Eine kluge Königin

Amalasuntha

Vor 1475 Jahren wurde Amalasuntha ermordet.

Als Tochter des ostgotischen Königs Theoderich und Witwe des Westgoten Eutarich war sie zunächst Regentin an Stelle ihres Sohnes, der mit nur zehn Jahren den Thron bestieg; nach dessen Tod acht Jahre später wurde sie Königin der Ostgoten. Hochgebildet war sie, sprach Latein und Griechisch so gut, daß sie bei Verhandlungen in Byzanz und Rom nicht auf einen Dolmetscher angewiesen war und bestand auf klassischer Bildung, was ihr bei ihren Landsleuten nicht nur Sympathie eintrug.
Sie bemühte sich um einen Ausgleich zwischen den ostgotischen Arianern und den römischen Katholiken. Die Entscheidung zum Frieden zwischen den Konfessionen mag eher politisch als religiös motiviert gewesen sein, aber sie waren eine kurze Zeit lang erfolgreich.
Keineswegs friedfertig zeigte die Königin sich , als sie drei gotische Adlige zunächst wegen des Verdachts einer Intrige verbannte und sie später aus dem gleichen Grund ermorden ließ. Hiernach begann sie Verhandlungen mit Justinian I., um das Reich zu einen und zu stärken.
Die Einschätzung ihres Verwandten als stärkenden Mitregenten war ihr schwerster Fehler; Theodahad war habsüchtig und machtgierig und sorgte für Amalasunthas Ermordung.
Nach ihrem Tod zerbrach der Waffenstillstand zwischen Arianern und Katholiken; das ostgotische Reich wurde nach jahrzehntelangem kriegerischem Auf und Ab zerstört.

Der Gelehrte Cassiodorus sowie die beiden Historiker Prokopios und Jordanes sind zwar keine objektiven Quellen – moderne Geschichtsschreibung, die übrigens auch nie völlig objektiv sein kann, gab es ja noch nicht. Aber wir können doch ein ungefähres Bild dieser bemerkenswerten Frau bekommen.

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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