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Johann Gottfried Herder
Der Stern

Himmlischer Stern, Du führst aus fernem Lande die Weisen
Zu der Krippe des Sohns, der wie ein Himmlischer schläft;
Und da knieen sie schon, sie bringen Myrrhen und Weihrauch
Und ihr köstliches Gold Deinem Gesegneten dar.
Aber dort klagt Rahel untröstbar: ihre Geliebten
Sind nicht mehr, sie entreißt ihr der würgende Tod.
Ach, der Menschenschicksale auf unsrer rollenden Erde!
Selbst der glücklichste Stern bringet hier Freude, dort Weh.

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin. Befürworterin der Vernunft, aber nicht in Überdosierung.
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Eine Antwort zu 20

  1. piri schreibt:

    Selbst der glücklichste Stern bringet hier Freude, dort Weh.

    So ist das Leben, punkt!

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