Schneeglöckchen

Die Schneeglöckchen zeigen schon mit weißen Spitzen nach oben.




Es ist zwar noch nicht Frühling. Aber heute war es so warm, als ob der Winter sich schon verabschiedet oder doch wenigstens eine Pause einlegt.

Theodor Storm
Frühlingslied
Zu des Mädchens Wiegenfeste

Und als das Kind geboren ward,
Von dem ich heute singe,
Der Winter schüttelte den Bart:
„Was sind mir das für Dinge!
Wie kommt dies Frühlingsblümelein
In mein bereiftes Haus hinein?
Potz Wunder über Wunder!“

Doch klingeling! Ringsum im Kreis
Bewegt‘ sich’s im geheimen;
Schneeglöckchen hob das Köpfchen weiß,
Maiblümchen stand im Keimen;
Und durch die Lüfte Tag für Tag,
Da ging ein süßer Lerchenschlag
Weit über Feld und Auen.

Herr Winter! greif Er nur zum Stab!
Das sind gar schlimme Dinge:
Sein weißes Kleid wird gar zu knapp,
Sein Ansehn zu geringe! –
Wie übern Berg die Lüfte wehn,
Da merk ich, was das Blümlein schön
Uns Liebliches bedeute.

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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2 Antworten zu Schneeglöckchen

  1. Frau Sterntau schreibt:

    Ui, das geht aber flott in der großen Stadt! 😯
    Hier ist vergangene Nacht gerade mal der letzte Schnee getaut.

  2. rosix1955 schreibt:

    Am Ende hat der Winter bisher noch immer weichen müssen. Schneeglöckchen läuten den Frühling ein. Hoffen wir, dass es so ist.
    Liebe Grüße Rosi

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