Vor fünfzig Jahren starb Otto Schirop

Sein genaues Todesdatum weiß ich nicht, aber wenigstens das Jahr.
Otto Schirop lebte von 1904 bis 1958 in Hamburg. Während der Nazizeit galt er als entartet. Zu seinen Hauptthemen gehörten Stadt- und Fabrikansichten. Sein Stil erinnert an Karl Schmitt-Rottluff. Ständig pleite, fabrizierte er seine Farben selbst und malte, wenn er sich mal wieder keine Leinwand leisten konnte, auf jedem Untergrund, der sich bot.
Leider blieb er sehr unbekannt; auch im Netz findet man ihn nur in einigen Auktionshäusern und mit zum Teil falschen Lebensdaten.
Diese Ansicht einer Kleinstadt stammt vermutlich aus den frühen 50er Jahren; das Jahr wird leider vom Rahmen verdeckt.
Schirop, Kleinstadt
Dies Bild eines Fabrikgeländes entstand am 18. August 1954.
Fabrikgelände
Diese pausierenden Arbeiter hat er 1948 auf den leinenen Deckel des Sammelbandes einer Nazizeitschrift gemalt – so wurde selbst ein Schundblatt noch nutzbringend verwendet. Auch die eigenwillige Aufhängung an einem Zwirnfaden stammt vom Künstler.
Arbeitspause

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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11 Antworten zu Vor fünfzig Jahren starb Otto Schirop

  1. piri schreibt:

    Mir ist der Maler auch nicht bekannt, Schmitt-Rotluff ja, aber Otto Schirop. Schade, dass mein Vater nicht mehr lebt, er war mit vielen Künstlern zusammen. Ihn hätte ich gerne gefragt. Die Bilder gefallen mir, besonders die Menschengruppe.

  2. Strabo schreibt:

    Picturas illas egregias domi tuae, Claudia, esse puto. O rem invidendam!

  3. Claudia schreibt:

    vere me felicissimam puto illas picturas possidere, o Strabone mi.

  4. Liisa schreibt:

    Du gräbst aber auch immer wieder Un- und Außergewöhnliches aus und stellst es hier in Deinem Blog vor! Besonders das Bild der Kleinstadt gefällt mir sehr gut. Hast Du diese Bilder von Schirop etwa in Privatbesitz (die Fotos sehen so aus!)?

    Vielen Dank Dir für Deine lobenden Worte – ich freu mir immer ein kleines Loch in den Bauch, wenn auch anderen gefällt, was ich so vorstelle.

  5. Claudia schreibt:

    Die Bilder hängen bei mir an der Wand – und leider geben die Fotos nur eine Ahnung davon, wie schön sie tatsächlich sind. (Ich habe das außergewöhnliche Glück, daß mein Vater sein langes Leben lang Kunst gesammelt hat – und da ist ein bißchen für mich abgefallen.)
    Mir geht es übrigens mit lobenden Worten gerade so wie Dir.

  6. Guenter Schirop schreibt:

    Otto Schirop ist mein Onkel und ich bin in Besitz
    etlicher Oelgemaelde und Aquarelle – insgesamt
    14 Bilder.
    Ist da Interesse ?
    Mit freundlichem Gruss,
    Guenter Schirop

    ,

  7. Claudia schreibt:

    Leider habe ich nicht das Geld für ein einziges davon.
    Allerdings wäre es schön, mehr über Otto Schirop zu wissen; über das Kontaktformular meiner Hausseite (erreichbar via Kopfzeile) kann man mich erreichen.

  8. Greven Wolfgang schreibt:

    Ich bin Ortsheimatpfleger in Emmerke /Hildesheim. Wir besitzen einige Handzeichnungen von Otto Schirup, sowie eine Handzeichnung des Kriegerdenkmals, das nach dieser Zeichnung gebaut wurde. Es wurde 1925 gebaut und Otto Schirup war in dieser Zeit im Raum Hannover tätig.

  9. Claudia schreibt:

    Falls es sich tatsächlich um Otto Schirop (mit o) handelt, würde mich sehr interessieren, wo genau dies Kriegerdenkmal steht. Es ist mir schwer vorstellbar, daß ausgerechnet Schirop die Entwurfsskizze zu einem Kriegerdenkmal geschaffen hat – aber er war ja auch mal jung…

  10. Karin Grandt schreibt:

    Otto Schirop war mit der Cousine meiner Mutter verheiratet und häufig Gast im Haus. in Hamburg. Gern würde ich Kontakt zu Günter Schirop aufnehmen.Habe auch Interesse an den Erwerb der Bilder.
    Meine Mutter hat bereits etliche Bilder und würde die Sammlung sicherlich gern um das eine oder andere vervollständigen.

  11. Claudia schreibt:

    Da mein öffentliches Tagebuch keine Börse ist und auch kein Ort, um Werbelinks mit Anfragen zu koppeln, schließe ich die Kommentarfunktion zu diesem Artikel.
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