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Sonntag, 29. November 2009 · 12 Kommentare
Allen Lesern wünsche ich eine frohe, stressarme, segensreiche, liebevolle Adventszeit!
Da mein virtueller Adventskalender sich erst am 1. Dezember öffnet, hier einige Photos meines heimischen Adventskalenders – der schon heute sein erstes Türchen öffnet.
Das Bücherregal ist ein guter Ort für einen Adventskalender, in dem es heuer Bibelzitate zu den Themen Weisheit und Liebe gibt.



Auch ein Adventskranz muß sein, wie jedes Jahr. Die erste Kerze steht im Kranz, die anderen warten noch außerhalb.

Ich liebe den Advent, Zeit zwischen Rummel und Einkehr, Kitsch und Kunst, Süßkram und Fasten, Sentimentalität und Religion – eine sicher nicht einfache Zeit, zumal in winterkalten Gegenden mit kurzen Tagen, aber ich möchte nicht auf diese schöne Zeit verzichten.
Nur angesichts der hausgroßen Plakate, die mit Weihnachtsmännern und Tannenbäumen für den Konsum ohne Sinn und Verstand werben – da könnte ich zuweilen zur Bilderstürmerin werden. Allein, das nützt ja auch nichts – also: tief durchatmen, ein unfreundliches Wort denken und das beworbene Dingsda nicht kaufen.
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Montag, 9. November 2009 · 8 Kommentare
Manchmal fällt mir auch ein sehr boshaftes Zitat ein:
Niederträchtig, aber einig,
Und in letzter Hinsicht, mein ich,
Immerhin noch zu verehren;
Doch wie lange wird das währen?
Bösewicht mit Bösewicht –
Auf die Dauer geht es nicht.
Wilhelm Busch, Plisch und Plum
Doch trotz allem Ärger über den real existierenden Kapitalismus, über politische und andere Dummheiten, über Machtgeilheit, Bildungsferne und -feindlichkeit (insbesondere in höheren Etagen) und was mich sonst noch erzürnt – heute will ich mich einfach nur freuen, daß die Mauer, dies Monster, nicht mehr steht und langsam, langsam auch in den Hirnen überwunden wird.
Gestern besuchte ich eine Lesung. Bettina Buske las aus dem Buch Mauerstücke, in dem Schriftsteller aus Ost und West ihre Sicht der Mauer und des Mauerfalls beschreiben. Ein lebendiges Geschichtsbuch ist das, in dem Angst und Unverständnis angesichts des „antifaschistischen Schutzwalls“ ebenso beschrieben sind wie die naive Bewunderung, die ein Kind für einen Soldaten der Volksarmee hegt; die Erfahrung von Ablehnung durch die jeweils „anderen“ und auch Versöhnung und wachsendes Verständnis werden in zahlreichen Geschichen melancholisch und humorvoll, zornig und fröhlich geschildert.
Patricia Koelle und Bettina Buske haben beide nicht nur selbst höchst lesenswerte Geschichten beigetragen, sondern auch die ungeheure Arbeit der Herausgabe geleistet.
Den Anhang des Buches bildet eine bunte und kuriose Photogalerie der Mauer von der Westseite.

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Samstag, 19. September 2009 · 3 Kommentare
Heute beginnt für Juden ein neues Jahr. Gebe der Ewige allen Menschen, gleich welchen Glaubens oder welcher Überzeugung, zwölf gute Monate, in denen Liebe und Einsicht wachsen.
Ps. 122
Ein Wallfahrtslied. Von David.
Ich freue mich an denen, die zu mir sagen: Lasset uns zum Hause des HERRN gehen!
Unsre Füße stehen in deinen Toren, Jerusalem!
Jerusalem, du bist gebaut als eine Stadt, die fest in sich geschlossen ist,
wohin die Stämme hinaufziehen, die Stämme des HERRN (ein Zeugnis für Israel), zu preisen den Namen des HERRN!
Denn dort sind Stühle gesetzt zum Gericht, die Stühle des Hauses David.
Bittet für den Frieden Jerusalems! Es gehe wohl denen, die dich lieben!
Friede sei in deinen Mauern und Glück in deinen Palästen!
Um meiner Brüder und Freunde willen sage ich: Friede sei in dir!
Um des Hauses des HERRN, unsres Gottes, willen will ich dein Bestes suchen!
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Samstag, 28. Februar 2009 · 2 Kommentare
Dank an alle Freunde, die mich mit guten Wünschen und schönen Dingen bedacht haben.
Ein leckeres Frühstück gab es – das Vorbereiten hat übrigens ebensoviel Freude gemacht wie das genüßliche Vertilgen.

