Mein Leben als Rezitatorin

Die Weisheit des fahrenden Volkes

Mittwoch, 14. Mai 2008 · 3 Kommentare

Vor der Vorstellung 8Vor der Vorstellung 3
Heute waren in Steglitz die Geschwister Weisheit zu sehen (genaugenommen die Familie dieses schönen Namens), Nachkommen der Brüder Weisheit, die 1900 diese Artistendynastie begründeten. Sehr charmant war das Programm, ganz in alter Art – mit den Nummern der ersten Stunde – und mit großem Witz.
Übrigens: sie sind noch einige Tage da, am Samstag mit rauschendem Finale. Gönnt Euch Artistik – es kostet keinen Eintritt, außerdem sind in den umliegenden Einkaufszentren Exponate der Truppe zu sehen, von Fotos aus den Anfängen der Weisheits über Künstlerausweise aus DDR-Zeiten (Erlaubnis zu künstlerischer Betätigung) bis zu alten Hilfsmitteln zum Aufbau.
Ansage
In DDR-Zeiten durften Artisten bei Auslandsreisen ihre Kinder nicht mitnehmen. Durch diese Erpressung war sicher, daß sie wiederkamen. Heute dürfen sie wieder fahrendes Volk sein, aber ihr Leben wird immer härter, der Transport ihrer Gerätschaften immer teurer, Stellplätze auch nicht billiger. Wenn also die Weisheit mal wieder vorbeikommt – geht hin, schaut, träumt, genießt – und sorgt dafür, daß sie leben kann, die Weisheit.
Knabe auf dem Seil 1Ein Stuhl auf dem Seil 4Kochkunst auf dem Seil 4Velociped auf dem Seil 5Mit Holzschuhen auf dem Seil 2Seiltänzerin mit SackkarreSeiltänzerpaar 3Seiltänzerinnen im SpagatJohanna, das fünfjährige ArtistenkindHandstand auf Vaters HandJohanna auf dem Seil 1Johanna auf dem Seil 2Johanna auf dem Seil 3Johanna auf dem Seil 4
Abschied der Artisten 2

Kategorien: Allgemeines
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3 Antworten bis hierher ↓

  • Strabo // Mittwoch, 14. Mai 2008 um 9.02

    Wusste gar nicht, dass es so etwas noch gibt! Glänzende, einen guten Eindruck vom Geschehen vermittelnde Photos. Gratulor, Claudia spectatissima.

  • loreley // Freitag, 16. Mai 2008 um 4.32

    Deine Fotos immer! Ich bewundere Artisten. Wahrscheinlich bin ich nicht die einzige die ein Faible für das fahrende Volk hat. Als ich Kind war, kamen manchmal für ein paar Tage Zirkuskinder zu uns in die Klasse. Es war eine verrückte Erfahrung, eine vergleichsweise schüchterne und unscheinbare Klassenkameradin im Rampenlicht zu sehen. So anders. Und beneidenswert.

  • Claudia // Montag, 19. Mai 2008 um 3.18

    Leider hat die BZ, wie ich eben erfuhr, einen dummen Artikel geschrieben des Inhalts, daß die kleine Johanna “unverantwortlich” behandelt werde, daß sie in erheblicher Gefahr gewesen sei und daß sie “ängstlich” gewirkt habe. Sie war durch drei Familienmitglieder am Boden gesichert, und ihr Gesichtsausdruck auf dem Seil war nicht, wie dies Blatt schreibt, ängstlich, sondern vollkommen ruhig und konzentriert. Nach der Vorstellung alberte sie mit einem anderen Kind herum.
    Ich bin sehr wütend auf die Journaille, die einer disziplinierten und arbeitsamen Familie – nebenbei auch der kleinen Johanna – solchen Schaden zufügt.

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