Sommerblumen und Winterfrüchte

Zwischen den vertrockneten Blättern der Roteiche blüht der Wiesenklee, als wäre noch Sommer.

Daneben zeigt ein Strauch mit aller Deutlichkeit, daß es auf den Winter zugeht.

Anton Alfred Noder
Begegnung

Zwischen Klee und grauen Kiefern,
Wo der Weg zum Dorfe zieht,
Schritt ich lustig, weitausgreifend,
Und im Schlendertakte pfeifend
Mir ein altes Schelmenlied.

Zwischen Klee und grauen Kiefern
Trug ich frohgemut dahin –
Wie ein Bursch mit frohem Mute
Trägt den Federflaum am Hute –
Meinen federleichten Sinn.

Zwischen Klee und grauen Kiefern
Saß ein dürrer Kerl und bot
Mir den Gruß im Weitergehen,
Und stand auf, mir nachzusehen, –
Und stand auf – und war der Tod.

Zwischen Klee und grauen Kiefern
Schlich ich stumm und müd einher:
Wem der Tod am Weg begegnet,
Wem der Tod den Weg gesegnet,
Werden Seel‘ und Sohle schwer.

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin. Befürworterin der Vernunft, aber nicht in Überdosierung.
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Eine Antwort zu Sommerblumen und Winterfrüchte

  1. piri ulbrich schreibt:

    Ich mag Hagebutten im Winter, sie sind Nahrung für die Vögele und eine Zierde für den Strauch. Zusammengefasst in eine Schale gestellt, sehen sie auch im Haus sehr schön aus…

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