Mein Leben als Rezitatorin

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Herbstschmuck in der Wohnung

Donnerstag, 25. September 2008 · 4 Kommentare

Wie in Kindertagen habe ich Kastanien gesammelt und schöne Weinblätter, noch nicht ganz rot, teils fast weiß mit roten Sprenkeln oder Ecken.
Herbstdekoration

Physalis habe ich schon vor einigen Tagen aus dem mütterlichen Garten geholt und auf den Bücherregalen verteilt.
Herbstdekoration 2

Ich mag den Herbst von allen Jahreszeiten am liebsten.

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Putztag

Montag, 22. September 2008 · 4 Kommentare

Meine Wohnung sieht – endlich – wieder so aus, daß ich mich darin wohlfühle. Ich bin meine eigene Putzfrau, das hat durchaus Vorteile, wie man bei Christian Morgenstern lernen kann.

Zäzilie

I

Das Erste, des Zäzilie beflissen,
ist dies: sie nimmt vom Tisch und Stuhl die Bücher
und legt sie Stück auf Stück, wie Taschentücher,
jeweils nach bestem Wissen und Gewissen.

Desgleichen ordnet sie die Schreibereien,
die Hefte, Mappen, Bleis und Gänsekiele,
vor Augen nur das eine Ziel der Ziele,
dem Genius Ordnung das Gemach zu weihen.

Denn Sauberkeit ist nicht zwar ihre Stärke,
doch Ordnung, Ordnung ist ihr eingeboren.
Ein Scheuerweib ist nicht an ihr verloren.
Dafür ist Symmetrie in ihrem Werke.

II

Zäzilie soll die Fenster putzen,
sich selbst zum Gram, jedoch dem Haus zum Nutzen.

Durch meine Fester muß man, spricht die Frau,
so durchsehn können, daß man nicht genau
erkennen kann, ob dieser Fenster Glas
Glas oder bloße Luft ist. Merk dir das.

Zäzilie ringt mit allen Menschen-Waffen …
Doch Ähnlichkeit mit Luft ist nicht zu schaffen.
Zuletzt ermannt sie sich mit einem Schrei -
und schlägt die Fenster allesamt entzwei!
Dann säubert sie die Rahmen von den Resten,
und ohne Zweifel ist es so am besten.
Sogar die Dame spricht zunächst verdutzt:
So hat Zäzilie ja noch nie geputzt.

Doch alsobald ersieht man was geschehn,
und sagt einstimmig: Diese Magd muß gehn.

Nun, die Fenster habe ich weder geputzt noch herausgeschlagen, aber man kann noch ganz gut hindurchsehen. Die Papiere liegen in der von mir allein durchschaubaren Ordnung. Gesaugt und geputzt ist zur Zufriedenheit, meine Katze hat sich wieder beruhigt (sie mag es nicht, wenn ich putze), der Brotteig geht noch eine halbe Stunde, bevor er in den Ofen kommt, Wäsche ist gebügelt, Wäsche ist gewaschen und aufgehängt, Möhren sind gar, Kaffee ist fertig – mehr Hausfrauliches ist nicht zu machen.
Nachher muß ich noch proben – am Samstag ist wieder was zu hören.

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Nachbars Zimmersuche

Dienstag, 12. August 2008 · Kommentar schreiben

Der Blogger Murmel sucht ein Zimmer in einer WG in Südberlin. Wer ein WG-Zimmer für eine witzige und gebildete junge Frau hat, außerdem einen Balkon, und von Lesenden nicht allzu befremdet ist, kann sich hier melden. Ich bin sicher, er wird es nicht bereuen.

