Gedankenschwere im Garten

Den mir so lange vertrauten Feengarten am Wald pflege ich noch diesen Sommer lang. Es stimmt mich wehmütig, dort zu arbeiten; sobald das Haus renoviert ist, wird es vermietet, und dann habe ich hier nichts mehr zu suchen. Vielleicht werden hier schon im nächsten Frühjahr Petunien und Gartenzwerge in rechtwinkligen Beeten stehen. Aber wenigstens die beiden beherrschenden Eichen werden bleiben – die größere ist ein Naturdenkmal, und auch für die kleinere wird eine Fällgenehmigung nicht zu bekommen sein.
Vielleicht kommt es auch besser. Jedenfalls aber will ich die Zeit nutzen, diesen Garten zu pflegen – so lange ich noch darf.


Das Pfaffenhütchen hat noch lange nicht sein berühmtes Rot – aber Ton in Ton grün ist es auch sehr edel.

Die Schwertlilie hat ihren Namen von den scharfkantigen Blättern.

Die Brombeere neigt sich über den Wurmfarn.

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin. Befürworterin der Vernunft, aber nicht in Überdosierung.
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8 Antworten zu Gedankenschwere im Garten

  1. Aurélie Sterntau schreibt:

    Das liest sich so traurig, liebe Claudia! 😦
    Aber ich verstehe dich sehr gut. Wenn man an einem wunderbaren Ort hängt und weiß, eines Tages darf man dort nicht mehr sein, bereitet dieser Umstand einfach Schmerzen.
    Ich drück dich mal!

  2. Hase schreibt:

    danke für die Bilder und Gedanken
    möge die Schönheit des Gartens erhalten bleiben
    auch wenn die Zeiten sich ändern

  3. Claudia Sperlich schreibt:

    Ganz wird die Schönheit nicht zu verderben sein – schon wegen der Eichen. Auch besteht immerhin die Möglichkeit, daß künftige Mieter den Garten so lieben, wie er ist.
    Ich versuche, mich zu freuen über die lange und wundervolle Zeit, die ich in diesem Garten hatte – und über die kleine Frist, die ich hier noch haben darf.

  4. Patricia schreibt:

    Ich kann dich sehr gut verstehen.
    Aber ein Garten blüht in der Erinnerung unzerstörbar weiter.
    Ich streife innerlich noch oft durch den Sttuttgarter Garten meiner Großeltern, den es schon seit 53 Jahren nicht mehr gibt. Aber er blüht und duftet noch für mich.
    Wirst du den Gartenengel mitnehmen können zu dir? Und die Lieblingsbank?

  5. Claudia Sperlich schreibt:

    Den Gartenengel habe ich. (Übrigens ist er gar nicht wirklich ein Engel; gelegentlich schreibe ich noch darüber.) Die Bank wird auf der Terrasse meines Bruders stehen, und ich werde sie weiterhin gelegentlich benutzen.

  6. Bettina schreibt:

    Es wird andere Gärten geben, die Deiner Pflege bedürfen, wirst sehen. Meine Erfahrung, etwas geht zu Ende, etwas entsteht…

  7. Claudia Sperlich schreibt:

    Wie zum Beispiel der gemeinschaftliche Garten und Hof bei mir zu Hause – in dem ich heute wieder so richtig schön gearbeitet habe. Und ich habe große Pläne für das kommende Jahr – auch bezüglich der Baumscheibe vorm Haus.

  8. Sylvia schreibt:

    Wehmut.

    Vermietet ist noch besser als ganz futsch. Ich bin zuversichtlich, dass der Garten Mieter anziehen wird, die zu ihm passen.

    Trotzdem: Schad.

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