kirchenmusik Großgemeinde”, oder “Pastoralarbeit” oder, mit Rücksicht auf den Stifter der Robusta, “Prunk, Protz und Patenen” – nein, letzteres führt die Gemeinde nicht als offiziellen Spendenvermerk… dennoch…)

Kirche in Not ist ein pastorales Hilfswerk päpstlichen Rechts zur Unterstützung verfolgter, bedrängter und notleidender Christen weltweit. Besonders liegt mir am Herzen die Hilfe für
- Christen in Nordkorea, was derzeit vor allem die Eindämmung der Hungersnot bedeutet und sich in diesem abgeschlossenen Land schwierig gestaltet;
- Christen aus Syrien und Nordirak;
- Christen aus Nigeria.

HERZLICHEN DANK ALLEN BETERN UND SPENDERN!

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Robusta in Silber!

Der ehrenwerte Herr Alipius hat trotz Krankheit in rasender Eile die Ergebnisse der Robusta 2014 bekanntgegeben.
Glückwunsch an alle siegreichen Mitstreiter, besonders an den heurigen Goldmedaillen-Absahner Josef Bordat, an Geistbraus und Thomasleser, die in der gleichen Kategorie wie ich erfolgreich sind.

Ich freue mich über Silber in der Kategorie Kultur – Dank an alle, die für mich gestimmt haben!
Dank übrigens auch an alle, die anders gestimmt haben. Ich sehe diesen als Scherz begonnenen Preis als eine schöne Anfeuerung, weiter in der Blogoezese aktiv zu sein.

Meine Medaille ist in Arbeit, ich werde mit ihr dauerprahlen, sobald ich sie habe. Vorerst nur dies:

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Die Heilige Schrift, übertragen von Franz Eugen Schlachter

Buchgeschenk
Buchgeschenk

Viele meiner Freunde wissen, daß ich die Schlachter-Bibel den anderen Übertragungen ins Deutsche vorziehe. Kürzlich wurde ich von dem Blogger, Dichter und Schriftsteller Harald Stollmeier darauf angesprochen – und eben kam hier eine wunderschöne ledergebundene Ausgabe (in der revidierten Fassung von 2003) an.

Bibel
Bibel

Das erste Aufschlagen führt mich zu Jesaja 55,1-2:

Wohlan, ihr Durstigen alle, kommt her zum Wasser; und die ihr kein Geld habt, kommt her, kauft esst! Kommt her und kaufet ohne Geld und umsonst Wein und Milch! Warum wiegt ihr Geld ab für das, was kein Brot ist, und euren Arbeitslohn für das, was nicht sättigt? Hört doch auf mich, so sollt ihr Gutes essen, und eure Seele soll sich laben an fetter Speise! Neiget eure Ohren und kommt her zu mir, hört, so wird eure Seele leben! Denn ich will euch einen ewigen Bund gewähren: die Gnadengüter Davids, die zuverlässig sind.

Bibel
Bibel

Franz-Eugen Schlachter hat Großes geleistet mit dieser Übersetzung. Er hat die bald zarte, bald wilde Poesie der Psalmen und der Propheten wunderbar übertragen, und er hat die Vokalisierung des Gottesnamens JHWH konsequent vermieden, dem Ewigen sei Dank.

Bibel

Herzlichen Dank, lieber Harald!

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Robusta naht!

Die Abstimmung zur Robusta 2014 ist geschafft – auf den letzten Drücker habe auch ich gestimmt. Ich fand das nicht einfach. Zunächst ist es schwierig, bei so vielen verschiedenen Weblogs hoher Qualität sich für einen je Kategorie zu entscheiden, sodann wollte ich vermeiden, immer die gleichen hervorragenden Blogger zu umschmeicheln (wie sieht denn das aus). Und schließlich habe ich wegen der großen Bandbreite der Bloggerei kein Weblog für verschiedene Kategorien angegeben, und wenn es noch so gut in zwei oder drei davon paßt.

So habe ich entschieden:

Qualität – Josef Bordat
Spiritualität – 500 Jahre Teresa von Avila
Politik – Katholon
Kultur – Braut des Lammes
Frische – vias vitae
Papsttreue – Moralblog
Augenhonig – Thomas sein Abendland
Alltag – Bei Cassandra am Teetisch
Mauerblümchen – Und dennoch…
Zwerchfell – Huhn meets Ei
Großmaul – Schwester Robusta
Dialog – Echo Romeo
Cocktail – Thomasleser
Trägheit – Epistulae Tiberii
Abseits – Theomix

Wenn einer der hier Aufgeführten keine Robusta bekommt, ist es wenigstens nicht meine Schuld.

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Zwei Parks und ein Hörnchen

Eine langweilige Besorgung wurde erheblich verschönert dadurch, daß ich vorher einen und danach den anderen kleinen Park besuchen und die dazugehörigen – gruselig leeren – Spielplätze ablichten konnte. Der zweite war strenggenommen nicht leer – nicht völlig.

Park
ParkIm Herbst
Birke
HerbstlaubHerbstlaub
Spielplatz
SpielplatzSpielplatz
Spielplatz
SpielplatzSpielplatz
Eichhörnchen auf SpielplatzEichhörnchen auf Spielplatz
Eichhörnchen auf Spielplatz

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Ein Heiliger und ein Vater – aber kein Papst

Martin von Tours, der großzügige und friedfertige Heilige, dessen die Kirche heute gedenkt, starb vor 1617 Jahren. Ihm habe ich zwei Gedichte geschrieben – das eine ist ein Choral und wird in der Großgemeinde Maria unter dem Kreuz gesungen.

