memento mori

Bei brüllender Hitze suchte ich heute etwas Abkühlung und fand in der Stubenrauchstraße das Kolumbarium von Hans Altmann, das diesem Zweck durchaus dienen kann.
Zuoberst über dem Haupteingang steigt Phönix aus den Flammen – zugleich ist er aber, der Gestalt nach, ein Pelikan und damit in der christlichen Ikonographie Symbol der Nächstenliebe.
Urnenhalle Portal Detail
Man tritt ein unter dem Auge Gottes – und unter ihm wird auch mancher hineingetragen.
Zu beiden Seiten betrachtet je ein ernster Putto den Eintretenden.
Urnenhalle 4
Blumen und Eidechsen schmücken den oberen Teil des Kolumbariums, erstere als Vanitassymbol, letztere Symbol der Hinwendung zu Christus und der Auferstehung aus der Annahme, sie könnten ihre Altersblindheit durch den direkten Blick in die Sonne heilen; ebenso solle der Mensch sich zum Licht Christi hinwenden. (Solche lustigen Sachen stehen im Physiologus und haben die christliche Kunst stark beeinflußt.)
Urnenhalle 5
Hier ein Blick auf die unterirdischen Urnengräber.
Urnenhalle 2
Und hier ein zweiter aus größerer Nähe.
Urnenhalle 1
Besonders haben mich die leeren Nischen fasziniert.
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Aber draußen steht auf hübschen Beinen ein ganz lebendig wirkender Engel.
Friedhofsengel 1

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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5 Antworten zu memento mori

  1. Strabo schreibt:

    Memento vivere. Auf eine etwas andere durchaus aber auch praktische Bedeutung eines Columbariums, optima Calliope, weist ein kleiner Schwank hin, den Poggio Bracciolini in seinen Facetiae unter Nr. 10 überliefert hat:
    http://www.thelatinlibrary.com/poggio.html
    „Die Lust ist die Schwester der Traurigkeit.“
    🙂

  2. Claudia schreibt:

    Was für eine ungemütliche Vorstellung! 😉

  3. Eule schreibt:

    Was Du immer so alles entdeckst – fantastisch!

  4. piri schreibt:

    ich glaube ich geh mal auf den Friedhof!

  5. Pingback: Friedhofskunst « Mein Leben als Rezitatorin

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