Mein Leben als Rezitatorin

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Mein geliebter Erzdichter

Donnerstag, 10. Dezember 2009 · 9 Kommentare

… verhalf mir heute zu einer zwar nicht allzu zahlreichen, aber umso aufmerksameren und begeisterten Hörerschaft. Es war ein wunderbares Erlebnis, meine Archipoeta-Geschichte in dem charmanten Mittelalterladen Anno Domini darzubringen, und ich hoffe, dies wiederholen zu können.
Jetzt bin ich völlig ausgepumpt; ich habe wirklich alles gegeben heute Abend. Ein Tagesmarsch mit Gepäck ist weniger anstrengend. Aber glücklich bin ich!

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Morgen wird rezitiert

Mittwoch, 9. Dezember 2009 · 10 Kommentare

Ich kenne Lampenfieber ja nun zur Genüge, aber kennen und überwinden ist zweierlei. Gestern habe ich noch etwas an dem Programm für morgen verbessert. Und jetzt sitze ich mitten in der Nacht herum und habe so unnütze Gedanken wie „Es darf nicht zu routiniert klingen“, „Zweite Strophe von Carmen I unbedingt richtig betonen“, „Husten ist illegal“. Dazwischen sagt mir ein guter Geist (der Rainald von Dassels? oder des Erzpoeten selbst? Oder am Ende Genesius von Rom?) leicht genervt, ich solle mich nicht so anstellen.
Übrigens, so viel sei trotz allen Lampenfiebers mit Sicherheit gesagt: Es wird gut. Der Archipoeta ist ein wundervoller Dichter, meine Nachdichtungen sind keineswegs schlecht, und die Geschichte, die ich um diesen Menschen, von dem wir außer einigen Gedichten nichts kennen, gesponnen habe, hat es in sich.
Schon gut. Ich geh wieder schlafen.

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Wieder naht mein Lieblingsdichter

Montag, 30. November 2009 · 5 Kommentare

Wer immer am 10. Dezember in Berlin ist und ein Faible für Mittelalterliches hat oder einfach nur für spannende Geschichten und schöne Gedichte, mag sich an meiner Rezitation im Anno Domini freuen.
Wir wissen über den Archipoeta zwar nur das, was aus seinen wenigen erhaltenen Gedichten zu schließen ist. Aber wo das akkurate Wissen fehlt, ist die Phantasie gefragt – und so habe ich dem Mann eine Geschichte erdacht. Selbstverständlich kommt auch er selbst zu Wort in meiner Übertragung seiner Gedichte.

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Dank sei Hildegard!

Samstag, 21. November 2009 · 7 Kommentare

Das Rezitationsprogramm mit Texten von Hildegard von Bingen wurde gestern vormittag fertig. Heute abend war die Veranstaltung. Ich hatte Lampenfieber, und ich hatte Bedenken. Was für Leute kommen in so einen Mittelalterladen? Kommen überhaupt welche?

Es kamen – genau die richtigen und nicht zu wenige.

Zunächst las ich aus dem Buch Sci Vias – Wisse die Wege, einem Wechsel von Visionen und deren Erläuterungen. Nach einer Pause trug ich Gedichte Hildegards vor, und zwar im Wechsel die lateinischen Originale und meiner Übertragungen. Ich hatte ganz umsonst Bedenken gehabt – zwar konnte fast keiner meiner Hörer Latein, aber alle genossen den schönen Klang der Sprache. Auch waren alle bereit, sich auf das mittelalterliche Denken einzulassen, und die poetische Sprache der Visionen wurde gern gehört.
Viele versprachen schon heute, zu meiner nächsten Lesung im Anno Domini zu kommen.

Ich bin gerade sehr dankbar, sehr froh und nebenbei etwas reicher.

O ignee spiritus,
laus tibi sit,
qui in timpanis et citharis
operaris.

Mentes hominum de te flagrant,
et tabernacula animarum eorum
vires ipsarum continent.

Inde voluntas ascendit
et gustum anime tribuit,
et eius lucerna est desiderium.

Intellectus te in dulcissimo sono advocat
ac edificia tibi
cum racionalitate parat,
que in aureis operibus sudat.

Tu autem semper gladium
habes illud abscindere,
quod noxiale pomum
per nigerrimum homicidium profert.

Quando nebula voluntatem
et desideria tegit,
in quibus anima volat
et undique circuit.

Sed mens est ligatura
voluntatis
et desiderii.

Cum vero animus se ita erigit,
quod requirit pupillam mali videre
et maxillam nequicie,
tu eum citius in igne comburis,
cum volueris.

Sed et cum racionalitas
se per mala opera
ad prona declinat,
tu eam, cum vis,
stringis et confringis et reducis
per infusionem experimentorum.

Quando autem malum
ad te gladium suum educit,
tu illud in cor illius refringis,
sicut in primo perdito angelo fecisti,
ubi turrim superbie illius
in infernum deiecisti.

Et ibi aliam turrim
in publicanis et peccatoribus elevasti,
qui tibi peccata sua
cum operibus suis confitentur.

Unde omnes creature,
que de te vivunt, te laudant,
quia tu preciosissimum ungentum es
fractis et fetidis vulneribus,
ubi illa in preciosissimas gemmas convertis.

Nunc dignare nos omnes
ad te colligere
et ad recta itinera dirigere.
Amen.

Zu Deutsch:

Geist des Feuers, sei gepriesen,
in Pauken wirkst du und in Zithern.