Wundervolle Geschenke bekam ich auch. Nicht im Bild: eine unglaubliche Menge sehr schöner Blumen für den Balkon; Bericht folgt!

Ein schönes Martin-Luther-Florilegium bekam ich von einem leider nicht Anwesenden, hieraus für künftige Feste:
Bei mir sollt ihr sein zu Hause und zu Tische, daß ihr keine Fahr noch Sorge haben sollt.
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Montag, 2. Februar 2009 · 5 Kommentare
Vierzig Tage nach Weihnachten wird dieses Fest gefeiert – mancherorts noch heute mit viel Brauchtum verbrämt. Die heutige Lesung enthält für mich einen der schönsten Sätze überhaupt; ich hoffe, ihn einst sagen zu können.

Peter Cornelius
Simeon
Das Knäblein nach acht Tagen
Ward gen Jerusalem
Zum Gotteshaus getragen
Vom Stall in Bethlehem.
Da kommt ein Greis geschritten,
Der fromme Simeon,
Er nimmt in Tempels Mitten
Vom Mutterarm den Sohn;
Vom Angesicht des Alten
Ein Strahl der Freude bricht,
Er preiset Gottes Walten
Weissagungsvoll und spricht:
„Nun lässest du in Frieden,
Herr, deinen Diener gehen,
Da du mir noch beschieden,
Den Heiland anzusehn,
Den du der Welt gesendet,
Daß er dem Heidentum
Des Lichtes Helle spendet
Zu deines Volkes Ruhm!“
Mit froh erstaunten Sinnen
Vernimmt’s der Eltern Paar,
Dann tragen sie von hinnen
Das Knäblein wunderbar.
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Freitag, 9. Januar 2009 · 6 Kommentare
Heute wäre er 90 Jahre alt geworden. Die Pückler Gesellschaft e.V. Berlin feiert diesen Geburtstag; ich werde einiges aus der Feder meines Vaters vortragen.
Ein umfangreiches Programm mit Gedichten und Prosa von Martin Sperlich wird zehn Tage später, am 19. Januar Februar um 19.30 Uhr, in meiner liebsten Buchhandlung zu hören sein – für Garten- und Architekturfreunde, für Feinde der Bürokratie, für alle, die an Sprachwitz Vergnügen haben und für Liebhaber von Bildung, Bäumen und Barockschlössern.
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Dienstag, 6. Januar 2009 · 3 Kommentare
Heute feiert die Kirche Epiphanias, die Erscheinung des Herrn. Ursprünglich bedeutete das Wort das unvermittelt-wohltätige Erscheinen einer Gottheit. Zur Entstehungszeit der Evangelien wurde das in der griechischen und römischen Welt durchaus als Möglichkeit angenommen; in diesem Zusammenhang sei an einen für Paulus und seinen Kollegen Barnabas ziemlich peinlichen Vorfall erinnert. Außerdem wurde das Wort auf den Einzug menschlicher Machthaber übertragen, die eher selten Friedensfürsten waren. Die frühe Kirche übertrug das Wort auf Jesu Kommen in die Welt; dies, sagte sie damit, sei nun der wahre Gott und wirkliche Friedensfürst.
Allen Lesern wünsche ich einen friedvollen und gesegneten Tag.
Wilhelm Wackernagel
Die heiligen drei Könige
Sie zogen auf verschiednen Bahnen
Und wollen doch zum gleichen Ziel;
Es waren hier entrollte Fahnen
Und dort und dort des Windes Spiel,
Und hier und dorten ging beladen
Der Troß mit Gaben für den Herrn:
Sie zogen auf verschiednen Pfaden
Und folgten doch demselben Stern.
Bis endlich auf ein Dach von Halmen
Der Stern sein letztes Licht ergoss,
Bei Hirtenliedern, Engelpsalmen
Sein treulich winkend Auge schloss.
Da war, da war das Ziel gefunden,
Da fanden auch die Pilger sich
Und dienten nun, in eins verbunden,
Dem gleichen Herrn demütiglich.
Und bittre Myrrhen hat der eine,
Der andre Weihrauch ihm gezollt,
Der dritte bracht’ ihm Edelsteine
Und Perlen dar und rotes Gold!
Und jedes Opfer nahm in Gnaden
Und jeden Priester sah er gern:
Sie kamen auf verschiednen Pfaden
Und dienten doch demselben Herrn.
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Donnerstag, 1. Januar 2009 · 6 Kommentare

