Entwicklung im Grünen

Die Blätter der Tiarella entwickeln sich aufs Zierlichste…
Tiarella

… und die Blüten der Hyazinthen.
Knospende Hyazinthen

Das Lungenkraut mit samtigen Blättern und seidigen Blüten sieht schon recht üppig aus.
Lungenkraut 1

Hornveilchen habe ich in zwei Kästen gepflanzt…
Hornveilchen 2

… und eine in einem kaputten Kasten wohnhafte Familie obdachlos gemacht (ohne sonderlich schlechtes Gewissen, sie werden schnell ein neues Heim finden). Übrigens ist mir schwer begreiflich, warum ich diese Tierchen im Netz nur als „Schädlinge“ finde – dem von mir so ausdauernd bearbeiteten Garten haben sie noch niemal s geschadet; im Gegenteil, da sie abgestorbene Pflanzenteile fressen, verhindern sie Fäulnis. Nur wo ihre Hauptnahrung nicht ausreichend vorhanden ist, gehen sie auch mal an frische Wurzeln – aber damit tun sie keinen wesentlichen Schaden.
Obdachlose Kellerasseln 1

Die Sitzfläche der Gartenbank durfte aus dem Winterasyl des Kellers wieder ins Freie.
Gartenbank

Von ihr bietet sich nun dieser Blick:
Gartenblick

Sophie Friederike Mereau
Frühling

Düfte wallen – tausend frohe Stimmen
jauchzen in den Lüften um mich her;
die verjüngten trunknen Wesen schwimmen
aufgelös’t in einem Wonnemeer.

Welche Klarheit, welches Licht entfließet
lebensvoll der glühenden Natur!
Festlich glänzt der Äther, und umschließet,
wie die Braut der Bräutigam, die Flur.

Leben rauscht von allen Blütenzweigen,
regt sich einsam unter Sumpf und Moor,
quillt, so hoch die öden Gipfel steigen,
emsig zwischen Fels und Sand hervor.

Welch ein zarter wunderbarer Schimmer
überstrahlt den jungen Blütenhain!
Und auf Bergen, um verfallne Trümmer,
buhlt und lächelt milder Sonnenschein.

Dort auf schlanken silberweißen Füßen
weht und wogt der Birken zartes Grün,
und die leichten hellen Zweige fließen
freudig durch den lauen Luftstrom hin.

In ein Meer von süßer Lust versenket,
wallt die Seele staunend auf und ab,
stürzt, von frohen Ahndungen getränket,
sich im Taumel des Gefühls hinab.

Liebe hat die Wesen neu gestaltet;
ihre Gottheit überstrahlt auch mich,
und ein neuer üpp’ger Lenz entfaltet
ahndungsvoll in meiner Seele sich.

Laß an deine Mutterbrust mich sinken,
heil’ge Erde, meine Schöpferin!
Deines Lebens Fülle laß mich trinken,
jauchzen, daß ich dein Erzeugter bin!

Was sich regt auf diesem großen Balle,
diese Bäume, dieser Schmuck der Flur:
Einer Mutter Kinder sind wir alle,
Kinder einer ewigen Natur.

Sind wir nicht aus Einem Stoff gewoben?
Hat der Geist, der mächtig sie durchdrang,
nicht auch mir das Herz empor gehoben?
tönt er nicht in meiner Leier Klang?

Was mich so an ihre Freuden bindet,
daß mit wundervoller Harmonie,
meine Brust ihr Leben mitempfindet,
ist, ich fühl‘ es, heil’ge Sympathie!

Schwelge, schwelge, eh‘ ein kalt Besinnen
diesen schönen Einklang unterbricht,
ganz in Lust und Liebe zu zerrinnen,
trunknes Herz, und widerstrebe nicht.

Werbeanzeigen

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
Dieser Beitrag wurde unter Allgemeines abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Entwicklung im Grünen

  1. Strabo schreibt:

    Obwohl ich es schon oft gesagt habe, faszinierende Bilder; regen an, sich genau mit den kleinen Dingen zu befassen.
    Semper vale.

  2. Försterliesel schreibt:

    Füllhorn an Kultur und Poesie!

Kommentare sind geschlossen.