Silvester

ist der Name des Tagesheiligen – an den sich ein spannendes Stück Kirchengeschichte (einschließlich Legenden) knüpft.
Es ist üblich, an diesem Tag Rückblick zu halten und Vorsätze zu fassen. Zwar geht das auch an jedem anderen Tag, aber das Innehalten heute ist eine gute Gegenbewegung zum allgemeinen Krach.
Im vergangenen, keineswegs einfachen Jahr habe ich Menschen kennengelernt, die ich nicht vermissen möchte, und mehr als eine Aufgabe bekommen. Selbstverständlich werde ich das neue Jahr wieder einmal mit überzogenen Forderungen an mich selbst beginnen (ich möchte besser, klüger, konsequenter, schöner und geduldiger werden, letzteres am besten gleich zum 1.1.). Vielleicht wird es mir gelingen, einige dieser Forderungen ansatzweise zu erfüllen.
Dank sei allen, die mir mit freundlichen Worten, gutem Rat und Hilfe zur Seite standen. Auch wenn die Zeiten, da das Wünschen noch half, vorbei sind, wünsche ich allen ein für sie genau passendes Jahr.

Johann Peter Hebel
Gedicht zum neuen Jahr

Mit der Freude zieht der Schmerz
traulich durch die Zeiten.
Schwere Stürme, milde Weste,
bange Sorgen, frohe Feste
wandeln sich zur Seiten.

Und wo eine Träne fällt,
blüht auch eine Rose.
Schon gemischt, noch eh wir’s bitten,
ist für Throne und für Hütten
Schmerz und Lust im Lose.

War’s nicht so im alten Jahr?
Wird’s im neuen enden?
Sonnen wallen auf und nieder,
Wolken gehn und kommen wieder,
und kein Wunsch wird’s wenden.

Gebe denn, der über uns
wägt mit rechter Waage,
jedem Sinn für seine Freuden,
jedem Mut für seine Leiden
in die neuen Tage.

Jedem auf des Lebens Pfad
einen Freund zur Seite,
ein zufriedenes Gemüte;
und zu stiller Herzensgüte
Hoffnung ins Geleite!

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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