Mein Leben als Rezitatorin

Nur fünf Lieder

Dienstag, 13. Mai 2008 · 6 Kommentare

… darf ich, laut Piris Stöckchen, für einen Aufenthalt unbekannter Länge (ich vermute mal, durch Verbannung) auf einer einsamen Insel mitnehmen. Da heißt es wählen – und nach den ersten zwei Liedern müßte ich in obskuren Archiven musikwissenschaftlicher Institute stöbern:

1. Die Vagantenbeichte des Archipoeta in der rekonstruierten Originalmelodie, gesungen von einem Tenor, a capella.
2. Dies Iræ, anonym (fälschlich Thomas von Celano zugeschrieben); wie oben.
3. Stephan Langtons Veni Sancte Spiritus, gesungen von einem Mönchschor.
4. Ecce gratum, in der musikalischen Fassung von Carl Orff.
5. Damit ich nach meiner Rettung noch Deutsch kann, noch aus der Bachkantate 94 die Tenorarie Die Welt kann ihre Lust und Freud, gesungen von Kurt Equiluz, unter der Leitung von Nikolaus Harnoncourt.

Mal angenommen, es gibt auf der einsamen Insel kein schwerwiegendes Ernährungsproblem und keine ganz widerlichen Tiere wie wildernde Hunde, Malariamücken etc.: Bitte rettet mich nicht zu schnell.

Nun werfe ich das Stöckchen zu Don Farrago, Frau Indica, Herrn Exit und Claudia Kilian mit der Bitte, es nur aufzuheben, wenn sie das wirklich wollen.

Kategorien: Allgemeines

6 Antworten bis hierher ↓

  • Sammelmappe » Vorsicht Holz! // Mittwoch, 14. Mai 2008 um 9.26

    [...] Ein Stöckchen habe ich bekommen. Ich, die ich die Stöckchen so liebe. Und noch dazu ein Musik-Stöckchen: Fünf Lieder solle ich aussuchen, die ich auf die berühmte einsame Insel mitnehme. Ausgerechnet Musik. Der Inhalt meines IPods sollte eigentlich ebenso wenig an die Öffentlichkeit gelangen, wie der Inhalt meines Kühlschranks. Ich höre leidenschaftlich gerne Musik, die ich mit bestimmten Erinnerungen verbinde. Oder mit bestimmten Gefühlslagen. So kommt mein geheimes Sammelsurium zusammen: ein bißchen Kitsch, ein bißchen Rock, ein bißchen Woodstoock und zum Abrunden noch ein bißchen Elektrorock aus den 80ern. [...]

  • piri // Donnerstag, 15. Mai 2008 um 5.32

    Hörst du eigentlich auch ganz „normal“? Manche dieser Stücke kenne ich gar nicht …

  • Claudia // Donnerstag, 15. Mai 2008 um 5.55

    Ich höre gerne alles von Gregorianik bis Romantik, manchmal Beatles oder alten Jazz, zwischendurch auch mal irischen Folk und gelegentlich Krysztof Penderecki (ganz groß, aber sehr schwere Kost). Die angegebenen Lieder sind bzw. wären das, was ich mir in monatelanger Inseleinsamkeit immer wieder zu Gemüte führen könnte. Mit modernem Pop kann ich meist nicht viel anfangen, höre zwischendurch gelegentlich rein, aber es berührt mich nicht so.

  • Don Farrago // Sonntag, 18. Mai 2008 um 10.34

    Ich habe mir die Problematik mal ausgiebig durch den Kopf gehen lassen und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich kein einziges Lied mitnehmen würde, und zwar aus folgenden Gründen:

    1. Die Auswahl würde mir bei meinem breit gefächerten Musikgeschmack ohnehin zu schwer fallen.

    2. Fünf Lieder sind ganz einfach zu wenig, um Stimmungsschwankungen und wechselnden Gefühls- und Gemütslagen über längere Zeit zu begegnen. Dann lieber gar keins.

    3. Selbst wenn ich diese fünf Lieder finden würde, befürchte ich, dass nach einer gewissen Zeit der Hörgenuss durch die beständigen Wiederholungen verloren geht.

    4. Als pragmatisch denkender Mensch gehe ich davon aus, dass es auf der Insel keine Ersatzbatterien, keine Akku-Ladestationen und keinen Stromanschluss gibt. Was nützen mir die schönsten Lieder, wenn ich sie nach kurzer Zeit schon nicht mehr hören kann, weil mir der Saft fehlt? Und ein Kurbel-Grammophon mit Schellackplatten wäre auch keine Lösung, da das die Auswahl von vornherein zu sehr einschränken würde.

    Also würde ich mir lieber ab und zu was pfeifen oder selbst ein Liedchen schmettern oder gröhlen, wie ich das auch sonst gerne mal mache, wenn ich alleine bin und niemanden störe… ;-)

  • Claudia // Sonntag, 18. Mai 2008 um 10.38

    Eine weise Entscheidung, Don Farrago! Vielleicht stattdessen ein Stapel Notenpapier und Bleistifte?

  • Don Farrago // Sonntag, 18. Mai 2008 um 11.00

    Nicht unbedingt – aber eine Orgel wäre nicht schlecht! Dann könnte ich meinen Freitag zum Betätigen der Bälge abrichten…

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