St. Martin
Melodie: Großer Gott, wir loben dich

Martin mußte lange Zeit
Als Soldat des Kaisers leben.
Waffen und Soldatenkleid
Trug er nur mit Widerstreben,
Wollte, statt im Heer zu stehn,
Jesu Friedenswege gehn.

Als er um den Abschied bat,
Ließ der Kaiser ihn nicht ziehen,
Sprach von Feigheit und Verrat.
Martin sprach: “Ich will nicht fliehen,
Doch auch Blut vergießen nicht:
Christus ist mein Friedenslicht.”

“Ohne Waffen laß mich gehn,
Ohne Furcht vor Kriegsgefahren.
Wehrlos will vorm Feind ich stehn,
Jesu Kreuz wird mich bewahren.
Jesus ist mein guter Hirt,
Der den Frieden schaffen wird.”

Bischof Martin folgte Gott,
Tat und lehrte Sein Erbarmen,
Teilte gerne in der Not
Brot und Wissen mit den Armen.
Eigne Not galt ihm gering,
Bis sein Weg zu Ende ging.

“Herr, es ist ein harter Streit,
Deinen Dienst zu tun im Leben.
Und ich kämpfte lange Zeit!
Willst Du mir nun Abschied geben,
Ruh ich gern, doch auf Dein Wort
Führ ich Deine Sache fort.”

Martins tapfrer Lebenslauf
Ist im Frieden ausgeklungen.
Gott nahm Seinen Diener auf,
Engel haben ihm gesungen,
Trugen ihn nach Leid und Streit
In die lichte Ewigkeit.

© Claudia Sperlich

Das andere ist ein Resumé der üblichen Martinsfeiern.

Ach Martin

Martin, ach, Laternenlicht
wär dir wohl noch recht geworden,
auch die lauten Kinderhorden,
aber Heidentum doch nicht!

Nur Kostümfest und Geschrei,
Glühwein dann und Würstchenessen,
kannste als Asket vergessen,
wärste eh nicht gern dabei!

Martin, trotz der Feierei
ohne Glaubensgrund und Wissen
wollen wir dich doch nicht missen -
steh uns armen Toren bei!

Bitt für uns mit frommem Sinn,
Gott woll uns den Tand vergeben!
Laß die armen Gänse leben,
den Klamauk nimm freundlich hin,

hilf, die Großen wachzurütteln,
bis sie sich zu Gott gewandt,
nimm die Kleinen bei der Hand!
Sonst ist dieses Fest zum Schütteln.

© Claudia Sperlich

Ein anderer Martin, Agnostiker aus frommem evangelischen Elternhaus, beschränkte zwar sein Interesse für Heilige auf den kunsthistorischen Blick (Martin von Tours wurde von vielen großen Meistern gemalt), bestand aber am Martinstag auf die traditionelle Gans. Auch ihm habe ich vor einigen Jahren ein Gedicht geschrieben.

Vater

Wir gingen abends oft zum Automaten.
Laternen warfen ihre gelben Scheiben
aufs Pflaster, und mein Schatten wollt nicht bleiben -
ich staunte, daß wir niemals auf ihn traten.

In deiner Hand war sehr viel Raum für meine.
Im Wechsel schwer und leicht erklang dein Gehen,
und wenn ich rannte, bliebst du manchmal stehen -
dein Hinken wartete auf kurze Beine.

Du gabst mir Antwort auf die schwersten Fragen
und zeigtest mir den Großen Himmelswagen,
und manchmal rezitiertest du Gedichte.

Dann stecktest du die Schachtel Filterlose
bedächtig in die Tasche deiner Hose -
dann gings nach Haus zur Gutenachtgeschichte.

© Claudia Sperlich

Ich bin diesen beiden Martins dankbar – sogar aus ganz ähnlichen Gründen, auch wenn der jüngere der beiden kein Heiliger war. Großzügig und liebevoll war er aber auch.

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Die erste legale Kirche

Vor 1690 Jahren, im Jahr 324, wurde die Lateranbasilika geweihtOmnium urbis et orbis ecclesiarum mater et caput, wie die Inschrift am Eingang sagt, Mutter und Haupt aller Kirchen in der Stadt und dem Erdkreis. Die Kirche aller Kirchen, der erste Kirchenbau, wurde von Papst Silvester geweiht – elf Jahre nachdem Kaiser Konstantin das Christentum legalisiert hatte.

Bis zu diesem Tag hatten Kirchen ausschließlich in Privathäusern stattgefunden – einige waren zu Hauskirchen für größere Gemeinden umgebaut – sowie wohl auch in einigen Synagogen, deren Mitglieder sämtlich Christen geworden waren. Die Lateranbasilika ist der erste Kirchenbau, der als solcher konzipiert war.

Eine Basilika – wörtlich: eine königliche [Halle] – war ursprünglich der Ort, wo der König Recht sprach und wo auch Geschäfte abgeschlossen wurden. In der Lateranbasilika ist dort, wo in einer heidnischen Basilika der König säße, die Kathedra des Bischofs von Rom – und hoch darüber ein Mosaik, das den wirklichen König zeigt, Jesus Christus.

Ich möchte heute besonders danken dafür, daß ich in einem schönen Kirchengebäude Gottesdienst feiern darf, ohne um meinen Kopf zu fürchten – leider in unserer Zeit keine Selbstverständlichkeit.

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