Die fünfte Tür

Christian Morgenstern
aus: Wir fanden einen Pfad

Die zur Wahrheit wandern,
wandern allein,
keiner kann dem andern
Wegbruder sein.

Eine Spanne gehn wir,
scheint es, im Chor …
bis zuletzt sich, sehn wir,
jeder verlor.

Selbst der Liebste ringet
irgendwo fern;
doch wer’s ganz vollbringet,
siegt sich zum Stern,

schafft, sein selbst Durchchrister,
Neugottesgrund –
und ihn grüßt Geschwister
Ewiger Bund.

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin. Befürworterin der Vernunft, aber nicht in Überdosierung.
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3 Antworten zu Die fünfte Tür

  1. tonari schreibt:

    ohne jetzt genau zu gucken, wie lange der Herr Moregnstern schon nicht mehr unter uns weilt:
    http://sailtokiel.de/?p=6084
    nicht, dasss dir ähnlich übles widerfährt

  2. tonari schreibt:

    okay, die maßgeblichen 70 Jahre sind um 😉

  3. Claudia Sperlich schreibt:

    Ich bin in dieser Hinsicht extrem pingelig – so sehr, daß ich mich manchmal geradezu freue, wenn gute Dichter früh gestorben sind. (Schlimm, ich weiß. Aber wenn z.B. Trakl nicht so schrecklich mit sich gehaust hätte, hätte er bis in die 60er Jahre leben können und ich dürfte seine wundervollen Gedichte nicht zitieren.)

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