Männer, glaubt an Euch!

Heute kann man den Internationalen Männertag begehen, wenn man mag. Zudem gibt es Vatertage in vielen Variationen sowie einen Weltmännertag, wer mag, kann im Jahr einundzwanzig Mal offiziell feiern, daß es Männer gibt.

Für mich ist das ein guter Grund, Männern mal ein paar aufmunternde Worte zu schreiben.

Männer!
Die Natur gab Euch genau die gleichen intellektuellen Fähigkeiten wie Frauen. Das heißt, Ihr seid ohne Weiteres imstande, zu waschen, zu putzen, zu bügeln, zu kochen, Bücher zu schreiben und zu forschen. Mit dem Schreiben und Forschen klappt es ja auch schon ganz gut! Und die anderen Sachen sind nicht so viel schwerer.
Also Kopf hoch, Männer, glaubt nicht, wenn man Euch sagt, ihr könnt „einfach nicht begreifen“, daß Angorawolle nicht mit 90° gewaschen wird. Oder daß man Bohnerwachs nicht für Auslegware nimmt. Oder daß ein Eßlöffel Salz meistens zu viel ist.
Macht Euch frei von jahrhundertealten Erziehungsfehlern, von der gnadenlosen Unterschätzung Eurer Fähigkeiten. Ihr seid gescheit, es fehlt Euch nur an Selbstbewußtsein.

Hier eine kleine Übung. Stellt Euch morgens vor den Spiegel, lächelt und sagt laut:

„Ich kann putzen! Ich kann waschen! Ich kann nähen! Ich kann sogar sprechen, was viel schwieriger ist!“

Na bitte, geht doch. Und wundert mich nicht mal. Schließlich könnt Ihr auch schon eine Schleife binden.

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin. Befürworterin der Vernunft, aber nicht in Überdosierung.
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12 Antworten zu Männer, glaubt an Euch!

  1. erinnye schreibt:

    Lese ich da Sarkasmus im Subtext? Ich habe zum Int. Männertag gerade bei Wikipedia gelesen. Sie sind schon sehr unterdrückt und benachteiligt. Weltweit gesehen. Da braucht es schon diese Gedenktage.

  2. Claudia Sperlich schreibt:

    Wiki schreibt u.a.: „Fördern von männlichen Vorbildern; nicht nur Filmstars und Sportler, sondern auch normale Arbeiter, die ein anständiges, ehrliches Leben führen.“ Künstler, Schriftsteller und Gelehrte werden gar nicht als Vorbilder in Erwägung gezogen. Da muß man doch einfach mal mahnen.

  3. liisa schreibt:

    Herrlich, die aufmunternden Worte! 🙂

    Tja, Künstler, Schriftsteller und Gelehrte, ist nicht gerade das, was die Gesellschaft von heute (und morgen) als besonders notwendig ansieht. Die sind einfach zu aufmüpfig, widerspenstig und können – Gott bewahre – auch noch eigenständig denken. Dann doch lieber „normale Arbeiter, die ein anständiges ehrliches Leben führen“, was so viel heißt wie: malochen bis 70 (zukünftig vielleicht auch noch länger) und dann schnell tot umfallen, damit die Renten- und Pflegekassen nicht so belastet werden. Filmstars und Sportler können ja nun wahrlich nicht alle werden!

  4. Claudia Sperlich schreibt:

    Tot umfallen werden zahlreiche Leute künftig, weil die Wissenschaften, durch die man sie hätte retten können, nicht mehr finanziert werden.

  5. liisa schreibt:

    Das mag sein, andererseits auch alle Wissenschaft kann nicht verhindern, dass wir alle irgendwann sterben müssen und werden. Die entsprechenden Wissenschaften können ja im günstigsten Fall höchstens eine aufschiebende Wirkung generieren.

  6. Claudia Sperlich schreibt:

    Sicher. Aber das Argument „Sterben müssen ja eh alle mal“ sollte nicht dazu dienen, Leute an heute gut therapierbaren Krankheiten übermorgen wieder sterben zu lassen. Die Kindersterblichkeit betrug einst fast 50% – und wir können diese Zustände wieder erreichen, wenn das Geld anderweitig verbraucht wird.
    Übrigens dachte ich auch noch eher an die durch Wissenschaft und Technik so hervorragende Versorgung von Unfallopfern. Bei mir wurde der Tod vor fast vierzig Jahren aufgeschoben.

  7. liisa schreibt:

    Da hast Du natürlich recht. ….

    Und wie gut, dass Dein Lebensweg nicht vor vierzig Jahren abrupt endete!

  8. Frau Momo schreibt:

    Ich gebe es zu, ich unterdrücke meinen Mann…. an die Waschmaschine kommt der mir nämlich nicht. Mein Vertrauen in seine Fähigkeiten ist ehrlich gesagt gleich null, ebenso meine Hoffnung, das er das noch lernen könnte.
    Kochen kann und darf er sooft er will und das tut er auch wirklich gut. Und Bohnerwachs benutzen wir nicht 🙂

  9. Claudia Sperlich schreibt:

    So, so. Die freiheitlich-demokratische Frau Momo unterdrückt heimlich ihren Mann. Skandalös!
    Aber immerhin… daß er kochen darf, ist ja ein kleiner Fortschritt. 😉

  10. Frau Momo schreibt:

    Kochen durfte er von Anfang an. Das kann er nämlich richtig gut 🙂 Aber die Sache mit der Gradzahl und der Angorawolle will nicht so wirklich in seinen Kopf 🙂 Und das man auch nicht unbedingt alle Farben zusammenschmeißen sollte, vor allem wenn sich darunter neue rote befinden, das hat er auch noch nicht verinnerlicht.
    Außerdem was heißt hier skandalös 🙂 Herr Momo lässt mich ja wenn überhaupt gerade mal ein update auf den PC spielen, ansonsten darf ich da nix machen, außer ihn brav und folgsam zu bedienen. Klassische Rollenverteilung also, zumal ich auch keinen Nagel in die Wand kriege. Bißchen Spießigkeit brauchen halt selbst wird 🙂

  11. Claudia Sperlich schreibt:

    Tja, fürs Handwerkliche brauch ich einen großen Bruder 😉 – irgendwie nicht weniger klassisch.

  12. Frau Momo schreibt:

    Sehen wir es doch einfach so, das wir unsere Fähigkeiten halt realistisch einschätzen können 🙂 Im Gegensatz zu manchen Männern vor der Waschmaschine.

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