Ziegen für Simbabwe

Oxfam betreibt eine mir äußerst sympathische, wirklich hilfreiche Geschenkaktion. Die Geschenke für notleidende Menschen in Afrika, Indien und Pakistan werden nicht etwa ozeanweit versandt, sondern vor Ort hergestellt (oder gezüchtet) und gekauft.

Ich habe soeben einer Familie in Simbabwe eine Ziege mit Zicklein geschenkt. Ein Oxfam-Mitarbeiter in Simbabwe wird diese Ziegen von meinem Geld kaufen und einer bedürftigen Familie geben, die damit einen Grundstock für eine kleine Viehwirtschaft hat, dazu schon gleich nahrhafte Ziegenmilch und Ziegendung für den Garten, die kleine Landwirtschaft.

Obwohl Ziegen mir äußerst sympathisch sind, zudem sehr anspruchslos und leicht zu halten, hatte ich zunächst Bedenken. Denn Ziegen haben die Gewohnheit, junges Grün wegzufressen, auch Baumschößlinge, und auch in einem Land, in dem um jedes Stück Grün gekämpft werden muß.
Auf meine Anfrage informierte Oxfam mich:

Es gibt in den Projekten konkrete Schutzmaßnahmen, um Umweltschäden durch Ziegenhaltung zu verhindern . Und zwar werden die Familien, die Ziegen erhalten, in der Betreuung und Pflege der Tiere geschult, unter anderem darin, Zäune zu errichten. Damit wird sichergestellt, dass die Tiere nicht an Bäume und Gemüsebeete gelangen. Manchmal werden die Ziegen auch gepflockt, so dass die Tiere jeweils nur an festgelegten Stellen grasen. Zum Schutz von Schößlingen und Bäumen wird eine Paste aus Kuhdung auf den Stamm aufgetragen, die das Abnagen verhindert.
Oxfam kauft Ziegen nur in Ländern Afrikas, in denen Ziegen traditionell gehalten werden und in denen keine Gefahr der Umweltbeschädigung besteht – eine Abwägung zwischen dem Wunsch, die Existenzsicherung von Menschen zu fördern und der Notwendigkeit, ökologische Risiken zu vermeiden, wird immer vorgenommen.

Das ist sinnvolle Entwicklungshilfe! Zudem gibt es noch zahlreiche andere Möglichkeiten, über Oxfam sinnvoll zu schenken – Bäume, Schulgeld für Mädchen, Brunnen und anderes mehr.

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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11 Antworten zu Ziegen für Simbabwe

  1. Gudrun schreibt:

    Das sehe ich auch so, liebe Claudia, das ist sinnvolle Entwicklungshilfe, Besser als irgendwelches Milchpulver zu verschicken, was auf lange Sicht nichts an der dortigen Situation ändern wird.

    Ich wünsche dir einen schönen ersten Advent.

  2. Claudia Sperlich schreibt:

    Ja, Milchpulver – oder in China hergestellte Teddys in Schuhkartons an arme Rumänen schicken, die eine aufstrebende Spielzeugindustrie im Land haben. Immer wieder zu Weihnachten.

    Die guten Wünsche gebe ich gerne zurück.

  3. Bettina schreibt:

    Claudia, das hat mich überzeugt! Nun bekommt meine Mum statt eines fetten Blumenstraußes nur einen hübschen kleinen zum Geburtstag von mir, dafür aber eine Karte anlässlich ihres Geburtstages :
    Ein Huhn kommt selten allein: Die gefiederten Freundinnen werden gleich im Pack an Familien in Simbabwe abgegeben, um zur Sicherung ihres Lebensunterhaltes beizutragen. Die Eier sind gesunde Nahrung, und außerdem kann Nachwuchs gezüchtet und auf dem Markt verkauft werden.

    Im Rahmen des gemeinsamen HIV/Aids-Programms COGENHA unterstützt Oxfam besonders die von Kindern geführten Haushalte. Aber auch andere bedürftige Familien erhalten Hühner.

  4. Claudia Sperlich schreibt:

    Klasse, so soll es sein! Mir gibt diese Aktion auch etwas Hoffnung, daß in den ärmsten Ländern wenigstens stellenweise Gerechtigkeit einkehrt. Bitter genug ist es ja, wenn Kinder den Haushalt führen müssen.

  5. liisa schreibt:

    Wirklich ein gutes Projekt und vernünftige Geschenke! Danke für den Hinweis auf diese Möglichkeit, sinnvolles zu schenken!

  6. Claudia Sperlich schreibt:

    Gern geschehen! Ich bin froh, wenn diese Idee Wellen schlägt.

  7. theomix schreibt:

    Es ist ja auch eine ganz, ganz leichte Polemik gegen den Schuhkarton. (Der ist ja auch nur ein Kind von Billy Graham.)

  8. Claudia Sperlich schreibt:

    Tja, und ein ziemlich verwöhntes Kind. Massenweis Leute lieben es, und wer es nicht liebt, gilt als lieblos. Aber damit kann ich leben.

  9. erinnye schreibt:

    Es scheint eben für viele befriedigender zu sein, einen Schuhkarton zu packen, als Geld zu spenden. Die Psychologie des Schenkens ist komplex…

  10. Claudia Sperlich schreibt:

    Schuhkarton packen fühlt sich an wie „liebevoll Geschenke zurechtmachen“. Daß man dabei viel mehr sich selbst als einem Bedürftigen etwas Liebes tut, erreicht das Gefühl nicht so einfach.

  11. erinnye schreibt:

    Ja, stimmt.

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