Garten sprengen

Es ist unglaublich heiß, und der mütterliche Garten leidet sichtbar. Das Verbindungsstück für den großen Rasensprenger ist kaputt, und ich muß „von Hand“ sprengen – auch das macht Freude.

Die Lilie mit dem schönen Namen Elodie blüht.
Lilie
Lilienblüte

Die Physalis wird immer schöner.
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Der Phlox wird beim Sprengen mit einem kleinen Regenbogen bedacht.
Phlox mit Regenbogen

Der Garten grenzt an den Wald. Hier ein witziger „Wasser-Fall“.
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Sowohl der von mir so geliebte Denker als auch die Mutter Erde bekommen heute eine Kneippkur.
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Mutter Erde wird gewaschen

Ludwig Tieck
Das Wasser
Romanze.

Heilig, reine, milde Fluth,
Kind der Liebe, klares Wasser!

Als die neue Welt dem Zorne
War im ersten Seyn erstarret,
Alle Kräfte ihr entflohen
Und ihr innres Herz erkaltet,
Schwebte sie ein harter Leichnam
Durch die leeren Himmelbahnen,
In sich keine Lebensgeister,
Ueber sich nicht Sternverwandten.
Und es regte sich ein Schmerz,
Liebe ganz und ganz Erbarmen,
In den allerreinsten Himmeln,
Legte sich wie weiche Arme
Um den stumm gewordnen Busen,
Und das Herz drinnen erwarmte:
Und es fühlte erst ein Zittern,
Dann ein tief erbebend Bangen,
Und es riß sich von der Furcht
Und dem ungewissen Zagen,
Gab sich ganz und voll dem Schmerz hin,
Daß umher nur Todten-Halle,
Alle Jugend ihm entschwunden
Und die Lust erstarb, die alte.
Wie die Welt in Schmerz und Wehen,
Und Erinnerungen kamen,
Und die Himmelsliebe außen
Sie noch sanfter, weicher faßte,
Wollt‘ sie sterbend ganz vergehen;
Und die starren Riegel sprangen,
Und den harten Tod zerriß
Nach dem Tode das Verlangen,
Heil’ge Lebensthränen, süße,
Aus der innern Tiefe rannen
Ueber das erblaßte Antlitz,
Ueber die entstellten Wangen:
Und im Schmerz entzündete
Sich die Freude plötzlich, brannte,
Und das Licht flog schnell empor,
Kehrte wieder und umarmte
Sie, die liebe arme Mutter
Und das Kind, das heil’ge Wasser:
Blumen, grüne Kräuter sproßten,
Ströme fluteten und brachen
In das Meer, das neu geboren,
Und Gestirn‘ im goldnen Glanze
Sahen liebend hoch hernieder,
Sonne mit dem klaren Antlitz,
Mond mit seinem stillen Troste,
Kleine Lichter magisch wandelnd
Blumen in der blauen Tiefe;
Und die Thiere waren alle
Schon in Lebensregung, endlich
Kam der fromme Mensch gegangen,
Und die Thiere und die Steine,
Und die Fische und die Pflanzen,
Und die Sterne und die Lichter,
Und die Menschen betend dankten
Dir Erzeuger, heil’ges, reines,
Frucht erregend klares Wasser.

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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4 Antworten zu Garten sprengen

  1. Sterntau schreibt:

    Oh, welch wunderbaren Bilder Ihnen während des Sprengvorganges gelungen sind, gran.dios!!! ♥

  2. Strabo schreibt:

    Welch eine seltsame Koinzidenz, optima rerum: Bei uns hat’s die Schlauchtrommel erwischt. Jetzt windet sich unaufgerollt eine giftiggrüne Schlange durch den Garten…:)

  3. Strabo schreibt:

    … und noch was zu Phyalis. Bei dir stehen sie aufrecht wie preußische Grenadiere, hier in KR verharren sie, obwohl angegangen, immer noch in gebückter Haltung… :))

  4. Claudia schreibt:

    Ein Stöckchen und etwas Bast müßte Abhilfe schaffen! Übrigens ist es hier zwar die Mehrheit, die wie – hmm, wie romanische Engel, um einen weniger militaristischen Vergleich zu benutzen, aufrecht steht – einige lümmeln sich aber auch auf dem Boden. Gefallene Engel! 😉

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