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Hofgärtlein im August

Dienstag, 5. August 2008 · Kommentar schreiben

Die Nachbarin, die das Hofgärtlein sonst so fleißig bewässert, ist verreist, und so kümmere ich mich (und werde sie fragen, ob ich das öfter darf).
Die rosa Hortensien sind kurz vorm Welken grün geworden, die blauen changieren nach Graugrün.
Welkende Hortensien 1
Welkende Hortensien 2

Ein schöner Kater treibt sich manchmal hier herum.
Nachbars Kater 2

Der Hibiscus blüht auf.
Hibiscus

Ein kleiner Spaziergang läßt mich an der Straße die schwarz werdenden Beeren der Sarococca hookeriana entdecken.
Sarcococca 1
Sarcococca 2

Friedrich Hölderlin
Der Sommer

Das Erntefeld erscheint, auf Höhen schimmert
Der hellen Wolke Pracht, indes am weiten Himmel
In stiller Nacht die Zahl der Sterne flimmert,
Groß ist und weit von Wolken das Gewimmel.

Die Pfade gehn entfernter hin, der Menschen Leben,
Es zeiget sich auf Meeren unverborgen,
Der Sonne Tag ist zu der Menschen Streben
Ein hohes Bild, und golden glänzt der Morgen.

Mit neuen Farben ist geschmückt der Gärten Breite,
Der Mensch verwundert sich, dass sein Bemühn gelinget,
Was er mit Tugend schafft, und was er hoch vollbringet,
Es steht mit der Vergangenheit in prächtigem Geleite.

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Spaziergang in Steglitz und Friedenau

Montag, 7. April 2008 · Kommentar schreiben

Die Gegend ist zehn bis zwanzig Jahre früher bebaut worden als das alte Weißensee, also Ende des 19. Jhs., und mit mehr Geld. Leider hat der II. Weltkrieg erhebliche Löcher gerissen, die nun durch herrliche Warenhäuser zugestellt sind. Sehr vieles aber ist heile geblieben und wird zumeist gut gehalten, bis auf wenige Ecken, die noch einen morbiden Charme ausstrahlen, bald aber nur noch kaputt sein werden, wenn das Denkmalamt sich nicht erbarmt.
Durch die meisten Türen hier kann man nicht einfach gehen, sondern nur schreiten.

Diese hier war auch mal so!

Der Stuck hat hier etwas durchaus Hemmungsloses.

Diese Putten sind für Weltweisheit (rechts: Globus und Eule) und Kunst (links: Plattenkamera) zuständig.

Aus Gründen, die mit einer nahen Veranstaltung zu tun haben, sind Fremde für mich im Augenblick Skythen, Kolchier oder Chalyber. (Unter Skythen verstehe ich besonders die Leute von der Telecom sowie die bayerische Trachtenkapelle, die heute das Einkaufszentrum durchlärmte.) Meine Leser sind natürlich Hellenen.

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Mehr aus der Wohnung

Montag, 31. März 2008 · 8 Kommentare

Wie angekündigt, folgen hier noch einige Bilder aus der Wohnung.
Den Flurschrank schmücken einige Plakate meiner Veranstaltungen (da ich ja irgendwo hemmungslos prahlen muß).
Flurschrank
Ein schöner Hängeschrank ist da auch; leider habe ich kein besseres Photo hinbekommen.
Barockschrank
Diesen Stuckmarmor-Spiegel hat ein Stuckateur meinem Vater irgendwann in den 60er Jahren geschenkt.
Stuckmarmor
Diese Eisenbahn von Günter Anlauf bekam ich als Kind.
Eisenbahn
Glanzstück der Küche ist dieser Schrank. Einst hatte er zwei eingelassene Porzellanschilder mit Weintrauben, eines davon ging zu Bruch, und mein Bruder hat es damals durch ein Holzschild ersetzt.
Küchenschrank
Über der Spüle hängen einige Schmuckkacheln.
Kacheln
Über das Wohn- und Arbeitszimmer wachen Heilige und Engel (und, Dank Strabos Fürsprache, die Penaten).
MönchEngelchen

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Es ist eingerichtet!

Freitag, 28. März 2008 · 5 Kommentare

Was für eine Wohnung. Hell, geräumig, schön, in wundervoller Gegend – und ich darf darin wohnen.
Von den Photographien sind leider nur wenige etwas geworden, weitere folgen bald.

