Herbstzeitlose

Die Herbstzeitlosen blühen in einem Friedenauer Vorgarten.

In einem anderen überwiegt das Nützliche – ein Apfelbäumchen trägt immerhin schon eine Frucht.

Auf dem Schillerplatz geht es bescheidener zu, aber nicht weniger hübsch mit Gänseblümchen und buntem Ahornlaub.

Gustav Falke
September

Der Dornbusch prangt im Schmuck der roten Beeren,
Die Dahlien in ihrer bunten Pracht,
Und Sonnenblumen mit den Strahlenspeere
Stehn stolz wie goldne Ritter auf der Wacht.

Die Wespe nascht um gelbe Butterbirnen,
Die Äpfel leuchten rot im Laub und glühn
Den Wangen gleich der muntren Bauerdirnen,
Die sich im Klee mit ihren Sicheln mühn.

Noch hauchen Rosen ihre süßen Düfte,
Und freuen Falter sich im Sonnenschein,
Und schießen Schwalben durch die lauen Lüfte,
Als könnt des Sommerspiels kein Ende sein.

Nur ab und an, kaum daß der Wind die Äste
Des Baumes rührt, löst leise sich ein Blatt,
Wie sich ein stiller Gast vom späten Feste
Heimlich nach Hause stiehlt, müde und satt.

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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4 Antworten zu Herbstzeitlose

  1. Aurélie Sterntau schreibt:

    Die Herbstzeitlosen erinnern mich immer an Krokusse, ich kann mir nicht helfen.
    Manchmal verwirrt mich der Anblick regelrecht 😉

  2. Claudia Sperlich schreibt:

    Nicht nur Dich.
    Um es vollends verwirrend zu machen: Die Krokusse gehören zu den Schwertliliengewächsen, die ihrerseits der Ordnung der Spargelartigen angehören. Hingegen zählen die Herbstzeitlosen wie alle Zeitlosengewächse zu den Lilienartigen. Mithin sind nicht nur Krokusse keine Herbstzeitlosen, sondern auch Schwertlilien keine Lilien.
    Alles klar?

  3. Aurélie Sterntau schreibt:

    Äääääh… ja!

    :mrgreen:

  4. Hase schreibt:

    dankeschön….
    mich verwirren diese auch genauso !

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