Die Oranienstraße 25 ist ein besonders schönes gründerzeitliches Gebäude. Im Vorderhaus befindet sich das Museum der Dinge, ein ebenso lehrreicher wie spaßiger (und teilweise auch gruseliger) Ort mit Objekten vom späten 19. Jh. bis heute. Bettina Buske hatte mich auf die bis zum Ende dieses Monats laufende Ausstellung Böse Dinge aufmerksam gemacht – ein amüsant-schauriges Lehrstück darüber, daß ein Mangel an Geschmack oft, wenn nicht immer, zugleich ein Mangel an Moral ist (was man an Bierhumpen in Mamillenform, Broschen aus in Gold gefaßten Milchzähnen, lächerlichen Darstellungen von Schwarzen usw. unschwer erkennen kann).
Den Bestand des Museums bilden Gegenstände aller Art – schlichte und aufwendige, billige und edle, Gebrauchsgegenstände und Luxusgüter. Darunter ist hervorragendes Design ebenso wie Kitsch aller Art – ein Blick auf über hundert Jahre Geschichte des Geschmacks.
Mich faszinierte außerdem das alte Gewerbegebäude. Hier eine kleine Bildergalerie:
Ich möchte Hahnemanns Kunst keineswegs zu nahe treten – sie mag, wenn auch aus unerforschten Gründen, hie und da wirkungsvoll sein -, aber was sich da ein englischer Apotheker mit Internetversand erlaubt, ist wahrlich Humbug vom Feinsten.
Berlin Wall
Potencies: 6C-50M Alternative name(s): Piece of rock taken from the wall
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Die Homöopathie heilt Gleiches mit Gleichem; dies hier soll Soziopathen helfen.
Soll man das Zeug vielleicht, um die Wirkung zu steigern, unter Berieselung mit sozialistischem Liedgut schlucken?
Klugheit und Besonnenheit mögen heute den Kugelschreiber in der Wahlkabine führen!
Zur Warnung diene, was Dichter über jene Eigenschaft schreiben, die so häufig zu falschen Entscheidungen führt.
Wer nur der Weisheit nachgespürt, den halt’ ich noch für keinen Mann:
Doch wer die Dummheit ausstudiert, den seh ich für was Rechtes an!
Der Weisen Tun errät man leicht: man sieht da noch wann, wie, warum;
Bei Dummen kuckt man sich umsonst nach allen diesen Sachen um.
Der Dummheit Weg ist wunderbar; niemals erkennet man den Grund,
Und fänd’ ihn einer richtig aus, so tät er aller Funde Fund!
Denn Dummheit ist die größte Macht, sie führt der Heere stärkstes an;
Ich glaube, dass sie nie ein Held bekämpfen und besiegen kann.
O krieche lieber in ein waldig Tal,
Entzieh’ dein Haupt des Tages holdem Strahl
Anstatt an Menschen dich heranzudrängen,
Die die Beschränktheit hält in ihren Fängen;
Auf Erden gibt es keine größre Qual,
Als von der Dummheit abzuhängen.
O hungre lieber, pflüge selber wacker,
Statt dich zu nähren von der Dummheit Acker;
Es ist, bei Gott! die häßlichste der Sünden,
Auf Dummheit seines Lebens Glück zu gründen.
Begib dich lieber in des Teufels Rachen,
Statt über Dumme dich zum Herrn zu machen;
Soweit verbrochen wird, gibt’s kein Verbrechen,
Keins, dessen sich die Dummen nicht erfrechen.
Die Dummheit ist’s, die ewigblinde Dirne,
Die Gottes Geißel so zu strafen liebt,
Daß sie ihr Freunde und Gebieter gibt,
Die stets das Dümmste hegen im Gehirne
Und Dummheit üben mit der frechsten Stirne.