Küche

Wohnzimmer

Balkon

Der Blick vom Balkon läßt mich Gärten genießen, die ich leider nicht benutzen darf.

und eine Kuriosität im Bad:

Die Lampe hat ein Porzellangewinde, woraus ich schließe, daß sie nicht viel jünger ist als das Haus. (Der Dreck darauf war auch etwa so alt – und leider konnte ich das Gewinde nicht perfekt säubern, da die Wohnung sehr hoch ist und ich nicht schwindelfrei bin.)

Im mütterlichen Garten war ein Vogelhaus zu ersetzen. Denn auch Vogeljunge müssen wohnen.

Und unschuldsweiß blühen die Anemonen.

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Wohnliches und Natürliches

Dienstag, 25. März 2008 · 4 Kommentare

Die Wohnung gewinnt Form. Aber es gibt noch einiges zu tun!
Schlafzimmer
Lena auf Bett
Hier gibt es mehr Vögel als in Weißensee; heute früh saß ein Grünfink vor dem Küchenfenster, und ein Eichelhäherpärchen treibt sich in der Gegend herum.
Im Garten war gestern – da bin ich nicht mehr zum Schreiben gekommen – ein sonderbares Farbspiel zu sehen, ein knallroter Lerchensporn.
Roter Lerchensporn
Und am Weg wächst das Moos in kleinen Landschaften.
Moos
Moos

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Nachbarschaft, heilig und profan

Freitag, 21. März 2008 · Kommentar schreiben

Die Friedrich-Wilhelm-Kirche auf dem gleichnamigen Platz ist ein schönes Beispiel für gute Architektenroutine des 19. Jhs. – in dieser Art wurden hunderte Kirchen gebaut, eher noch tausende, sie ist nichts Besonderes – und doch ein guter, funktioneller, als Kirche von weitem erkennbarer Bau von schlichter Schönheit. Nun gut, die Jesus-Figuren des 19. Jhs. sind nicht unbedingt mein Fall, unser Herr sieht da immer so humorlos aus und so deutsch. Aber ich möchte diese Art der Kirchenbauten nicht missen.
Friedrich-Wilhelm-Kirche
Heute abend wird hier übrigens die Johannes-Passion von Bach gespielt, ich freue mich sehr darauf!
Ein berühmter scharfzüngiger Literat wohnte in der Nachbarschaft. Sein lyrisches Werk ist nicht so mein Fall, ich glaube auch, er wird literarisch etwas überschätzt. Aber sein klarer Kopf und seine Integrität in politischer Hinsicht sind unbezweifelbar. – Übrigens löste er als Herausgeber der Weltbühne Siegfried Jacobsohn ab, nach dem die Straße heißt, in der ich bis vor einer knappen Woche wohnte.
Tucholsky

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Kultur macht sich breit

Mittwoch, 19. März 2008 · 3 Kommentare

in meiner neuen Wohnung. Die Bücher stehen, und da ich ein Regal von der Vormieterin übernommen habe, wirkt es, als hätte ich viel weniger davon als vor dem Umzug. Überhaupt hat diese Wohnung, obwohl sie an Quadratmetern geringfügig kleiner ist als die alte, ungeheure Mengen an Stauraum. Meine in der alten Wohnung unordentlich in den Schrank gestapelten Fotokästen werden bald auch einen Regalplatz bekommen.
Die Belletristikregal
Der Teddy ist übrigens etwas älter als mein Vater, der ihn zur Geburt 1919 von seinem großen Bruder bekam. Dann ging er sukzessive an meine Brüder und mich.
Hoffmann braucht natürlich seine Tropfen.
hoffmannstropfen
Nachschlagewerke, Biblisches, Theologisches und Philosophisches
regal
Das Bild – eine Bleistiftzeichnung von Joachim Dunkel, 1966 – zeigt meinen Vater.
Die Badezimmertür habe ich ein wenig geschmückt. Der Putto sieht aus, als schicke er sich an, in der Nase zu bohren, aber ich mag ihn trotzdem.
putto und sphinx

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