Musik zum St. Stephanstag

Der böhmische Fürst Wenzeslaus lebte im 10. Jh. – es heißt von ihm, er habe sich gerne persönlich vom Wohl und Wehe der Leute überzeugt und oft spontan geholfen. Sicher ist, daß er die Todesstrafe abschaffte und die Christianisierung vorantrieb.
Die Legende sagt, er sei am Stephanstag in bitterer Kälte mit seinem Knappen umhergezogen. Einem armen Holzsammler habe er ein Festmahl zukommen lassen wollen. Als auf dem Weg der Knappe vor Kälte nicht mehr weiterkonnte, riet Wenzeslaus ihm, in seine Fußstapfen zu treten. Der Knappe befolgte den Rat und merkte, wie von den Fußstapfen seines Herrn belebende Wärme aufstieg.
Diese Legende erzählt ein in Großbritannien sehr populäres weihnachtliches Lied des anglikanischen Pfarrers John Mason Neale. Hier trägt es der Westminster Cathedral Choir mit den Solisten Aled Jones und Benjamin Luxon vor.

Good King Wenceslas looked out
On the feast of Stephen,
When the snow lay round about
Deep and crisp and even.
Brightly shone the moon that night
Though the frost was cruel,
When a poor man came in sight
Gath’ring winter fuel.

„Hither, page, and stand by me!
If thou know’st it, telling
Yonder peasant, who is he?
Where and what his dwelling?“
„Sire, he lives a good league hence
Underneath the mountain,
Right against the forest fence
By Saint Agnes‘ fountain.“

„Bring me flesh and bring me wine,
Bring me pine logs hither!
Thou and I will see him dine
When we bear him thither.“
Page and monarch forth they went,
Forth they went together
Through the rude wind’s wild lament
And the bitter weather.

„Sire, the night is darker now
And the wind blows stronger.
Fails my heart, I know not how,
I can go no longer.“
„Mark my footsteps, my good page
Tread thou in them boldly.
Thou shalt find the winter’s rage
Freeze thy blood less coldly.“

In his master’s steps he trod
Where the snow lay dinted –
Heat was in the very sod
Which the Saint had printed.
Therefore, Christian men, be sure
Wealth or rank possessing,
Ye who now will bless the poor,
Shall yourselves find blessing.

Daß es gerade der Stephanstag sein mußte, erklärt sich vermutlich daraus, daß die Namen Stephan und Wenzeslaus die gleiche Bedeutung tragen: der Bekränzte – und daraus, daß auch Wenzeslaus den Märtyrertod starb (er wurde während eines Gottesdienstes von seinem Bruder umgebracht).

Werbung

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin. Befürworterin der Vernunft, aber nicht in Überdosierung.
Dieser Beitrag wurde unter Allgemeines abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.