Hundert Bücher

Ein Stöckchen geistert seit einiger Zeit durch das Netz; ich habe es bei Piri und Sterntau liegen sehen und nehme es heute auf.
Eine Liste der hundert beliebtesten Bücher in Deutschland ist es. Fett markiere ich, was ich gelesen habe, kursiv, was ich sehr gerne noch lesen will, und durchgestrichen, was ich nur bei Androhung von körperlicher Gewalt lesen werde.

1. Der Herr der Ringe, JRR Tolkien – das hat mich vor über dreißig Jahren sehr begeistert.
2. Die Bibel – tatsächlich habe ich sie ganz gelesen; auszugsweise gern immer wieder. Zu meinen Favoriten der biblischen Bücher gehört Kohelet.
3. Die Säulen der Erde, Ken Follett
4. Das Parfum, Patrick Süskind – schaurig und eindrucksvoll, wenn auch m.E. literarisch nicht die oberste Kategorie.
5. Der kleine Prinz, Antoine de Saint-Exupéry – vielleicht ist es ein wenig kitschig, aber ich habe es mehrfach verschlungen.
6. Buddenbrooks, Thomas Mann – Ganz großes hanseatisches Epos in Prosa.
7. Der Medicus, Noah Gordon
8. Der Alchimist, Paulo Coelho
9. Harry Potter und der Stein der Weisen, JK Rowling – sehr gute und intelligente Unterhaltung; mit höchst britischem Witz geschrieben. Glücklicherweise kann ich ausreichend Englisch für das Original, was bei der Fülle an Wortspielen viel wert ist.
10. Die Päpstin, Donna W. Cross
11. Tintenherz, Cornelia Funke
12. Feuer und Stein, Diana Gabaldon
13. Das Geisterhaus, Isabel Allende
14. Der Vorleser, Bernhard Schlink
15. Faust, Johann Wolfgang von Goethe – immer wieder. Faust I konnte ich mal von vorn bis hinten auswendig.
16. Der Schatten des Windes, Carlos Ruiz Zafón
17. Stolz und Vorurteil, Jane Austen – ein herrlicher Schmöker, intelligente Gesellschaftskritik und ein feines Sittenbild.
18. Der Name der Rose, Umberto Eco – spannend und klug geschrieben, ein farbiges und glaubwürdiges Bild mittelalterlichen Klosterlebens.
19. Illuminati, Dan Brown
20. Effi Briest, Theodor Fontane – eine traurige, realistische Geschichte, ein hervorragendes Portrait des späten 19. Jhs. und ein Plädoyer für die Emanzipation.
21. Harry Potter und der Orden des Phönix, JK Rowling –> 9.
22. Der Zauberberg, Thomas Mann – Freude an Sprachkunst, an Fabulierlust und an beklemmenden Geschichten wird hier hervorragend bedient.
23. Vom Winde verweht, Margaret Mitchell – nicht gelesen, aber den Film gesehen. Schöner Schinken, aber mehr muß für mich nicht sein.
24. Siddharta, Hermann Hesse – in meiner Hesse-Zeit schon nicht das wichtigste Buch des Meisters; mir allzu bedeutungsschwanger. Trotzdem ein Lesegenuß für die hessetrunkene Jugend.
25. Die Entdeckung des Himmels, Harry Mulisch
26. Die unendliche Geschichte, Michael Ende – ein schöner, phantasievoller Märchen- und Entwicklungsroman, mit großem Genuß mehrmals gelesen, auch wenn ich heute Ende nicht mehr so gut finde wie einst.
27. Das verborgene Wort, Ulla Hahn – der Titel macht Lust aufs Lesen.
28. Die Asche meiner Mutter, Frank McCourt
29. Narziss und Goldmund, Hermann Hesse – einst mein Leib- und Magenbuch, Trost, Bestätigung und literarisches Besäufnis.
30. Die Nebel von Avalon, Marion Zimmer Bradley – ich gestehe, das habe ich auch mal gelesen. Kitsch hoch drei.
31. Deutschstunde, Siegfried Lenz
32. Die Glut, Sándor Márai
33. Homo faber, Max Frisch – hat keinen großen Eindruck bei mir hinterlassen, was nicht unbedingt an Frisch liegen muß.
34. Die Entdeckung der Langsamkeit, Sten Nadolny
35. Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins, Milan Kundera – solide und politisch absolut integre Literatur, die bei mir aber keine Spuren hinterläßt.
36. Hundert Jahre Einsamkeit, Gabriel Garcia Márquez
37. Owen Meany, John Irving
38. Sofies Welt, Jostein Gaarder – ein kluges und informatives Buch für junge Philosophie-Interessierte, das leider am Schluß stark abfällt.
39. Per Anhalter durch die Galaxis, Douglas Adams
40. Die Wand, Marlen Haushofer – beklemmend, erschütternd; ein Buch, das mich sehr nachdenklich machte.
41. Gottes Werk und Teufels Beitrag, John Irving
42. Die Liebe in den Zeiten der Cholera, Gabriel Garcia Márquez
43. Der Stechlin, Theodor Fontane
