Kommentar zu einer Lesung

Gestern kam ich sehr enttäuscht und traurig nach Hause, weil wieder meine Lesung nicht besser besucht war als manche Vorlesungen Schopenhauers.
Aber es kommt auch bei Hörern nicht nur auf die Menge an. Noch in der gleichen Nacht fand ich in dem neuen Schriftstellerweblog, auf dem ich Mitglied bin, diese wundervolle Anerkennung eines Kollegen:

Unerkannt
Claudia zugeeignet

Ich habe an deinen Lippen gehangen
Wie die wenigen deiner Getreuen,
Du warst ganz und gar im Vortrag gefangen
Und ich wohl nur einer der Neuen.

Hat Spaß gemacht, dich an Ort und Stelle
Mal live zu erleben, ganz anschaulich.
Und, eins noch, nur für den Fall der Fälle
Der mit dem Kopftuch, das war ich.

© Nils Pickert

Großen Dank, Nils.

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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11 Antworten zu Kommentar zu einer Lesung

  1. Patricia schreibt:

    Das ist eine schöne kleine“ Geschichte“!!!
    Tut mir leid, dass ich immer nicht kommen kann, ein Glück hast Du ja Verständnis für den Grund.
    Irgendwann werden die Zuhörer in Heeren anmarschieren…

  2. Claudia schreibt:

    Mögen sie das bitte tun, ehe das Amt mich als Ersatz entfernter qualifizierter Arbeitskräfte für einen Minijob in der Baubranche einsetzt.

  3. Sylvia schreibt:

    Sehr schönes Gedicht. Die Seite von Nils gefällt mir auch.

    Ich überleg grad, ob es möglich wäre, dass dich z.B. eine Firma bucht für eine Veranstaltung, Eröffnung oder so ? Falls es thematisch passt.

    Ich war mal auf einer Messe, und da hat ein sehr bekannter Marmeladenhersteller (bei euch sagt man, glaub ich, Konfiture), der eher im gehobenen Preissegment beheimatet ist, auf seinem Messestand nur 10 Marameladegläser ausgestellt und nicht alles angeramscht mit Ware.
    Der Stand war mit einem wunderschönen roten Teppich ausgelegt , ein schwarzer Flügel, auf dem ein Klavierspieler klassische Werke spielte.

    Damit hob er sich deutlich von den Mitbewerbern ab, weil die Botschaft über die Werte und nicht direkt über das Produkt lief.

    Wie wir das jetzt auf dich umlegen, weiß ich (noch) nicht, aber das finden wir noch heraus.

    Ich hab jedenfalls an dich gedacht, also waren es schon 5, die dabei waren 😉

    Lass dich nicht unterkriegen.

  4. Nils schreibt:

    Liebe Claudia,

    ich hab die Lesung als sehr gelungen empfunden, dafür hat sich der Weg sicher gelohnt. Ansonsten könntest du vielleicht noch ein paar mehr hinterm Ofen vorlocken, wenn du etwas mehr in den Massengeschmack gehst. Faust I zum Beispiel, Milton, Dante – um mal episch zu bleiben. Quasi alles was gemeinfrei ist, dir Spaß macht und ein größeres Publikum beschert.

    Ansonsten hätte ich da noch eine andere Anregung: Bau doch aus deinem Archipoetascript einen Roman. An den Gedichten der fiktiven Biographie folgend – viel fehlt da nicht mehr. Titel: Die namenlose Stimme.

  5. Claudia schreibt:

    Sylvia: Da ich bereits erfolgreich Lesungen zu Themen wie Kaffee, Katzen und Wein gemacht habe, bin ich auch für dergleichen offen.
    Nils: Der Roman ist bereits seit längerem in Arbeit; mit Glück wird er in ein oder zwei Jahren erscheinen.
    Ich bin froh, daß Du es gelungen fandest! Da ich Dich für außergewöhnlich kompetent halte, zählt das viel bei mir.

  6. Bettina schreibt:

    Ha, freut mich Nils, zu lesen, dass Du auf Claudias Lesung warst. Und dass ihr unerkannt zugeeignete freut mich ebenso, denn das bei wenig Publikum entstehende Gefühl etwas zu machen, was kaum einer haben will nagt an der Zuversicht und lähmt den Willen. Ich hatte mal Claudias Agronautenfassung erleben dürfen (gibts auch als Hörbuch von ihr), wäre falsch und schade sie würde aufgeben.

  7. Bettina schreibt:

    Claudia, tut mir leid – ich hätte gern Euphorisches von Dir gelesen

  8. Barbara schreibt:

    So ist das eben, wenn man sich nicht im Mainstream befindet – mehr Klasse als Masse!

  9. Nils schreibt:

    Also ich glaube,

    wenn du deine Faustkenntnisse wieder auf auswendig können auffrischst, wirst du damit schon etwas mehr Leute anlocken können.

  10. learsander schreibt:

    Es ist schade, dass ich zu keine ihrer Vorlesungen kommen kann – zwischen Berlin und mir liegen einige Kilometer. Falls ich doch einmal in Ihrer Nähe sein sollte, haben Sie definitiv einen Gast mehr.

    Ich stimme Nils zu, „Mainstream-Kultur“ findet natürlich immer breiteren Anklang. Aber dafür muss man vermutlich auch andere Dinge aufgeben. Nicht ganz leicht, da den Ausgleich zu schaffen …

  11. Claudia schreibt:

    Dank für die freundlichen Kommentare!
    Learsander, Berlin lohnt wirklich mehr als eine Reise.
    Nils, aus dem Faust könnte ich zwar gerne und gut rezitieren – aber das tun zu viele bekannte Schauspieler, da ist die Konkurrenz zu groß. Obwohl ich es natürlich mal versuchen könnte. Gleiches gilt für den Reineke Fuchs – den ich vor längerer Zeit mal rezitiert habe, leider auch nur vor einem kleinen Kreis.

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