Durch dich lodert der Verstand des Menschen,
seines Herzens Kammern bergen
die ihm eignen Kräfte.

Von dort steigt der Wille auf,
gibt Geschmack der Seele,
und Verlangen ist sein Licht.

Nach dir ruft das Denken mit zarter Stimme,
rüstet dir mit der Vernunft ein Gebäude,
die sich um goldene Werke müht.

Aber immer trägst du ein Schwert,
abzuschneiden, was schädliche Frucht
vorbringt durch finstersten Mord,

wenn Nebel verhüllen
Verlangen und Willen,
die Seele in ihnen
flattert und kreist.

Verstand aber zügelt
Verlangen und Willen.

Begehrt das empörte Gemüt,
das Auge des Bösen zu sehen,
und Zähne der Nichtswürdigkeit,
brennst du es zu Asche
nach deinem Begehr.

Da auch Vernunft sich neigt zum Abgrund
durch böse Werke,
zügelst und brichst du sie nach deinem Willen,
führst sie zurück, besprengt mit Erfahrung.

Wann immer das Böse
sein Schwert gegen dich führt,
bohrst du es in sein eigenes Herz,
wie du getan dem ersten gefallenen Engel,
da du den Turm seines Stolzes
warfst in die Hölle.

Doch einen anderen Turm
hast du errichtet
Dirnen und Sündern, die ihre Taten
vor dir gestehen.

Alle Geschöpfe, die durch dich leben,
loben dich,
kostbarstes Salböl bist du den Verletzten,
stinkende Wunden wandelst du
in edelste Perlen.

Nun gewähre uns allen,
um dich uns zu sammeln,
leite uns auf die rechten Pfade.
Amen.

© der Nachdichtung: Claudia Sperlich

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Hildegard kommt am Wochenende

Dienstag, 17. November 2009 · 14 Kommentare

Nicht zum ersten Male bin ich mit der Erstellung eines Leseprogramms bis kurz vor dem Ernstfall beschäftigt. Keine Jutta von Sponheim, kein Volmar hilft mir dabei – aber das soll mich nicht abhalten, am Samstagabend eine wahrhaft spannende Frau vorzustellen.

Die Frau ist ein Quell der Weisheit und ein Quell der Freudenfülle.

Hildegard von Bingen

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Von Suff, Liebe und anderen Unwägbarkeiten

Freitag, 24. April 2009 · 5 Kommentare

… handeln Erzählungen von Guy de Maupassant, die ich morgen um 18.00 Uhr in meinem Lieblingscafé zu Gehör bringen werde. Eben habe ich die Generalprobe hinter mich gebracht und bin nicht unzufrieden mit mir.
Aufgeregt bin ich natürlich, wie immer!

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Baarburg-Jerusalem und retour

Freitag, 20. Februar 2009 · 4 Kommentare

Das gemeinsame Programm haben Bettina Buske und ich überarbeitet; die auf einer Schweizer Sage aufgebaute Geschichte ist morgen um 18.00 im Café Engelmann-Tarabichi zu hören.
Abgesehen davon muß ich noch fürchterlich viel arbeiten für die Archipoeta-Sendung am Montag. Ich schaffe es in letzter Zeit, ständig unter Zeitdruck zu sein. Aber die gestrige Veranstaltung zeigte, daß dabei Gutes herauskommt.

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Premiere im Hörfunk

Freitag, 30. Januar 2009 · 13 Kommentare

Heute um 20.30 Uhr wird im Offenen Kanal Berlin meine allererste Rundfunksendung zu hören sein, live aus dem Studio.
Der OKB ist eine feine Einrichtung: jeder kann dort senden, wenn er begriffen hat, wie die Geräte zu bedienen sind und selbst verantwortlich für seine Sendung zeichnet. Geld gibt es zwar keines – aber auch keine Werbung und keine Kosten.
In der Kopfleiste unter Hörfunk werden künftige Programme angezeigt.

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Kalliope im Radio

Mittwoch, 14. Januar 2009 · 7 Kommentare

Der Offene Kanal Berlin bietet mir die Möglichkeit, mich in unkommerzieller Weise hörbar zu machen. Alle zwei Wochen werde ich eine halbstündige Literatursendung bringen, wobei immer eine Sendung zweimal ausgestrahlt wird.
Die Reihe Kalliope – Die Vorleserin: Reinhören startet am 30. Januar um 20.30 Uhr mit Annette von Droste-Hülshoff (Wiederholung: 21. Februar um 20.30 Uhr).
Am 23. Februar um 17.30 Uhr (Wiederholung: 24. März um 20.30 Uhr) wird Archipoeta – Mittelalterliches ausgestrahlt.
Ich hoffe, auf diesem Wege vielen Menschen eine Freude machen zu können. Sollte es den Nebeneffekt haben, mich bekannter zu machen, wäre ich auch damit einverstanden.

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Ein dichtender Kunsthistoriker

Freitag, 9. Januar 2009 · 6 Kommentare

Heute wäre er 90 Jahre alt geworden. Die Pückler Gesellschaft e.V. Berlin feiert diesen Geburtstag; ich werde einiges aus der Feder meines Vaters vortragen.
Ein umfangreiches Programm mit Gedichten und Prosa von Martin Sperlich wird zehn Tage später, am 19. Januar Februar um 19.30 Uhr, in meiner liebsten Buchhandlung zu hören sein – für Garten- und Architekturfreunde, für Feinde der Bürokratie, für alle, die an Sprachwitz Vergnügen haben und für Liebhaber von Bildung, Bäumen und Barockschlössern.

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