Dummheit, erhabene Göttin,
Unsere Patronin,
Die du auf goldenem Throne,
Auf niedriger Stirne die blitzende Krone,
Stumpfsinnig erhabenes Lächeln
Auf breitem, nichtssagendem Antlitz –
Königlich sitzest:
Siehe herab mit der Milde Miene
Auf deine treuen, dir nach-
Dummenden Kinder,
Verjage aus dem Land
Die Dichter und Künstler und Denker,
Unsere Verächter,
Vernichte die Bücher – Traumbuch und Rechenknecht,
Briefsteller und Lacherbsen verschonend,
Und wir bringen ein Eselchen dir,
Dein Lieblingstier,
Dein mildes, sanftes, ohrenaufsteigendes Lieblingstier.
Eine goldene Krippe dafür
Und ein purpurnes Laken von Disteln.
Reden werden selten spontan gehalten. So hat vermutlich jede Partei bereits seit einiger Zeit zwei Reden in der Schublade, eine für die katastrophale Niederlage und eine für ein günstiges Ergebnis.
Mir wurde eben anonym eine Siegerrede zugespielt. Hört selbst:
Seit einiger Zeit schreibe ich mit Begeisterung Sonette zu allen möglichen Themen. Die letzten beiden sind
Ruhmsucht
Auch ich erträume manchmal Ruhm und Ehre
und – was damit zusammenhängt – viel Zaster.
(Ich weiß schon, Habsucht ist ein schlimmes Laster,
doch schlimmer lastet meiner Börse Leere.)
Fest steht, daß manche mich schon Dichter nannten.
Doch das mit unvergänglich hellem Ruhm
ergibt wahrscheinlich sich nicht mal postum
zugunsten meiner armen Anverwandten.
Sonette lesen ist nicht à la mode,
es ist verrückt und hat nicht mal Methode,
es dient nicht dem Erfolg und macht nicht schlank.
Ob ich die Welt aus der Reserve hole?
Ob sie mir dafür gibt so Ruhm als Kohle?
Es wär ein durchaus angemessner Dank.
Wo je im Tode und im prallen Leben,
in schwerer und in holder Zeit dazwischen
die einen trennen und die andern mischen,
zerreißen hier und anderswo verweben -
wo immer möglich, schreibe ich Sonette
von allen Fährnissen und Lieblichkeiten,
um so das Leben dichtend zu begleiten -
mit einem Dichterfreunde um die Wette.
Und wenn wir einst als grau gewordne Greise,
mit Zitterhänden scheun vor Tastaturen,
im Körper schwach, im Geist nur scheinbar weise -
dann werden unsre Pfleger sorglich zählen
die Verse, die ins Netz gebannten Spuren,
und einen zum Sonettenfürsten wählen.
Auf einem kargen Stück ungepflegten Grüns zwischen einem ungeheuren Parkplatz und einer lebensfeindlich lauten Straße war ein Liebespaar zu Gange, und ich war indiskret genug, eine Serie Photos zu schießen – was die beiden überhaupt nicht störte.
Es handelte sich um eine Biene und ein Stauden-Löwenmäulchen, beide von Natur eher wortkarg und vermutlich ohne moralische Bedenken.
Die Marienkäfer sind – vermutlich von Vergleichbarem – bereits etwas müde.
Die klaren Worte fand ich auf dem Weg durch die Stadt. Bis zur Unverständlichkeit umständliches Behördendeutsch ist so allgegenwärtig, daß ein Hinweis wie dieser wohltuend auffällt.
Gute Ernte fand ich im Garten. Die Winterbirnen sind sehr lecker, und der Baum ist wohl auch froh, die Last los zu sein. Walnüsse sind ebenfalls ein Genuß, den uns allerdings eine Horde Eichhörnchen nach Kräften streitig macht – aber wer will das übelnehmen!
Beim Besuch eines Internetcafés stellte ich fest, daß meine jüngsten Photos gelber Blümchen aus Gründen des Jugendschutzes nicht gezeigt werden. (Ich vermute den Gedankengang Blume – Biene…)
Die in lateinischer Sprache abgefaßte Nachricht eines Freundes wird automatisch überschrieben mit [unknown language 82%]. (Lieber Anbieter, so schlecht ist mein Latein wirklich nicht!)