Rosen, Phlox und Balsaminen

Heute habe ich die riesenhaft wuchernde Wildrose stark zurückgeschnitten; sie nimmt sonst einerseits der Hamamelis den Platz, andererseits den anderen Rosen das Licht weg. Das war eine recht anstrengende Arbeit – und etwas schmerzhaft, sie hat sehr harte und spitze Dornen.
Ihre Hagebutten färben sich langsam.

Im übrigen sind die Rosen immer wieder eine besondere Freude in diesem Garten, der eigentlich gar nicht für Rosen geeignet ist.

Die Balsaminen haben wir nun so eingedämmt, daß sie nur noch an der Mauer entlang stehen – und das sieht wahrlich zauberhaft aus!

Der weiße Phlox leuchtet, und eine Spinne hat daran ihr feines Netz aufgespannt.

Die Staudensonnenblumen blühen noch immer sehr prächtig, aber hie und da ist schon eine ganz am Ende.

Birnen gibt es heuer nicht; trotz üppigster Blüte sind die vielen kleinen Birnchen bereits im Frühsommer abgefallen. Das Laub ist von einem Übeltäter befallen.

Das ist keine leckere Traube, sondern der Fruchtstand der Mahonie – wunderschön, aber sehr sauer.

Die Hortensie verblaßt langsam, bleibt aber noch lange schön.

Max Dauthendey
Atemloser August

Sommermonde machen Stroh aus Erde,
Die Kastanienblätter wurden ungeheuer von Gebärde,
Und die kühnen Bäume stehen nicht mehr auf dem Boden,
Drehen sich in Lüften her gleich den grünen Drachen.
Blumen nahen sich mit großen Köpfen, und scharlachen,
Blau und grün und gelb ist das Gartenbeet, hell zum Greifen,
Als ob grell mit Pfauenschweifen ein Komet vorüberweht.
Und mein Blut, das atemlos bei den sieben Farbenstreifen stille steht,
Fragt sich: wenn die Blum‘, Baum und Felder sich verschieben,
Ob zwei Menschen, wenn die Welt vergeht,
Zweie, die sich lieben, nicht von allen Wundern übrig blieben.

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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3 Antworten zu Rosen, Phlox und Balsaminen

  1. Sammelmappe schreibt:

    Was für eine Pracht!

  2. Zia schreibt:

    Wiedermal schöne Fotos! 🙂
    Die Marmelade aus den Mahonia-Früchten soll sehr lecker sein. Ich habe sie noch nicht probiert.
    Die Krankheit am Birnbaum ist Birnengitterrost, – eine Pilzkrankheit.
    Das Herbstlaub von diesem Birnbaum sollte nach Möglichkeit (wenn das bei Euch erlaubt ist) verbrannt werden, damit dem Pilz die Überwinterung und Ausbreitung erschwert wird.

  3. Claudia Sperlich schreibt:

    Dank für die Aufklärung! Verbrennen ist kein Problem; es gibt einen Kamin.

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