Regentag

Regentropfen auf düstergrünem Kirschlorbeer,
Kirschlorbeer im Regen

gegen das Dunkel anleuchtende Mahonien,
Mahonienlaub im Regen

nasse gefallene Blätter,
Welkes Laub im Regen 1
Welkes Laub im Regen 2
Welkes Laub im Regen 3
Nasses Laub am Wege 2

Werden und Vergehen im Blumenkübel,
Herbstlicher Blumenkübel

üppiger Wuchs am Straßenrand,
Brennesseln und wilde Kamille

Erkältungsschutz aus fernen Landen.
Clementinen

Alfred Lichtenstein
Nebel

Ein Nebel hat die Welt so weich zerstört.
Blutlose Bäume lösen sich in Rauch.
Und Schatten schweben, wo man Schreie hört.
Brennende Biester schwinden hin wie Hauch.

Gefangne Fliegen sind die Gaslaternen.
Und jede flackert, dass sie noch entrinne.
Doch seitlich lauert glimmend hoch in Fernen
Der giftge Mond, die fette Nebelspinne.

Wir aber, die, verrucht, zum Tode taugen,
Zerschreiten knirschend diese wüste Pracht.
Und stechen stumm die weißen Elendsaugen
Wie Spieße in die aufgeschwollne Nacht.

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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5 Antworten zu Regentag

  1. piri schreibt:

    Hier hat es heute nur einmal geregnet – immer!

  2. Försterliesel schreibt:

    wunderbar düstergrüner Kirschlorberorbeer,
    wunderbar dusterer Expressionismus, —
    hier 21 Grad im Osten, Schnee im Westen

  3. Sterntau schreibt:

    Hier ist das Wetter genauso… Himmel, was für ein Regen 😦

  4. Claudia schreibt:

    Nun erst ehrt man die Tatsache, daß Häuser hohl sind!

  5. Sterntau schreibt:

    Und wie, und wie!
    Bei solchem Wetter muss ich oft an jene denken, die kein Dach über dem Kopf haben 😦

Kommentare sind geschlossen.