XXII

Hinrichtung

Die Wolken reißen auf. Tief steht die Sonne.
Die Fieberhitze wird zur Liebesglut.
Ich rufe meinen Vater, und im Augenblick
ist Mama da in einem: warmen Schuppen,
Arbeiter, die ihr Brot und Decken bringen –
die Wüste dann… wir müssen eilig weiter –
die Alten dann, die mir, dem Jungen, lauschen –
die Hochzeit dann… die Sorge um den Wein –
die schöne Frau (sie scheint mich zu erkennen) –
der Garten, wo mein Freund mir Blumen pflückte –
der Garten, wo mein Vater mich besuchte –
der Garten, wo ich gestern erst gebetet –
das Abendbrot… es gab so viel zu sagen –
Jehuda, Freund, hat es so müssen sein?

@ Claudia Sperlich

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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2 Antworten zu XXII

  1. Don Farrago schreibt:

    Ich habe am Freitag u.a. ein Foto dieser Ikone aus dem Ikonen-Museum Recklinghausen in meinem Blog präsentiert. Wie sich die Bilder doch gleichen!

  2. Maxi schreibt:

    In Recklinghausen? war ja direkt bei mir dann 🙂

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