Hüterin der Musik

Heute ist Namenstag aller Cäcilien. Ob die heilige Märtyrerin Cäcilia wirklich gelebt hat, wissen wir nicht. Aber die Legenden um ihr Leben sind so zauberhaft-anrührend und haben so viele Maler, Bildhauer, Musiker und Schriftsteller inspiriert, daß ich nur froh sein kann über diese wenn auch zweifelhafte Existenz.

Zwar hat sie mit Sicherheit nicht die Orgel gespielt – denn der Vorläufer der Orgel (eine Art Leierkasten) wurde in römischer Zeit als Begleitmusik in den Arenen benutzt und war damit ganz sicher im frühen 3. Jh. noch kein Bestandteil christlicher Gottesdienste. Aber will man auf die fromme Legende verzichten, nach der eine Frau mit ihrem wundervollen Orgelspiel einen Engel in ihrer Nähe den Himmel selbst vermuten läßt?

Ich lese die Cäcilienlegenden als Hinweis darauf, daß Musik und Kunst vom Geist Gottes inspiriert sind – und daß Gott stärker ist als alle menschliche Gewalt. In einer Zeit, da Musik und Kunst an Schulen als unrentables Zeug im Schatten stehen und Künstler aller Kategorien sich die Frage gefallen lassen müssen, ob sie denn neben ihrem Hobby auch was Richtiges arbeiten, ist die Besinnung auf diese schöne Heilige nachgerade geboten.

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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Eine Antwort zu Hüterin der Musik

  1. derbaum schreibt:

    dankeschön – wieder etwas gelernt!

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