Eine gräßliche Muse

Selbst höchst unerfreuliche Ereignisse wie die Bekanntschaft mit einem Menschen, der unaufhörlich gegen § 130 StGB und noch einige andere Gesetze verstößt, können zum Singen beseelen.
Den Vornamen des Betreffenden erlaube ich mir in dem folgenden Akrostichon-Sonett zu verraten.

Chimärisch wurstelt er mit fremden Daten
Rhetorisch matt mit zeterndem Gestänker
In fremden Netzen als Kopist der Henker,
Sich selbst berauschend an den Übeltaten.

Tagtäglich finden Dichter nun und Denker
Im Netz die Spuren dieses Scheinasiaten.
An Mordgesellen will er sie verraten,
Nur hat er kein Gefolge, keinen Lenker.

Stehn wir nur redlich gegen ihn zusammen!
Perfide Machenschaften sind gebrechlich,
Im Grunde ist der stärkste Frevler schwächlich:

Nicht ein Verbrecher kann Kultur vererben,
Noch kann ein Hornochs Geistiges verderben –
Triviales unterliegt den Geistesflammen.

© Claudia Sperlich

Aber besser als die hohe Form des Sonetts scheint mir für diesen Menschen doch das gute, alte, deutsche Volkslied zu passen.

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin. Befürworterin der Vernunft, aber nicht in Überdosierung.
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14 Antworten zu Eine gräßliche Muse

  1. bigi schreibt:

    *verneig* Ja wo ist er nur? Kleinwurmig versteckt im braunen Sumpf Japans vielleicht. Weil er sich da doch sicher fühlen kann *hüstel*
    Klasse Sysse,
    das gefällt mir richtig gut!
    *StandingOvation*
    Liebe Grüße
    bigi

  2. imaic1972 schreibt:

    Ich erlaube mir auch mal ein dickes Lob für dieses Werk, und Grüsse an die Muse, die Dir das eingab 🙂

  3. Frau Momo schreibt:

    Einfach ganz wunderbar!

  4. Patricia schreibt:

    Jaaaa! Mit Claudischer Größe und Klasse elegant Paroli geboten.

  5. Claudia Sperlich schreibt:

    Was fürn Applaus… *errötend verneig*

  6. rosix1955 schreibt:

    Schönes Sonett und auch das Lied ist gut gelungen!
    Liebe Grüße Rosi

  7. Claudia Sperlich schreibt:

    Dank auch Dir, Rosix!

  8. bigi schreibt:

    Du weißt schon, dass du damit die internationale Karriere angesteuert hast?
    Ich meine, als nächstes folgt die Erwähnung, Verlinkung oder gar Veröffentlichung in Japanesien, weil unser Freund Christian Amöbe so geschmeichelt sein wird, ob der Aufmerksamkeit, die du ihm schenkst, dass er gar nicht anders kann, als dich in wenigen Stunden in die heiligen holländischen Hallen „Geklaut Van Anderen“ aufzunehmen.
    😉
    Ich finds so gut – ich hörs im DauerLoop

  9. Claudia Sperlich schreibt:

    Ja! So soll es sein!
    Und dann werde ich reich und berühmt, und die Bücher des Sperlich Verlages gehen weg wie warme Semmeln, und bei Kalliopes Veranstaltungen drängeln sich die Scharen an der Abendkasse.
    (Warum sollen bloß immer die anderen größenwahnsinnig sein?)

  10. bigi schreibt:

    Ich bin ja fast schon der Begeisterung nahe – er hat es sogar tatsächlich geschafft, den Link zu YouTube zu setzen! Unfassbar 😆
    Somit hättest du schon mal die kleine Zehe auf dem japanischen Markt.
    Und das mit dem GrößenWahnsinn geht komplett in Ordnung – wer hat, der hat – Wer kann, der kann – und du hast und kannst!
    Liebe Grüße bigi

  11. theomix schreibt:

    Der Anlass ist nicht schön, das Ergebnis schon.

  12. Bettina schreibt:

    so liegt im schlechten auch was gutes…

    und ich hab endlich mal wieder jemanden gehört, der das rrr ordentlich rollen läßt

  13. Karl Eduard schreibt:

    Ist der nicht Bundespräsident, der Christian?

  14. Claudia Sperlich schreibt:

    Nee. Der Christian, um den es hier geht, mag die Verfassung nicht so besonders.

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