Darstellung des Herrn

Vierzig Tage nach Weihnachten wird dieses Fest gefeiert – mancherorts noch heute mit viel Brauchtum verbrämt. Die heutige Lesung enthält für mich einen der schönsten Sätze überhaupt; ich hoffe, ihn einst sagen zu können.

Epiphanias

Peter Cornelius
Simeon

Das Knäblein nach acht Tagen
Ward gen Jerusalem
Zum Gotteshaus getragen
Vom Stall in Bethlehem.

Da kommt ein Greis geschritten,
Der fromme Simeon,
Er nimmt in Tempels Mitten
Vom Mutterarm den Sohn;

Vom Angesicht des Alten
Ein Strahl der Freude bricht,
Er preiset Gottes Walten
Weissagungsvoll und spricht:

„Nun lässest du in Frieden,
Herr, deinen Diener gehen,
Da du mir noch beschieden,
Den Heiland anzusehn,

Den du der Welt gesendet,
Daß er dem Heidentum
Des Lichtes Helle spendet
Zu deines Volkes Ruhm!“

Mit froh erstaunten Sinnen
Vernimmt’s der Eltern Paar,
Dann tragen sie von hinnen
Das Knäblein wunderbar.

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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5 Antworten zu Darstellung des Herrn

  1. Försterliesel schreibt:

    danke fürs Erinnern, darf ich Dich wieder verlinken?

  2. Claudia schreibt:

    Aber immer. 🙂

  3. alipius schreibt:

    Mensch! Jetzt kommentiere ich ENDLICH auch einmal bei Dir (wenn auch ein paar Tage zu spät…)!

    „Die heutige Lesung enthält für mich einen der schönsten Sätze überhaupt; ich hoffe, ihn einst sagen zu können.“ => Totale Zustimmung (wie Du – als treue Leserin – wahrscheinlich ohnehin schon wußtest).

  4. Claudia schreibt:

    Welch seltene Ehre, Herr Alipius! Und dann noch zustimmend: was für eine Freude. 🙂

  5. alipius schreibt:

    Naja, es ist doch nicht so, daß wir immer verschiedener Meinung sind. Eigentlich eher umgekehrt. Ich bin halt leider immer nur etwas wüster 😉

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