Entdecker einer Alltagsdroge

Runge

Vor 143 Jahren starb Friedlieb Ferdinand Runge, der Chemiker mit dem heiteren Gesicht, dem wir die Entdeckung des Coffeins verdanken. Goethe war der irrigen Meinung gewesen, Kaffee könne als Gegengift gegen Atropin eingesetzt werden und hatte Runge die Untersuchung der Wirkstoffe angeraten. Heraus kam zwar kein Mittel gegen Atropin, aber doch eine wichtige Erkenntnis.
Auch die Anilinfarben gehen auf Runges Arbeit zurück. Zwar hatte Runges Kollege Otto Unverdorben bereits 1826 Anilin aus Indigo gewonnen, was die Herstellung blauen Farbstoffes vereinfachte; noch günstiger wurde es aber, als Runge erkannte, daß sich Anilin auch aus Steinkohlenteer isolieren läßt.

Wer gern bezahlbare blaue Sachen trägt, hat Runge gegenüber eine Dankespflicht. Wer gern Kaffee trinkt, tränke ihn zwar ohne das Wissen um seinen Hauptwirkstoff auch. Aber das Wissen verleiht dem schwarzen Getränk eine besondere Würze, zumal starke Kaffeetrinker angeblich seltener an Diabetes oder Parkinson erkranken.

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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