Allen Lesern wünsche ich ein gutes und gelingendes Jahr 2009!
Achim von Arnim
Neujahr
Altes Jahr, du ruhst in Frieden,
Deine Augen sind geschlossen;
Bist von uns so still geschieden
Hin zu himmlischen Genossen,
Und die neuen Jahre kommen,
Werden auch wie du vergehen,
Bis wir alle aufgenommen
Uns im letzten wiedersehen.
Wenn dies letzte angefangen,
Deutet sich dies Neujahrgrüßen,
Denn erkannt ist dies Verlangen,
Nach dem Wiedersehn und Küssen.
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Mittwoch, 31. Dezember 2008 · 8 Kommentare

Beste Wünsche zum Jahreswechsel an alle meine Leser!
Bleibt liebevoll und möglichst gesund, trinkt in Maßen, steckt die Häuser nicht an!
Friedrich Rückert
Licht
Nun ist das Licht im Steigen,
Es geht ins neue Jahr.
Laß deinen Muth nicht neigen,
Es bleibt nicht wie es war.
So schwer zu seyn, ist eigen
Dem Anfang immerdar,
Am Ende wird sichs zeigen,
Wozu das Ganze war.
Nicht zage gleich den Feigen
Und klag’ in der Gefahr!
Schwing auf zum Sonnenreigen
Dich schweigend wie der Aar!
Und wenn du kannst nicht schweigen,
So klage schön und klar!
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Donnerstag, 25. Dezember 2008 · 5 Kommentare
Allen meinen Lesern wünsche ich ein friedvolles, schönes, frohmachendes und liebevolles Weihnachtsfest.

Annette von Droste-Hülshoff
Am Weihnachtstag
Still ist die Nacht; in seinem Zelt geborgen,
der Schriftgelehrte späht mit finstren Sorgen,
wann Judas mächtiger Tyrann erscheint;
den Vorhang lüftet er, nachstarrend lange
dem Stern, der gleitet über Äthers Wange,
wie Freudenzähre, die der Himmel weint.
Und fern vom Zelte über einem Stalle,
da ist’s, als ob aufs nied’re Dach er falle;
in tausend Radien sein Licht er gießt.
Ein Meteor, so dachte der Gelehrte,
als langsam er zu seinen Büchern kehrte.
O weißt du, wen das nied’re Dach umschließt?
In einer Krippe ruht ein neugeboren
und schlummernd Kindlein; wie im Traum verloren
die Mutter knieet, schlichter Mann rückt tief erschüttert
das Lager ihnen; seine Rechte zittert
dem Schleier nahe um den Mantel noch.
Und an der Türe steh’n geringe Leute,
mühsel’ge Hirten, doch die ersten heute,
und in den Lüften klingt es süß und lind,
verlor’ne Töne von der Engel Liede:
„Dem Höchsten Ehr’ und allen Menschen Friede,
die eines guten Willens sind.“
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