Winter an der Havel

Winter an der Havel

Johann Gottfried Herder
An den Schnee

Weißer, stockiger Schnee, o Du des alten Saturnus
Graue Locke, die jetzt unsre Gefilde bestreut!
Oder bist Du Gefieder der Mutterhenne, die wärmend
Auch im tödtenden Frost decket die schlafende Brut?
Himmlische Blumen, o deckt mit Euerm wintrigen Frühling,
Deckt mit wärmendem Frost auch mein entschlummertes Herz!

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin. Befürworterin der Vernunft, aber nicht in Überdosierung.
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8 Antworten zu Winter an der Havel

  1. Liisa schreibt:

    Wunderbar! Foto und Poesie!

  2. Christian schreibt:

    Es stimmt !
    Liebe Claudia,
    Dein Beitrag ist wiederum einfach herrlich.
    Möchte auch so gerne am winterlichen Fluss sitzen und ein bisschen träumen.
    Viele lb. Grüße.

  3. Sterntau schreibt:

    Ich schließe mich an, das ist wieder so ein wunderbarer Beitrag.
    Danke.
    🙂

  4. Fischer schreibt:

    Öhm… Saturnus? Schnee?
    Das stiftet ein bisschen Verwirrung, den assoziiere ich eher mit Vater kastrieren und Kinder essen, und wenn er damit durch ist, mit Getreide. Aber Schnee?

  5. Claudia schreibt:

    Saturnus wird auch mit Alter assoziiert, und darüber mit dem „altgewordenen“ Jahr, dem Winter. Die unschönen Dinge, die man ihm in der Antike vorgeworfen hat, wurden zu Herders Zeiten höflich verschwiegen. 😉

  6. Strabo schreibt:

    Man vergesse aber auch nicht, dass unter Saturnus‘ Herrschaft das Goldene Zeitalter fällt. Um an diese glücklichen Zeiten immer wieder zu erinnern, feierte man im alten Rom vom 17. Dezember an mehrere Tage lang die Saturnalien. Dabei fand ein Rollentausch statt; denn man bewirtete die Sklaven.

  7. Fischer schreibt:

    @ Claudia: Tja, sowas weiß man als tendenziell blutrünstiger Antike-Fan natürlich nicht. 🙂

    Deinen Adventskalender hab ich ganz übersehen. der kommt natürlich wieder in meine Liste.

    @ Strabo: Stimmt. Ich sag jetzt schon mal präventiv Io Saturnalia. Aber auch da kein Schnee.

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