Hibiskus

Dieser wundervolle gefüllte Hibiskus wächst in dem kleinen Hofgarten, über dem ich wohne.
Hibiskus 1
Hibiskus 2

Den lateinischen Name Althæa hat der schöne Hibiskus von einer recht schwierigen Frau der griechischen Mythologie, über die Benjamin Hederich, Gründliches mythologisches Lexikon, 1770, schreibt:

ALTHAEA, æ, Gr. Ἀλθαία, ας, des Thestius und der Eurythemis Tochter, Apollod. lib. I. cap. 7. §. 10. heurathete den Oeneus, König zu Kalpdon, und zeugete mit ihm den Toxeus, Thyreus, Klymenus, die Gorge, Deianira und den Meleager, wiewohl doch auch einige den letztern selbst zu des Mars Sohne machen. Id. ib. c. 8. §. 1. 2. Als dieser indessen sieben Tage alt war, so kamen die Parcen in das Zimmer der Althäa, und sagten, Meleager würde so lange leben, als der ungefähr im Feuer liegende Brand nicht verbrennete. Althäa ließ ihn daher, so bald die Parcen wieder hinweg waren, aus dem Feuer nehmen, und verschloß ihn sorgfältig in einen Kasten, damit er nicht verbrennen, und folglich Meleager auch nicht sterben sollte. Allein, nachdem dieser der Althäa Brüder niedermachete, da sie ihm das Haupt und die Haut von dem kalydonischen Schweine streitig machen wollten, so steckete sie den erwähnten Brand, aus Rache gegen den Sohn, wieder ins Feuer; und, da solcher durch die Flamme verzehret wurde, so mußte Meleager zugleich mit vergehen. Sie kam darauf bald wieder zu sich selbst, und es reuete sie dieses ihr Unternehmen dergestalt, daß sie einen Strick ergriff, und sich selbst daran erhieng. Id. ib. §. 2. 3. Einige wollen, sie habe Meleagern von dem Mars und Oeneus zugleich geboren; und, als die Parcen erschienen, so habe Clotho gesaget, er werde großmüthig werden, Lachesis, er werde tapfer werden, Atropos aber habe den Ausspruch auf anberegten Brand gethan. Hygin. Fab. 171. Cf. Ovid. Metam. lib. VIII. v. 446. seqq. & Lactant. Placid. Narr. lib. VIII. Fab. 4. Man erzählet auch, als Althäa mit dem Meleager schwanger gegangen, so sey ihr die Lust angekommen, einen Büschel Olivenblätter zu essen. Bey ihrer Niederkunft giengen solche unversehrt nebst dem Meleager wieder von ihr. Weil man ihr nun prophezeyete, ihr Sohn würde so lange leben bleiben, als sich solche erhielten: so verschloß sie dieselben sorgfältig. Tzetz. ad Lycophr. v. 492. So geben auch einige vor, daß die Althäa solchen ihren Sohn nur entsetzlich verfluchet und verwünschet habe, als er ihre Brüder hingerichtet, Hom. Iliad. I. 580. welches denn die Götter angenommen, und ihm also sein Leben verkürzet hätten. Diod. Sic. lib. IV. c. 34. p. 167. Andere wollen es von einer Art einer Hexerey annehmen, und durch den Brand ein Bild von Wachse verstehen, welches Althäa ins Feuer geleget, und damit den Meleager ums Leben gebracht, Ban. & ap. eum Farnab. Entret. XV. ou P. II. p. 131. und noch andere halten die Althäa für die Natur, den Brand aber für die Ursprungsfeuchtigkeit, welche machet, daß ein Mensch vergehen und sterben muß, so bald sie durch die Hitze verzehret wird. Boccacc. lib. IX. c. 15.

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin. Befürworterin der Vernunft, aber nicht in Überdosierung.
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