Allen Lesern wünsche ich ein schönes, frohmachendes, gesegnetes Osterfest.
Möge die Liebe sich ausbreiten.
Mit den Tags ‘Ostern’ versehene Einträge
Halleluja!
Sonntag, 12. April 2009 · 8 Kommentare
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XXIV
Montag, 24. März 2008 · Kommentar schreiben
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Den Jubel der Berge werfen die Täler zurück.
Durchsonnter Wälder Dunst erzählt von heimlichster Liebe.
Vor langer Zeit kam eine alte Gottheit
als goldner Regen über eine Frau.
Der neue Gott war tot und ist erstanden
und fällt als goldnes Feuer auf die Menschen,
und wo der Geist hinfällt, keimt Freude.
© Claudia Sperlich
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XXIII
Sonntag, 23. März 2008 · Kommentar schreiben

jesus
ein warmer stern in kalter zeit
ein gotteskind im menschenkleid
ein schwarzer tag zur frühlingszeit
ein tod für alles menschenleid
ein goldner tag in tränenzeit
ein mensch und gott, der uns befreit
ein feuertag in freudenzeit
du gott, du mensch, wir sind bereit
© Claudia Sperlich
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XXII
Samstag, 22. März 2008 · 2 Kommentare

Hinrichtung
Die Wolken reißen auf. Tief steht die Sonne.
Die Fieberhitze wird zur Liebesglut.
Ich rufe meinen Vater, und im Augenblick
ist Mama da in einem: warmen Schuppen,
Arbeiter, die ihr Brot und Decken bringen -
die Wüste dann… wir müssen eilig weiter -
die Alten dann, die mir, dem Jungen, lauschen -
die Hochzeit dann… die Sorge um den Wein -
die schöne Frau (sie scheint mich zu erkennen) -
der Garten, wo mein Freund mir Blumen pflückte -
der Garten, wo mein Vater mich besuchte -
der Garten, wo ich gestern erst gebetet -
das Abendbrot… es gab so viel zu sagen -
Jehuda, Freund, hat es so müssen sein?
@ Claudia Sperlich
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XXI
Freitag, 21. März 2008 · Kommentar schreiben

Rainer Maria Rilke
Der Ölbaum-Garten
Er ging hinauf unter dem grauen Laub
ganz grau und aufgelöst im Ölgelände
und legte seine Stirne voller Staub
tief in das Staubigsein der heißen Hände.
Nach allem dies. Und dieses war der Schluss.
Jetzt soll ich gehen, während ich erblinde,
und warum willst Du, dass ich sagen muss
Du seist, wenn ich Dich selber nicht mehr finde.
Ich finde Dich nicht mehr. Nicht in mir, nein.
Nicht in den andern. Nicht in diesem Stein.
Ich finde Dich nicht mehr. Ich bin allein.
Ich bin allein mit aller Menschen Gram,
den ich durch Dich zu lindern unternahm,
der Du nicht bist. O namenlose Scham…
Später erzählte man: ein Engel kam – .
Warum ein Engel? Ach es kam die Nacht
und blätterte gleichgültig in den Bäumen.
Die Jünger rührten sich in ihren Träumen.
Warum ein Engel? Ach es kam die Nacht.
Die Nacht, die kam, war keine ungemeine;
so gehen hunderte vorbei.
Da schlafen Hunde und da liegen Steine.
Ach eine traurige, ach irgendeine,
die wartet, bis es wieder Morgen sei.
Denn Engel kommen nicht zu solchen Betern,
und Nächte werden nicht um solche groß.
Die Sich-Verlierenden läßt alles los,
und sie sind preisgegeben von den Vätern
und ausgeschlossen aus der Mütter Schoß.
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XX
Donnerstag, 20. März 2008 · Kommentar schreiben

Nur was aufsteigt, kann sich senken,
nur was niederfällt, kann steigen.
Nur weil Gott als Mensch gelebt hat
und gelitten, konnte Er erstehen.
Nur das Sanfte widersteht dem Harten,
nur das Licht durchdringt das Dunkel.
Nur die Lehre, die erleuchtet,
kann die Bitterkeit besiegen.
© Claudia Sperlich
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XIX
Mittwoch, 19. März 2008 · Kommentar schreiben

Friedrich Hölderlin
Der Frühling VII
Die Sonne kehrt zu neuen Freuden wieder,
Der Tag erscheint mit Strahlen, wie die Blüte,
Die Zierde der Natur erscheint sich dem Gemüte,
Als wie entstanden sind Gesang und Lieder.
Die neue Welt ist aus der Tale Grunde,
Und heiter ist des Frühlings Morgenstunde,
Aus Höhen glänzt der Tag, des Abends Leben
Ist der Betrachtung auch des innern Sinns gegeben.
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XVIII
Dienstag, 18. März 2008 · Kommentar schreiben

