Ein Helfer in Sehnot

Rathenow - Duncker

Vor 167 Jahren starb Johann Heinrich August von Duncker. Der Pfarrerssohn und Prediger in Rathenow hatte bemerkt, daß in den Gottesdiensten die alten Leute ihre Gebetbücher kaum noch lesen konnten, und als geschickter Tüftler die Vielschleifmaschine erfunden. Durch sie wurden Brillen – die es schon seit dem 13. Jahrhundert gab – weit besser und billiger, und ihre Produktion war nicht mehr so eine Schinderei. Das knapp achtzig Kilometer nordwestlich von Berlin gelegene Städtchen Rathenow wurde bedeutend durch die Brillen; heute wird ein bedeutender Anteil aller Brillen auf der Welt hier hergestellt, ebenso andere optische Geräte.

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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4 Antworten zu Ein Helfer in Sehnot

  1. Karl Eduard schreibt:

    Siehste, was ein bischen Bildung so bewirken kann und Tüftelei natürlich. Heute wird Bildung sozial gerecht verordnet.

  2. Claudia schreibt:

    Bildung und Tüftelei – aber auch ein nicht übertrieben hohes, aber doch ausreichendes väterliches Einkommen.
    Daß Bildung sozial (oder sonstwie) verordnet wird, kann ich nicht sehen. Im Gegenteil glaube ich, die schwindende Bildung ist manch einem, der die Macht zum Verordnen hat, ganz recht.

  3. aebby schreibt:

    bei Dir lerne ich immer wieder etwas neues, danke.

  4. Karl Eduard schreibt:

    Hier bei mir war ein Zweigbetrieb der ROW. Die Kollegen meiner Mutter haben mir erzählt, wie da im Sozialismus gearbeitet wurde. Ausschuß, alsp Pfusch, brachten sie nach Schichtende aus dem Werk und schmissen ihn in die Straßengräben. Kein Wunder, daß der unterging. Der Sozialismus. Immerhin hat die Zweigstelle jeder Mengen Frauen damals Arbeit gegeben. Heute verpacken sie da Arzneimittel. Und den Sehschwachen preiswerte Brillen zu geben, durch Fortschritt, da kann sich mancher heute eine Scheibe abschneiden.

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