Bücherparade

Don Farrago warf mir ein Stöckchen zu – zehn Bücher soll ich nennen, die man meiner Ansicht nach unbedingt gelesen haben muß. Nun mache ich ungerne Vorschriften, und ich spreche niemandem ein vollgültiges und wertvolles Leben ab, der meine Favoriten nicht liest. Andererseits ist da die innere Stimme, die mir bei wesentlich mehr als zehn, ja mehr als hundert Büchern sagt, ich müsse sie unbedingt noch lesen, und zwar angesichts der Kürze des Lebens und der Ungewißheit des Schicksals ein bißchen flott.
Dies vorausgeschickt, wage ich dennoch einen Hinweis auf zehn meiner Favoriten – und sogar eine dringende Leseempfehlung:

1. Biblia, das ist, die gantze Heilige Schrifft: Deudsch / Auffs new zugericht. D. Martin Luther.
(Es kann auch eine andere Übersetzung sein, ganz großartig wäre natürlich das heilige Original Hebräisch und Griechisch!)
2. Homer, Ilias und Odyssee (gerne in der Übersetzung von Wolfgang Schadewaldt)
3. William Shakespeare, Complete Works (daraus mindestens eine Tragödie, eine Komödie und das 18. Sonnett)
4. Johann Wolfgang von Goethe, Faust I und II
5. Annette von Droste-Hülshoff, Gesammelte Werke (daraus wenigstens zehn Gedichte, Die Judenbuche und Der Spiritus Familiaris des Roßtäuschers)
6. Victor Hugo, Les Misérables / Die Elenden
7. Anton Tschechow, Erzählungen
8. Joseph Roth, Radetzkymarsch
9. Bruno Snell, Die Entdeckung des Geistes
10. Franz Werfel, Die vierzig Tage des Musa Dagh

Wer mag, kann das Stöckchen aufheben.

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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4 Antworten zu Bücherparade

  1. aebby schreibt:

    interessant, den großen Teil Deiner Favoriten habe ich auch gelesen, leider hapert mein Griechisch und Hebräisch und auch mein Aramäisch ein wenig 😉 … so beim ersten Nachdenken würde meine „Empfehlungsliste“ aber etwas anders aussehen.

  2. tinius schreibt:

    Bis auf Snell, den ich nicht kenne, ist das bislang die für mich ansprechendste Liste. Und mein Hebräisch bzw. Altgriechisch ist leider auch etwas unterentwickelt – ob ich eine lateinische Version der Bibel noch übersetzen könnte, ist trotz Großem Latinums eher fraglich. LG tinius

  3. piri schreibt:

    Oje, wenn ich deine Liste sehe, dann komme ich mir mit meinem Lesestoff ziemlich ungebildet vor. Okay, ich habe von Werfel, Droste-Hülshoff, Tchechow und Roth auch schon etwas gelesen, aber das hat mich manches mal schon arg strapaziert!

  4. Claudia schreibt:

    Nun, es muß sich niemand schlecht fühlen, wenn er meine Favoriten nicht liest! 😉 Ich lese ja auch bei weitem nicht alles, was ich selbst für unbedingt lesenswert halte – weil ich sonst nur noch lesen könnte.

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