Proben und hoffen

Am Donnerstag kommt wieder einmal der Archipoeta. Ich freue mich auf die Veranstaltung, weiß von mehreren Leuten, daß sie kommen wollen und habe gleichermaßen Sorgen und Lampenfieber. Ich will nicht wieder vor einer Handvoll Hörer stehen! Zehn könnten es doch wenigstens sein. Oder zwanzig, oder dreißig. Meine Stimme trägt, es dürfen auch mehr sein.
Aber ganz gleich, wie viele kommen, jetzt heißt es proben, obwohl der Archipoeta zum Repertoire gehört. Gestern war der Tag des Versprechers, heute ging es sehr gut.
Ein wenig hemmt mich bei Proben der Gedanke an die Leute unter und über mir. Zwar ist es nicht schlimm, wenn die mich für verrückt halten. Aber trotzdem – die Stellen, bei denen ich die volle Stimme brauche, das heißt richtig laut werde, fallen in der Probe fast immer leiser aus als im Ernstfall. Der dumme Satz „Was sollen die Nachbarn denken“ sitzt tief, obwohl ich um seine Dummheit weiß.

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin. Befürworterin der Vernunft, aber nicht in Überdosierung.
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12 Antworten zu Proben und hoffen

  1. derbaum schreibt:

    ich oute mich mal als nicht zu lesungen gehender leser – und drücke dir trotzdem die daumen! auf das der laden vollwerde…

    und was die nachbarn denken – schnurz!

  2. Martin schreibt:

    Lass Sie doch denken, was sie wollen.

    Es ist auf jeden Fall 1000 Mal besser, als von Technokids beschallt zu werden.

    Ich hätte gerne eine Rezitatorin über mir wohnen.

  3. Sven schreibt:

    Vertraue der Magie der Bühne, während des Auftritts.
    Die Bühne ist ein heiliger Ort, und der Moment des öffentlichen Auftritts, entfacht eine eigene Kraft, die dich stützen wird.
    Gerade wenn du aus dich hinausgehst, dich sozusagen überhöhst, ist die Wirkung besonders gut.
    ( Laß dir in Berlin im Japanischen Garten mal die Geschichte vom Karpfen erzählen, der gegen den Wasserfall springt, seine Angst überwindet, und sich so in einen Phönix verwandelt. Diese kleine Geschichte ist in dem Trockengarten unter anderem dargestellt worden)

  4. antiferengi schreibt:

    Oh, ja. Da schließe ich mich Swen an.
    Und lass dich nicht verunsichern, weil dir jetzt schon die Aliens zuhören 😉

  5. Claudia schreibt:

    Dank Euch allen! Das ist sehr ermutigend.
    Baum, ich nehme nur Berlinern etwas übel, nicht zu meinen Lesungen zu gehen.
    Martin, das ist ein besonders schönes Kompliment. Geht runter wie Öl.
    Sven, das ist auch meine Erfahrung – stehe ich vor dem Publikum, ist das Lampenfieber vorbei. Trotzdem kommt es immer wieder.
    Antiferengi, Aliens als Zuhörer sind wunderbar. Mit ein bißchen Hirnakrobatik lassen die sich als Engel uminterpretieren. 😉

  6. Sylvia schreibt:

    17 werden kommen.

    Viel Glück und *daumendrück*, ich werde dich gedanklich begleitet.

    Ob das jetzt natürlich ein Hilfe ist, ist fraglich 😀

    Du packst das !

    Einen lieben Gruß aus Wien
    Sylvia

  7. Claudia schreibt:

    Danke! Wissen, das andere freundlich an mich denken, hilft sehr.

  8. Sylvia schreibt:

    Ich hab grad eine Ankündigung für deinen Auftritt morgen gebastelt, soll ich das heute noch reintun oder erst morgen ?

  9. Claudia schreibt:

    Gerne heute! Vielen Dank!

  10. Sylvia schreibt:

    Ich hab auch so einen Ausschnitt gefunden, das ist der Anfang, oder ? Ich kenn mich da nicht so gut aus 😀

    Estuans intrinsecus ira vehementi
    in amaritudine loquor mee menti.
    factus de materia levis elementi
    folio sum similis, de quo ludunt venti.

  11. Sylvia schreibt:

    Ich tu es mal rein, schau bitte, ob es für dich so passt 😉

  12. Claudia schreibt:

    Öh, ja, das ist der Anfang des berühmtesten Liedes des Archipoeta. Kommt natürlich auch vor. Aber nicht am Anfang der Veranstaltung.

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