Winterliche Eindrücke

Rot wie Blut, weiß wie Schnee.
Einsame Eberesche
Hecke im Dezember

Allein auf weiter Flur.
Bäumchen allein

Zur Zeit kein guter Sitzplatz.
Winterliche Bank

Friedrich Rückert
Gottes Licht

Gekommen in die Nacht
der Welt ist Gottes Licht;
wir sind daran erwacht
und schlummern fürder nicht.

Wir schlummern fürder nicht
den Weltbetäubungsschlummer,
wir blicken, wach im Licht,
aufs Nachtgrau ohne Kummer.

Wo ist der Nächte Graun?
Es ist vom Licht bezwungen;
wir blicken mit Vertraun
ins Licht, vom Licht durchdrungen.

Daß wir durchdrungen sind
vom Lichte, dem wir dienen,
wir zeigen’s dem Gesind
der Nacht in unsern Mienen.

In hellen Mienen macht
sich kund die Kraft des Herrn,
und wer nicht in der Nacht
kann leuchten, ist kein Stern.

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin. Befürworterin der Vernunft, aber nicht in Überdosierung.
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Eine Antwort zu Winterliche Eindrücke

  1. Bettina schreibt:

    Was für eine schöne Kombination, Gedicht und Bilder – ach mit einem Rückert kann man mich erreichen, seine Bilder sind irgendwie berückend.

    Claudia, ein schöner Aufhänger, Dir Dank für ein Jahr guter Unterhaltung mit Deinem Blog zu sagen
    und für die Besuche auf meinem zu danken.
    Ich wünsche uns noch viele solcher Jahre …
    😉

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