Regen

Das Grün atmet sichtbar auf, und die Amsel singt mit noch größerer als der gewohnten Begeisterung.
Ein Blick vom Balkon auf die frischgewaschenen Nachbargärten.
Sommerregen

Hugo von Hofmannsthal
Regen in der Dämmerung

Der wandernde Wind auf den Wegen
War angefüllt mit süßem Laut,
Der dämmernde rieselnde Regen
War mit Verlangen feucht betaut.

Das rinnende rauschende Wasser
Berauschte verwirrend die Stimmen
Der Träume, die blasser und blasser
Im schwebenden Nebel verschwimmen.

Der Wind in den wehenden Weiden,
Am Wasser der wandernde Wind
Berauschte die sehnenden Leiden,
Die in der Dämmerung sind.

Der Weg im dämmernden Wehen,
Er führte zu keinem Ziel,
Doch war er gut zu gehen
Im Regen, der rieselnd fiel.

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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2 Antworten zu Regen

  1. Strabo schreibt:

    Ich wusste es ja immer: Berlin ist eine Stadt im Grünen. Von dir, Claudia optima, wieder kunstgerecht und mit viel Gespür in Szene gesetzt. 🙂

  2. Pingback: Sammelmappe » Von Wildschweinen, Wohnmobilen und dem Gebrauch von Worten

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