Einem verbannten Dichter

… gratuliere ich heute zum Geburtstag; vor 2052 Jahren wurde er geboren.
Auf diesem Bild scheint er gerade die Ars Amatoria zu verfassen!
Ovid

Ich will die Gelegenheit nutzen, endlich mal etwas mehr Ovid zu lesen – denn ich muß gestehen, daß ich nur in den Metamorphosen – und viel zu wenig – gelesen habe, obwohl seine Wirkungsgeschichte in der Literatur so groß ist und seine Dichtung so schön.
Warum genau er als bereits namhafter Dichter ohne Prozess an das Schwarze Meer verbannt wurde und Hals über Kopf Rom verlassen mußte, weiß man nicht; er selbst spricht in den Tristia nur in Andeutungen davon, sagt aber, er sei nicht um eines Verbrechens willen verurteilt.
Mir haben es gerade die Verse angetan, in denen er beschreibt, wie vergeblich seine jugendlichen Versuche des Prosaschreibens waren:

Sponte sua carmen numeros veniebat ad aptos,
et quod temptabam scribere versus erat.

Tristia IV,10

Zu Deutsch:

Von alleine kam mein Gesang in das passende Metrum,
was ich zu schreiben versucht, wurde immer zum Vers.

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin. Befürworterin der Vernunft, aber nicht in Überdosierung.
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