Eine sonderbare Frau

war sie schon. Vieles von dem, was sie schreibt, kann ich unmittelbar nachvollziehen, anderes immerhin als Auffassung akzeptieren – und direkt daneben stehen dann Sätze, die mich fast aufschreien lassen: Simone, wage es nicht noch einmal, mich als unemanzipiertes Dummchen zu bezeichnen!
Bewundern kann ich ihre außergewöhnliche Bildung (und zwar nicht „für eine Frau“, sondern „für einen Menschen“ – auf diesen Zusatz hätte sie vermutlich bestanden) und ihre klare und zuweilen höchst bissige Sprache:

Die Frau ist nicht das Opfer eines geheimnisvollen, unabwendbaren Schicksals. Die Besonderheiten, die ihr eigentümlich sind, werden durch die Sinngebung bedeutungsvoll, die ihr anhaftet. Sie lassen sich überwinden, sowie man sie unter neuen Gesichtspunkten erfaßt. So haben wir gesehen, daß die Frau in ihrer erotischen Erfahrung die Herrschaft des Mannes erleidet – oft auch verabscheut: Man darf nicht daraus schließen, daß ihre Ovarien sie zu einem ewigen Leben auf den Knien verurteilen.

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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3 Antworten zu Eine sonderbare Frau

  1. loreley schreibt:

    Am irritierendsten finde ich ihre Stimme. Ich hätte Probleme gehabt ihr zuzuhören.

  2. loreley schreibt:

    Vielleicht hätte ich mich an ihre Stimme auch gewöhnt.

  3. Claudia schreibt:

    Nun ja, jetzt stelle ich ihr und allen, die zuhören mögen, meine Stimme zur Verfügung – und die wird allgemein angenehm gefunden.

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