Eduard Mörike
Charwoche
O Woche, Zeugin heiliger Beschwerde!
Du stimmst so ernst zu dieser Frühlingswonne,
Du breitest im verjüngten Strahl der Sonne
Des Kreuzes Schatten auf die lichte Erde,
Und senkest schweigend deine Flöre nieder:
Der Frühling darf indessen immer keimen,
Das Veilchen duftet unter Blüthenbäumen
Und alle Vöglein singen Jubellieder.
O schweigt, ihr Vöglein auf den grünen Auen!
Es hallen rings die dumpfen Glockenklänge,
Die Engel singen leise Grabgesänge;
O still, ihr Vöglein hoch im Himmelblauen!
Ihr Veilchen, kränzt heut keine Lockenhaare!
Euch pflückt mein frommes Kind zum dunkeln Strauße,
Ihr wandert mit zum Muttergotteshause,
Da sollt ihr welken auf des Herrn Altare.
Ach dort, von Trauermelodien trunken
Und süß betäubt von schweren Weihrauchdüften,
Sucht sie den Bräutigam in Todesgrüften:
Und Lieb’ und Frühling, Alles ist versunken!
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XVII
Montag, 17. März 2008 · Kommentar schreiben

Friedrich Spee von Langenfeld
Lob Gottes auß einer weitleuffigen Poetischen Beschreibung der frölichen SommerZeit
Jetzt wicklet sich der Himmel auff
Jetzt wegen sich die Räder
Der Frühling rüstet sich zum lauff
Vmgürt mit Rosenfeder
O wol, wie scheinbar, frisch, und kraus!
Wie glantzend Elementen!
Nitt mögens halber sprechen auß
Noch Redner, noch Scribenten.
O Gott, ich sing von hertzen mein,
Gelobet muß der Schöpffer sein.
Du schnelle Post, o schöne Sonn!
O gülden Roß, vnd Wagen!
O reines Rad, auff reinem Brunn
Mitt zartem glantz beschlagen!
Jetzt schöpffest vns den besten Schein,
So Winters war verlohren,
Da Rad, und Eymer schienen sein
Von Kelt gar angefroren.
O Gott, ich sing von hertzen mein,
Gelobet muß der Schöpffer sein.
O reines Jahr! O schöner tag!
O Spiegelklare zeiten!
Zur Sommerlust nach Winterklag
Der Frühling will uns leiten.
Im lufft ich hör die Music schon,
Wie sichs mitt ernst bereite,
Daß vns empfang mitt süssem ton,
Vnd lieblich hinn begleite.
O Gott, ich sing von hertzen mein,
Gelobet muß der Schöpffer sein.
…
Mein saget an, ihr Blümlein zart,
Vnd last michs ie doch wissen
Weil ihr an keiner farb gespart,
Wer hats euch vorgerissen?
Wo nahmet ihr das Muster her,
Davon ihr euch copeyet?
Das Vorbild wolt ich schawen ger,
Welchs ihr habt conterfeyet.
O Gott, ich sing von hertzen mein,
Gelobet muß der Schöpffer sein.
…
Wo nur das aug man wendet hinn,
Mitt lusten wirds ergetzet;
Ergetzet wird fast ieder Sinn,
Vnd alles wunder schetzet;
Ohn maß ist alle Welt geschmuckt,
Wer künstler mögts erdencken?
Wers recht bedenckt, wird gar verzuckt
Das haupt thut niedersencken.
O Gott, ich sing von hertzen mein,
Gelobet muß der Schöpffer sein.
Drumb lobet Ihn ihre Menschenkind,
Bey nu so schönen zeiten:
All Trawrigkeit nur schutt in Wind,
Spannt auf die beste Saiten:
Auff Harpff, vnd Lauten tastet frey,
Schneid an die süsse Geigen,
Mitt reiner Stimm, vnd Orgelschrey
Thut Jhm all Ehr erzeigen.
O Gott, ich sing von hertzen mein,
Gelobet muß der Schöpffer sein.
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XVI
Sonntag, 16. März 2008 · Kommentar schreiben

Licht unter Schwingen der Taube
trägt und schwindet ganz sacht:
Geist senkt sich auf die Erde,
Einer hörts und gibt Acht.
Taubenschwingen im Lichte
schweben und steigen empor:
Geist hebt sich über die Erde,
Einer sagts anderen vor.
Einer schwingt sich im Lichte,
wie die Taube so hoch:
suchend, Ihn zu verstehen,
tasten die anderen noch.
© Claudia Sperlich
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