Homöopathie für Doofe

Ich möchte Hahnemanns Kunst keineswegs zu nahe treten – sie mag, wenn auch aus unerforschten Gründen, hie und da wirkungsvoll sein -, aber was sich da ein englischer Apotheker mit Internetversand erlaubt, ist wahrlich Humbug vom Feinsten.

Berlin Wall
Potencies: 6C-50M Alternative name(s): Piece of rock taken from the wall

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Die Homöopathie heilt Gleiches mit Gleichem; dies hier soll Soziopathen helfen.
Soll man das Zeug vielleicht, um die Wirkung zu steigern, unter Berieselung mit sozialistischem Liedgut schlucken?

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin. Befürworterin der Vernunft, aber nicht in Überdosierung.
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4 Antworten zu Homöopathie für Doofe

  1. Bettina schreibt:

    – sie mag, wenn auch aus unerforschten Gründen, hie und da wirkungsvoll sein –
    Meiner Meinung nach wirkt es , weil eben doch, wie oft gesagt wird, von allein wieder geht, was von allein kam. Will es nach Einnahme nicht gleich gehen, weil die Krise noch nicht erreicht war und der Patient noch kränker wird, wird von der durchaus gewünschten Erstverschlimmerung gesprochen, die sich dann in Besserung kehren wird.
    Für mich ist Homöopathie ein Durchhaltemittel, damit Patienten keine Panik schieben, weil sie nicht behandelt werden wie sie es erwarten.
    Piece of rock taken from the wall – naja, hier hat der schöpferische Medi-Kreator den Schöpfungsaspekt vergessen, dass die Natur wachsen lässt wessen man bedarf, das hier ist rein menschlich politisch.

  2. learsander schreibt:

    Über Homöopathie musste ich mir schon so einige kontroverse Diskussionen anhören. Meine Mutter ist davon überzeugt, andere Menschen aus meinen Freundeskreis schmettern mir dagegen glühende Verteidigung der Schulmedizin entgegen. „Alles nur Placebo“, höre ich oft. Ich halte mich da größtenteils raus. Es gibt einige homöopathische Mittel, die mir sehr geholfen haben, und es gibt einige „normale“ Medikamente, die mir nie geholfen haben.

    Was die Berliner Mauer aber damit zu tun hat … keine Ahnung. Wäre ja mal interessant zu wissen, ob der Herr jemals irgendwem das Zeug andrehen konnte.

  3. Claudia schreibt:

    Das Problem ist, daß es nur anekdotische Heilungsgeschichten nach Benutzung homöopatischer Mittel gibt (übrigens auch bei mir), aber keinen wissenschaftlichen Nachweis über die Wirkung.
    Die Berliner Mauer auf diese Weise zu vermarkten, hat allerdings mit Homöopathie nichts zu tun.
    Mich erinnert der Handel mit Mauerstückchen, gleich ob es fürs Vertiko oder für Hokuspokus geschieht, an den Reliquienhandel des Mittelalters. Vermutlich kann man mit den in Umlauf gebrachten Mauerstückchen bereits einen „Schutzwall“ um Westeuropa bauen.

  4. Bettina schreibt:

    Reliquienhandel – hat was. Passt meiner Meinung nach auf Homöopathie oder Heilsteine.
    Heilungsprozesse brauchen eben mehr als nur Wirkstoffe, brauchen etwas, was Zuversicht vermittelt und damit die Selbstheilung anstößt.
    Wie heißt es, wer heilt hat Recht. Ich behaupte, vieles aus der Schulmedizin wirkt beim Patienten eben auch wegen des Placeboeffektes.
    Doch wenn ich die Wahl habe zwischen einem folgenlosen, da wirkstofflosem Placebo, an dem ich mich innerlich aufrichten kann und einem mit möglichen Nebenwirkung das mich aufrichtet, ist mir die wirkstofffreie Arznei immer die angnehmere…

    Die Homöophatie hat den Hahneman übrigens auch schon weit hinter sich gelassen, von da her wäre die Mauer kein unbedingter Widerspruch als Medikament, jedenfalls wenn sie etwas Naturgewachsenes wäre. Ist sie aber nicht.

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