44. Der Steppenwolf, Hermann Hesse – in Sturm- und Drangzeiten gelesen; m.E. eines der literarisch besten Bücher von Hesse.
45. Wer die Nachtigall stört, Harper Lee
46. Joseph und seine Brüder, Thomas Mann – eindrucksvoll plastische und bunte Schilderung einer sehr fernen Zeit in Manns hocheleganter Sprache.
47. Der Laden, Erwin Strittmatter
48. Die Blechtrommel, Günter Grass
49. Im Westen nichts Neues, Erich Maria Remarque
50. Der Schwarm, Frank Schätzing
51. Wie ein einziger Tag, Nicholas Sparks
52. Harry Potter und der Gefangene von Askaban, JK Rowling – –> 9.
53. Momo, Michael Ende – ein sanftes, bilderreiches Märchen über die Zeit und ein kleines Mädchen, mit viel Wortwitz geschrieben. Heute finde ich Ende ein wenig zu verklärend.
54. Jahrestage, Uwe Johnson
55. Traumfänger, Marlo Morgan
56. Der Fänger im Roggen, Jerome David Salinger
57. Sakrileg, Dan Brown
58. Krabat, Otfried Preußler – die bald düstere, bald hoffnungsvolle Fassung einer sorbischen Sage um einen bösen Zauberer und seinen Lehrling. Nicht nur für Jugendliche ein großer Lesegenuß.
59. Pippi Langstrumpf, Astrid Lindgren – die kleine rothaarige Anarchistin mit dem liebevollen Herzen wird mit Recht zu den Klassikern der Kinderliteratur gezählt.
60. Wüstenblume, Waris Dirie – literarisch unbesonders, aber ein erschütternder Tatsachenbericht über die Verstümmelung von Frauen.
61. Geh, wohin dein Herz dich trägt, Susanna Tamaro
62. Hannas Töchter, Marianne Fredriksson
63. Mittsommermord, Henning Mankell
64. Die Rückkehr des Tanzlehrers, Henning Mankell
65. Das Hotel New Hampshire, John Irving
66. Krieg und Frieden, Leo N. Tolstoi – ich habe die Lektüre schon mehrmals angefangen; warum ich dies wunderbar geschriebene Werk bis jetzt nicht durchgelesen habe, weiß ich selbst nicht.
67. Das Glasperlenspiel, Hermann Hesse – kluge und schöne Lektüre; vielleicht etwas zu sehr um schöne Worte bemüht, was die Aussage manchmal eher verschleiert als erklärt. Trotzdem ein feines Buch.
68. Die Muschelsucher, Rosamunde Pilcher
69. Harry Potter und der Feuerkelch, JK Rowling – –> 9.
70. Tagebuch, Anne Frank – ein erschütterndes Dokument; besonders hat mich beeindruckt, daß Anne Frank ein gerüttelt Maß an schwarzem Humor besaß. Mir blieb das Lachen in der Kehle stecken.
71. Salz auf unserer Haut, Benoîte Groult
72. Jauche und Levkojen , Christine Brückner
73. Die Korrekturen, Jonathan Franzen
74. Die weiße Massai, Corinne Hofmann
75. Was ich liebte, Siri Hustvedt
76. Die 13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär, Walter Moers
77. Das Lächeln der Fortuna, Rebecca Gablé
78. Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran, Eric-Emmanuel Schmitt
79. Winnetou, Karl May – den dritten Band fand ich in dem von meinem ältesten Bruder übernommenen Nachttischchen. Am Schluß heulte ich und fand das furchtbar peinlich, weil mir durchaus klar war, daß das Buch reichlich kitschig ist.
80. Désirée, Annemarie Selinko
81. Nirgendwo in Afrika, Stefanie Zweig
82. Garp und wie er die Welt sah, John Irving
83. Die Sturmhöhe, Emily Brontë – schaurig-düstere Familiensaga, guter Schmöker!
84. P.S. Ich liebe Dich, Cecilia Ahern
85. 1984, George Orwell – furchtbar realistische Schilderung des totalen Überwachungsstaates.
86. Mondscheintarif, Ildiko von Kürthy – seicht.
87. Paula, Isabel Allende
88. Solange du da bist, Marc Levy
89. Es muss nicht immer Kaviar sein, Johannes Mario Simmel
90. Veronika beschließt zu sterben, Paulo Coelho
91. Der Chronist der Winde, Henning Mankell
92. Der Meister und Margarita, Michail Bulgakow
93. Schachnovelle, Stefan Zweig – die faszinierende und traurige Geschichte eines Menschen, der wider Willen zum Schachgenie wurde.
94. Tadellöser & Wolff, Walter Kempowski
95. Anna Karenina, Leo N. Tolstoi – ich weiß wirklich nicht, warum ich das Buch noch nicht gelesen habe.
96. Schuld und Sühne, Fjodor Dostojewski – der Anfang ist psychologisch einleuchtend; gegen Ende wird es arg sentimental.
97. Der Graf von Monte Christo, Alexandre Dumas
98. Der Puppenspieler, Tanja Kinkel
99. Jane Eyre, Charlotte Brontë – wundervoller Schmöker.
100. Rote Sonne, schwarzes Land, Barbara Wood

