Ernten und sich freuen

Die harte Arbeit der Landwirtschaft tun andere für mich. Meine diesjährige Ernte ist ein vielversprechend anlaufender belletristischer Verlag, der ohne meine Mitarbeiter nicht möglich geworden wäre. Ich danke nicht nur Gott für verschiedenste Formen der Ernte; ohne viel Ermutigung von verschiedenen Seiten, ohne Freunde und Kollegen wäre ich jetzt nicht Verlegerin. Auch nicht ohne das Fundament der Bildung, das ich nächst Eltern und Lehrern den tausenden Künstlern, Schriftstellern, Musikern, Wissenschaftlern und anderen verdanke, ohne die es keine Hochkultur gäbe.
Ernte setzt Aussaat oder Anpflanzung voraus, aber vieles, was jetzt erntereif ist, wurde vor sehr langer Zeit gesät.

Nicht die Krone der Dichtkunst, aber ein passendes und anrührendes Lied zum Erntedank schrieb Knowles Shaw; hier eine eindrucksvolle Interpretation aus Kapstadt:

Bringing in the Sheaves

Sowing in the morning, sowing seeds of kindness,
Sowing in the noontide and the dewy eve;
Waiting for the harvest, and the time of reaping,
We shall come rejoicing, bringing in the sheaves.

Refrain:
Bringing in the sheaves, bringing in the sheaves,
We shall come rejoicing, bringing in the sheaves.

Sowing in the sunshine, sowing in the shadows,
Fearing neither clouds nor winter’s chilling breeze;
By and by the harvest, and the labor ended,
We shall come rejoicing, bringing in the sheaves.

Going forth with weeping, sowing for the Master,
Though the loss sustained our spirit often grieves;
When our weeping’s over, He will bid us welcome,
We shall come rejoicing, bringing in the sheaves.

zu Deutsch:

Säen wir am Morgen, säen Saat der Liebe,
säen wir am Mittag und im Dämmerschein,
warten auf die Ernte, und zur Zeit der Reife
kommen wir voll Freude, bringen Garben ein.

Refrain:
Bringen wir die Garben, bringen wir die Garben,
kommen wir voll Freude, bringen Garben ein.

Säen wir in der Sonne, säen wir im Schatten,
fürchten weder Wolken noch Winterwindes Pein,
schließlich kommt die Ernte, und die Arbeit endet,
kommen wir voll Freude, bringen Garben ein.

Gehen wir mit Tränen, säen für den Meister,
läßt auch Not und Mangel uns trauern oft allein;
nach den Tränentagen heißt Er uns willkommen,
kommen wir voll Freude, bringen Garben ein.

© der Übersetzung: Claudia Sperlich

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin. Befürworterin der Vernunft, aber nicht in Überdosierung.
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2 Antworten zu Ernten und sich freuen

  1. Hase schreibt:

    wunderschön , danke für die schöne Musik
    wir haben auch grad ein wunderschönes Lied gelernt im Chor:
    the beauty of the earth

  2. aebby schreibt:

    gleich die erste Zeile gefällt mir am besten

    > Säen wir am Morgen, säen Saat der Liebe,

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