Moralisch und heiter

Johann Peter Hebel

Vor 250 Jahren wurde Johann Peter Hebel geboren, jener sanfte, freundliche Theologe und Dichter, dem die Verbreitung des Glaubens ebenso am Herzen lag wie die des Wissens.
Das Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes birgt Erbauliches ebenso wie Witziges, Denkaufgaben ebenso wie Beschreibungen von Tieren (wobei es Hebel immer wieder um die Ehrfurcht vor der Schöpfung und die Überwindung des Aberglaubens geht, wenn er z.B. über Spinnen, Echsen und Maulwürfe schreibt).

Biblische Geschichten. Für die Jugend bearbeitet ist ein in einfacher, aber durchaus nicht trivialer Sprache geschriebenes Buch, das die bekanntesten Geschichten aus dem Ersten und Zweiten Testament erzählt und erklärt. Das Buch wurde 1855 wegen angeblicher Bibelferne aus dem Unterricht zurückgezogen – ein Akt der Bigotterie, der keinem Menschen diente. Ich habe den Volltext leider nicht im Netz gefunden, aber auf dem Weblog des Pfarrers Alexander Ebel werden einige der Geschichten mit klarer Stimme und guter Betonung vorgelesen.

Noch ein Hinweis auf zwei meiner Lieblingsgeschichten dieses Autors:
In der anrührenden kleinen Geschichte Unverhofftes Wiedersehen schildert er die Auffindung des Grubentoten von Falun, die er allerdings in seine Zeit versetzt (tatsächlich geschah sie im 18. Jh.).
Kannitverstan, diese Geschichte um ein harmloses Mißverständnis und eine innewohnende durchaus nicht harmlose Wahrheit, ist für mich mit einem tatsächlichen Geschehen verknüpft. Ein kurdischer Student fragte mich einst nach der Bedeutung des Wortes weeßicknich, das er so häufig zu hören bekam.

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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7 Antworten zu Moralisch und heiter

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  3. Kat schreibt:

    JHP ist mein Heimatdichter. Und seine Sprache mein Heimatdialekt. Und trotzdem habe ich fast noch nichts von ihm gelesen. 😦 Muss ich auf meinen Lesestapel legen, ich hab immerhin ein Büchlein von ihm.

    Viele Grüße, Kat (jetzt in seiner zweiten Heimat lebend)

  4. Kat schreibt:

    JPH JPH JPH …

  5. Claudia schreibt:

    Liest sich leicht und locker – und doch nicht ohne tiefere Schichten von Geist und Seele zu berühren!
    Andererseits ist das Bücherstapelproblem bekannt: Man arbeitet ihn nie ab.

  6. Alexander schreibt:

    Danke für den Link auf meinen Vorlese-Podcast, der leider schon seeeeehr lange brach liegt und dessen Wiederbelebung mir auch nicht zum Hebeljahr gelungen ist (wie ursprünglich vorgesehen). Aber man soll die Hoffnung ja nicht aufgeben…

  7. Claudia schreibt:

    Die Brache habe ich auch bemerkt und würde mich sehr freuen, wenn das Lesen wieder aufgenommen wird!

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