Jammer und Elend

Gestern abend dachte ich noch, ich schleppe mich heute zur Arbeit. Heute habe ich mich krank gemeldet, es ist einfach nicht möglich. Warum nur fühlt sich eine vergleichsweise harmlose Infektion mit Rhinoviren und / oder Adenoviren so an, als ob man bald stirbt und das auch gut so ist?
Und keiner macht mir Hühnersuppe.
Da bleibt nur ein Trost: Georg Trakl ging es viel schlechter. Er ist auch nicht so steinalt geworden wie ich bin.

Im Winter

Der Acker leuchtet weiß und kalt.
Der Himmel ist einsam und ungeheuer.
Dohlen kreisen über dem Weiher
Und Jäger steigen nieder vom Wald.

Ein Schweigen in schwarzen Wipfeln wohnt.
Ein Feuerschein huscht aus den Hütten.
Bisweilen schellt sehr fern ein Schlitten
Und langsam steigt der graue Mond.

Ein Wild verblutet sanft am Rain
Und Raben plätschern in blutigen Gossen.
Das Rohr bebt gelb und aufgeschossen.
Frost, Rauch, ein Schritt im leeren Hain.

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin. Befürworterin der Vernunft, aber nicht in Überdosierung.
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6 Antworten zu Jammer und Elend

  1. The Exit schreibt:

    Sie Ärmste! Ich sende herzlichste Genesungswünsche!

  2. Claudia schreibt:

    Eine kurze Phase, in der die Nase nicht läuft, nutze ich zu herzlichem Dank!

  3. Strabo schreibt:

    Ein Genesungswunsch in der von dir so geschätzten lateinischen Sprache:
    Forti infractoque sis animo; multum enim iuvat animus in re mala bonus. Nisi tam longe inter nos distaremus, sorbitione gallinacea a nobis delectareris. 🙂

  4. Claudia schreibt:

    gratias ago tibi, Strabo mi optime, propter optationes adfabilissimas.

  5. Bardamu schreibt:

    Ich wünsche ebenfalls gute Besserung!

  6. Claudia schreibt:

    Auch Dir vielen Dank! Die vielen guten Wünsche sowie Bettruhe zeigen Erfolg, ich kann wieder einigermaßen geradeaus denken (geradeaus gehen übe ich noch).

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