Amtsstubengram

Aus gegebenem Anlaß hier ein Gedicht von Martin Sperlich:

Verwaltung
gewidmet tausend Beamten des Landes Berlin

Armeen von Glutäen besetzen die Sitze der Macht
Es kann nichts mehr geschehen als dumpfe Niedertracht

Kein Fuß drückt seine Spuren in Sand der Wüstenei
Kein Bildner schlägt Figuren aus dem Kartoffelbrei

Im schattenlosen Verdämmern schwinden Idee und Begriff
Die Eule der Minerva verläßt das sinkende Schiff

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin. Befürworterin der Vernunft, aber nicht in Überdosierung.
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5 Antworten zu Amtsstubengram

  1. The Exit schreibt:

    Was ist denn geschehen?

  2. Claudia schreibt:

    Anderthalb Stunden in stinkendem unlüftbarem Couloir stehen nehme ich noch mit Humor an. Dann zwei Beamten erklären, daß eine Geldsumme nicht auf meinem Konto (wo sie hingehört) ist, und mich kurze Zeit später von beiden in Grund und Boden geredet und ohne mehr als das mündliche Versprechen, „man werde sich kümmern“, auf ebendiesen Couloir entlassen finden, ist nicht mehr wirklich komisch.
    Zwar wollte ich im neuen Jahr geduldiger werden, aber diese Übung ist mir zu schwer.

  3. piri schreibt:

    Man nehme einen Beamten um den anderen Beamten zu sagen, dass er einen weiteren Beamten mal die Meinung geigt! Allerdings ist das keine Gewähr, um Ausführung der Bitte!

  4. Claudia schreibt:

    Bei manchen Amtsgängen möchte ich einen Beamten (oder Verwaltungsangestellten) nehmen, um damit den anderen zu verhauen. Das ist mir zu nicht nur meinem Glück physisch nicht möglich.

  5. Pingback: Absurditäten aus der Amtsstube « Mein Leben als Rezitatorin

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