Dank an die Feuerwehr

Das Dach der Philharmonie ist zwar stark beschädigt, aber das schöne Gebäude Scharouns kann restauriert werden (auch wenn das vermutlich langwierig und bestimmt teuer wird). Ein besonderer Dank geht an die Berliner Feuerwehr, die ihre gute Arbeit seit über 150 Jahren leistet! Und sage jetzt keiner, dafür werden sie ja bezahlt. Man kann diese Arbeit mit Geld nicht aufwiegen!

Statt langen Geschwafels über die Philharmonie oder Scharoun oder die Ambivalenz des Feuers, hier zwei Gedichte:

Eduard Mörike
Der Feuerreiter

Sehet ihr am Fensterlein
Dort die rote Muetze wieder?
Nicht geheuer muss es sein,
Denn er geht schon auf und nieder.
Und auf einmal welch Gewuehle
Bei der Bruecke, nach dem Feld!
Horch! das Feuergloecklein gellt:
Hinterm Berg,
Hinterm Berg
Brennt es in der Muehle!

Schaut! da sprengt er wuetend schier
Durch das Tor, der Feuerreiter,
Auf dem rippenduerren Tier,
Als auf einer Feuerleiter!
Querfeldein! Durch Qualm und Schwuele
Rennt er schon, und ist am Ort!
Drueben schallt es fort und fort:
Hinterm Berg,
Hinterm Berg
Brennt es in der Muehle!

Der so oft den roten Hahn
Meilenweit von fern gerochen,
Mit des heilgen Kreuzes Span
Freventlich die Glut besprochen –
Weh! dir grinst vom Dachgestuehle
Dort der Feind im Hoellenschein.
Gnade Gott der Seele dein!
Hinterm Berg,
Hinterm Berg
Ras’t er in der Muehle!

Keine Stunde hielt es an,
Bis die Muehle borst in Truemmer;
Doch den kecken Reitersmann
Sah man von der Stunde nimmer.
Volk und Wagen im Gewuehle
Kehren heim von all dem Graus;
Auch das Gloecklein klinget aus.
Hinterm Berg,
Hinterm Berg
Brennts! –

Nach der Zeit ein Mueller fand
Ein Gerippe samt der Muetzen
Aufrecht an der Kellerwand
Auf der beinern Maehre sitzen:
Feuerreiter, wie so kuehle
Reitest du in deinem Grab!
Husch! da faellts in Asche ab.
Ruhe wohl,
Ruhe wohl
Drunten in der Muehle!

—–

Ludwig Tieck
Lebens-Elemente. 5. Das Feuer

Sey mir gegrüßt,
Wonne des Wiedersehns,
Alte Heimath,
Ewige Kunde des vorigen Bundes.
Strebend,
Kämpfend,
Wild verwirrend
Entspringt aus der Unruh Keim
Der Bann der Ordnung.
Der streitende Kreis ringt in sich selber
Und gährt und ängstet sich in die Ruhe zurück,
Vom eignen Widerwillen festgehalten
In enger Gegenwart:
Da wohnt im Innersten,
In heiligster Einsamkeit verschlossen
Die Erinnrung;
Sie reißt sich los,
Und bricht hindurch
Durch alle Hallen
Und kalten tyrannischen Vorhöfe,
Und schwingt der Freiheit goldnes Panier.
Im Schwinden erblinden die alten Kräfte,
Verbinden, entzünden sich freundliche Mächte,
Und der Vorhang fällt,
Und statt der Leere
Schaut uns das Auge an.

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin. Befürworterin der Vernunft, aber nicht in Überdosierung.
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8 Antworten zu Dank an die Feuerwehr

  1. piri schreibt:

    Mein erster Gedanke war: Anna Amalia Bibliothek – hofentlich bekommen die Berliner das so wieder hin, wie die in Weinmar. Dort wurde Großes geleistet!

  2. Claudia schreibt:

    Hier ist es ja nun bei weitem nicht so verheerend gewesen wie dort – und obwohl Berlin für Kunsthistoriker-Vergrämungsmaßnahmen bekannt ist, mache ich mir um die Renovierung des Philharmoniedaches nicht allzu große Sorgen. Zu hoffen ist nur, daß sich einige großzügige Spender finden, sonst wird am Ende an der Restaurierung anderer schöner Gebäude noch mehr gespart als bisher.

  3. thewritingfranz schreibt:

    AnKunst darf nicht gespart werden. Wir hatten den Brand der Redoutensääle in der Hofburg und das ganze wurde vorzüglich resaturiert. Wünsche Berlin alles Gute.

  4. Claudia schreibt:

    Dank auch meinen Lesern für die freundlichen Wünsche!

  5. thewritingfranz schreibt:

    Herzliche Grüsse an Berlin aus Bad Goisern. Berlin wurde jetzt natürlich in die Willkommensliste aufgenommen.

  6. peterron schreibt:

    Ich finde es besonders lobenswert,der Feuerwehr so zu danken.
    Leider finden Dienstleistungen in unserer Gesellschaft keine Beachtung.Nach dem Motto,die werden dafür bezahlt.

  7. Claudia schreibt:

    Eine Kultur des Dankes halte ich für sehr wichtig! Jeder weiß doch, wie froh einen ein simples Dankeschön stimmen kann – und wie schlimm es sich anfühlt, wenn man wie eine Maschine nur gebraucht, aber nicht angesprochen wird.

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