Ich habe von der Bestenliste nur wenig mehr als ein Drittel gelesen und finde nicht, daß von diesem Drittel alles in eine Bestenliste gehört. Meine private Favoritensammlung sähe anders aus. Trotzdem bin ich froh über diese Aufstellung, erinnert sie mich doch an große Lesefreuden und mahnt mich an noch ausstehende Buchgenüsse.

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin. Befürworterin der Vernunft, aber nicht in Überdosierung.
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5 Antworten zu Hundert Bücher

  1. Liisa schreibt:

    Ich finde diese Liste bzw. das, was die Leute zu einzelnen Büchern darauf schreiben ja sehr interessant.

    Den Alchimisten habe ich gelesen aber es war eine ziemliche Qual. Ich musste mich quasi selbst mit körperlicher Gewalt bedrohen, um es durchzuhalten. ;o)

    Irgendwann sollte ich mich vielleicht doch mal an Faust I machen aber irgendwie bin ich da zurückhaltend, ohne richtig erklären zu können, was mich da bremst. Alle Achtung, dass Du das Teil fast auswendig konntest.

    Ja, Narziss und Goldmund, das ist ein ganz ganz besonderes Stück Literatur. Dieses Buch hat mich tief bewegt und berührt und zählt selbst nachdem ich inzwischen zehntausende Bücher gelesen habe, immer noch zu den top-10 Büchern meines Lebens. 🙂

    Ansonsten sähe meine persönliche Bestenliste auch ganz anders aus.

  2. Nils schreibt:

    Liebe Claudia,

    interessant mit welchen Schritten du dich durch diese Liste bewegst. Körperliche Gewalt will ich dir sicher nicht zum Lesen der durchgestrichenen Werke androhen. Dazu ähneln sich diesbezüglich unsere Einschätzungen zu sehr. Einzig bei Walter Moers glaube ich, dass du in seinem unfassbar ausufernen Einfallsreichtum und Sprachwitz einigen Spass haben könntest.

    Die Erinnerung an meine kurze Cecilia Ahern Lektüre lässt mich hingegen immer noch schaudern. Als würde man mit dem Moped auf Kreta bei 35 Grad in der prallen Sonne vor einer roten Ampel stehen – man hat das Gefühl, über und über mit Honig eingeschmiert zu sein.

    Nils

  3. Bettina schreibt:

    hehe, Du warst ja fleißig, und hast gleich alle 100 abgearbeitet. Ich heb mir die anderen 50 für ein andermal auf , Teil 2.
    Aber was mir bei dieser Liste aufgefallen ist , viele Bücher die hier aufgeführt wurden, sind stark beworben worden. Medicus, Alchemist, Illuminati ect. Alles Bücher, die zwar irgendwie unterhaltsam sind, aber doch nichts, um einen Platz in einer- The best of- Liste zu bekommen.

  4. Herr Teddy schreibt:

    Also hat die Werbung funktioniert, oder?
    Kommt es eigentlich nur mir komisch vor, das Herr der Ringe auf Platz 1 ist und die Bibel auf Platz 2? Nicht falsch verstehen, ich liebe HdR, aber trotzdem nur der zweite Rang für das Buch der Bücher?

  5. Claudia schreibt:

    Offen gesagt, war ich äußerst erleichtert, daß die Bibel an diesem Platz auftaucht und nicht auf Platz 15 oder später. Ich bin, was das angeht, sehr pessimistisch, da ja leider über die Weihnachtsgeschichte hinausgehende Bibelkenntnis recht selten ist.

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