Die jungen Raben

In Friedenau bewundern Raben die Magnolienblüte.
Raben hinter Magnolie

Die oft so verschrienen Vögel (Galgenvögel, Todesboten – weil der barbarische Mensch es den morallosen Tieren übelnahm, daß sie als Aasfresser auch an Erhängte gingen) haben hier ein liebenswürdiges Denkmal bekommen. Nicht minder charmant ist das literarische Denkmal des 147. Psalms (Vss. 7-8):

Singet umeinander dem HERRN mit Dank und lobet unsern Gott mit Harfen, der den Himmel mit Wolken verdeckt und gibt Regen auf Erden; der Gras auf Bergen wachsen läßt; der dem Vieh sein Futter gibt, den jungen Raben, die ihn anrufen.

Hier werden die unkoscheren, die für den Menschen unbrauchbaren Tiere neben dem Nutzvieh als Gottes Schöpfung dargestellt, Anlaß zum Staunen, zu Dank und Lob.

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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3 Antworten zu Die jungen Raben

  1. Strabo schreibt:

    Servus, Claudia.
    Spontan fällt mir E. A. Poes Gedicht „The Raven“ ein: http://www.heise.de/ix/raven/Literature/Lore/TheRaven.html

  2. Claudia schreibt:

    Eben habe ich das Gedicht gelesen – zwar nicht zum ersten Mal, aber ich habe dabei gemerkt, wie viel ich vergessen hatte. Ganz großartig!
    Aber auch hier wieder der Rabe als Symbol der Angst und des Bösen – armer Vogel.

  3. Christian schreibt:

    Herzlichen Dank für diesen schönen
    Bild- und Textbeitrag ! Fürchtete früher auch die Raben irgendwie. Kenne seit langer Zeit diesen Psalmvers. Doch heute finde ich sie schön mit ihrem schwarzen Frack und ihrer kraftvollen Stimme. Sie sind halt so. Gottes geliebte Geschöpfe. Wie alle eben. Gottlob. LG.

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