Unmengen von Erde

Heute bin ich mit dem Kompostsieben fertig geworden. Eine schweißtreibende Arbeit – und sehr befriedigend, wenn dann am Ende die Kompostecke so aussieht.
Kompost

Der Hügel besteht aus all dem, was noch weiter verrotten muß; ich habe den Gartenschlauch auf einige Stunden hineingelegt, da trotz des vielen Regens diese Unmassen innen stellenweise staubtrocken waren.
Und der kleinere Hügel unter der Eiche ist bester Humus. Eine Menge ist bereits auf den Beeten verteilt. Hier soll demnächst etwas gepflanzt werden.
Humus an Eiche

Erde wird bald auch aus diesem etwas besorgt über seine abgefallenen Blüten geneigten Fingerhut.
Fingerhut
Fingerhutblüten und Gänseblümchen

Nelken und Geranien, die einen in geradezu gewalttätigem, die anderen in ganz zartem Rosa.
Nelken und Geranien

Gelber Lerchensporn wächst jedes Jahr ganz oben an der Mauer – und sonst nirgendwo.
Gelber Lerchensporn

Zum Lohn für die Mühe gibt es eine Erdbeere.
Monatserdbeere

Friedrich Rückert
Erdbeersträuchlein

Ein Mägdlein an des Felsen Rand
ein nacktes Erdbeersträuchlein fand,
von Sturm und Regengüssen
zerzaust und losgerissen.

Da sprach das Mägdlein leise:
Du arme nackte Waise,
komm mit mir in den Garten mein,
du sollst mir wie ein Kindlein sein.

Drauf macht‘ es wohl die Wurzeln los
und trug das Pflänzchen in dem Schoss
und spähte still und wonnig
ein Plätzchen kühl und sonnig,

und wühlte in der Erde
mit emsiger Geberde,
und pflanzte nun das Pflänzchen drein
und sprach: Das soll dein Bettchen sein.

Und als die Frühlingszeit erschien,
begann das Pflänzchen schön zu blühn,
wie sieben weisse Sterne;
das sah das Mägdlein gerne.

Da wurden sieben Beeren,
als ob’s Rubinen wären.
Seht, sprach’s es will nun dankbar sein,
und meint, ich sei sein Mütterlein.

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
Dieser Beitrag wurde unter Allgemeines abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

5 Antworten zu Unmengen von Erde

  1. stefanolix schreibt:

    »Erde sieben« nannten wir das — das habe ich als Kind/Jugendlicher auch gemacht. In der DDR-Zeit haben wir sehr viel Gemüse und Obst selbst angebaut; da brauchte man natürlich auch richtige Komposthaufen — und Mist aus dem Dresdner Zoo. Danke für die Erinnerung, mir steigt gleich der Duft in die Nase 😉

  2. Claudia schreibt:

    Sei gegrüßt, Stefanolix! Freut mich, schöne Erinnerungen wachzurufen.
    Mist hole ich gelegentlich aus der Reitschule – es gibt keinen besseren Dünger.

  3. Patricia schreibt:

    Kompliment, da warst du aber fleißig!! Die Pflanzen werden es Dir danken.

  4. Claudia schreibt:

    Und nicht nur die Pflanzen – auch meine Oberarmmuskulatur freut sich!

  5. Foersterliesel schreibt:

    ich freu mich immer über Deine Garten-Bilder

Kommentare sind geschlossen.