Architektenträume

Milderes Wetter und mehr Tageslicht geben Gelegenheit, meine nun schon nicht mehr ganz neue Wohngegend immer weiter zu entdecken und zu bestaunen.
Was hier seit Beginn des letzten Jahrhunderts an Männerphantasien die Fassaden ziert, ist schon eindrucksvoll.

Modernisiert, aber alt; zwei Karyatiden behüten,
zwar ohne Arm und Bein, aber lächelnd, das Haus.

Karyatide 2Karyatide 1
Modernisierter Altbau mit Karyatide

Selbstlbewußt lächelnde Häupter, nicht von der Stelle weichend –
Hüter des schönen Gebäudes ist hier der reine Geist.

Prachtfassade 3
Zwei Damen, ein Fenster hütend

Leicht bekleidete Damen mit äußerst griffigen Formen
stehn für den Hausherrn bereit, wenn er nur schwindelfrei ist.

Prachtfassade 1
Prachtfassade 2

Diese munteren Bengel bekränzen schon lange den Eingang –
schandbar nur, was hier als Tür neuerdings eingesetzt.

Putten als Türhüter

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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9 Antworten zu Architektenträume

  1. Sterntau schreibt:

    Oh, wie ich diese Kunst am Haus liebe! ♥
    Solche „Schutzengel“ hätte ich auch gern an meinem Quartier.

    Das sind ganz wunderbare Bilder, liebe Claudia! 🙂

  2. petra schreibt:

    Wenn ich nicht auf dem Dorf wohnen würde, dann täte mich ein Bezirk, wie deiner schon sehr reizen, dort zu wohnen!

    Deine Bilder sind immer wieder schön zu gucken, aber ich wiederhole mich …

  3. Claudia schreibt:

    Danke fürs Lob – es macht gar nichts, wenn das öfter wiederholt wird. 🙂

  4. Schaps schreibt:

    Sehr schön! Soviel Stuck ist hier in meiner Gegend nicht. Zwar Altbauviertel, aber nicht allzu doll verziert…

  5. derbaum schreibt:

    ich wiederhole mal – schön, daß du immer wieder solche kleinen,feinen deatils vorstellst…(auch wenn ich sie meist nur im feed-reader bewundere)

  6. Lasse schreibt:

    Hallo! Tolle Bilder. Kannst du mir mitteilen, wo sie aufgenommen wurden? Ich suche dringend Karyatiden, Atlanten und Telamone in Berlin. Selbst das Landesdenkmalamt kann mir nicht sagen, wo überall ich welche finden kann. Bin über alle Hinweise dankbar!

  7. Claudia schreibt:

    Komm nach Friedenau, Lasse! Da findest Du reichlich unzerbombtes Berlin. Auch Schöneberg und Tempelhof, von denen ja weite Teile erst vom Krieg und dann von den 60er Jahren kaputtgemacht wurden, haben noch Nebenstraßen mit all diesem.

  8. philipp1112 schreibt:

    Wie hätten in der zeit wohl Frauenfantasien ausgesehen. Hätten Frauen Fantasien haben dürfen? In der Literatur sicherlich, in der Architektur kenne ich keine Beispiele.

  9. Claudia schreibt:

    Eine interessante Frage!
    In der Literatur gibt es einige Beispiele jener Zeit – stellenweise sehr verwegen: Ada Christen.
    In der bildenden Kunst waren weit weniger Frauen tätig (wenn man von Stickbildern mal absieht) – von Stukkateurinnen ist mir nichts bekannt, und Architektinnen gibt es meines Wissens erst seit der 2. Hälfte des 20. Jhs.

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